«Wir steigen aus der Vermittlung von Bauarbeitern aus. Es rentiert nicht mehr», sagt Verwaltungsratspräsident Lars Honegger (46). Maurer, Hilfsarbeiter oder Eisenleger werden bei Caesar ab Anfang 2006 keine Stelle mehr finden.
Grund: «Die Mindestlöhne im Bauhauptgewerbe sind zu hoch», klagt Honegger. So müssen Firmen einem Hilfsarbeiter im Kanton Zürich gemäss Gesamtarbeitsvertrag (GAV) je nach Alter mindestens rund 29 Franken bezahlen. Einem Maurer um die 36 Franken. «Das ist im besten Fall für Top-Leute gerechtfertigt», sagt Honegger.
Im Gegenzug seien die Preise für einen Bauarbeiter gesunken. Baufirmen bezahlten für einen Temporär-Hilfsarbeiter derzeit um die 37 Franken. Für einen Maurer 40 bis 42 Franken. «Damit können wir den Minimallohn und knapp die Sozialabgaben bezahlen.» Die Büromiete und die Saläre der Personalvermittler seien aber nicht gedeckt.
Der Grund ist für Honegger klar: «Wegen der Personenfreizügigkeit hat es mehr Bauleute auf dem Arbeitsmarkt. Unter den Temporärfirmen herrscht der nackte Preiskampf.» Deshalb könnten die Baufirmen tiefere Ansätze durchsetzen.
Honeggers Fazit: «Es bleiben nur zwei Möglichkeiten: Wir verletzen die GAV-Bestimmung und betreiben Lohndumping oder wir steigen aus.» Die Firma Caesar will sich nun auf die Vermittlung in den Bereichen Elektro, Gartenbau und Industrie konzentrieren.
Damit geht auch ein beträchtlicher Teil des Umsatzes verloren. Caesar hat bisher je nach Saison um die 30 bis 50 Prozent des Geschäfts im Bauhauptgewerbe erzielt.
Wie andere Vermittler im Preiskrieg und mit hohen GAV-Löhnen bestehen können, ist Honegger schleierhaft. Seine Vermutung: «Sie halten die Minimal-Löhne nicht ein.»