US-Truppenabzug aus Deutschland
Eigentor für Trump

Der amerikanische Präsident zieht Soldaten aus Europa ab. Der Entscheid schadet den Interessen der USA. Ein Kommentar.
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US-Soldaten der 173. Luftlandebrigade auf dem Stützpunkt in Ramstein.
Foto: IMAGO/piemags
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Robin BäniRedaktor

Das US-Militär packt die Koffer, 5000 Soldaten verlassen Deutschland. Innert sechs bis zwölf Monaten sollen sie weg sein, erklärte das Pentagon am Freitag. Vor wenigen Tagen hatte Friedrich Merz den Irankrieg kritisiert. Und Trump reagierte, wie er oft reagiert: impulsiv, beleidigt. Strafe muss sein, also Truppen raus. Nur schadet die Aktion in erster Linie den USA. 

Wladimir Putin dürfte frohlocken. Der Abzug sendet ein Signal der Schwäche. Europa aber verkraftet die Truppenreduktion. Die meisten Nato-Staaten bauen ihre Armeen massiv aus. Zudem ist der zurückgepfiffene US-Verband im bayerischen Vilseck stationiert, einem zweitrangigen Standort. Die zentralen Kampfverbände befinden sich auf der Ramstein Air Base. Und 30’000 Soldaten bleiben in Deutschland.

Eine Trotzreaktion

Schon Barack Obama verlagerte den Fokus auf den indopazifischen Raum, in Richtung China. Trumps überstürzter Abzug als strategische Fortsetzung zu deuten, wäre aber verfehlt. Dahinter steckt kein Masterplan. Das ist eine Trotzreaktion mit geopolitischem Kollateralschaden.

Europa ist für die USA ein strategischer Aussenposten. Von hier aus steuern sie Einsätze in Afrika, im Nahen Osten, in Eurasien. Deutschland dient den US-Truppen als logistisches Drehkreuz. Das zeigte sich zuletzt im Irankrieg. Hunderte US-Flieger lieferten Nachschub über deutschen Boden. 

Zudem geht es um das Prinzip der Vorwärtsverteidigung. Amerika kann sich nicht allein aus Texas oder Florida schützen. Basen im Ausland ermöglichen es, die eigene Militärmacht weit über die eigenen Grenzen hinaus zu projizieren. Trump aber scheint darin wenig Nutzen zu sehen. Einmal mehr beweist er sein Talent, die Macht der USA zu zerlegen. 

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