Korruption bei der Ruag
Hört auf die Whistleblower!

Millionen für Anwälte, aber kein Wort des Bedauerns für Whistleblower: Mit dem Kulturwandel bei der Ruag ist es nicht weit her.
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Der Kulturwandel bei der Ruag lässt zu wünschen übrig, kommentiert Bundeshaus-Redaktor Raphael Rauch.
Foto: Thomas Meier
Raphael Rauch, Ringier
Raphael RauchBundeshausredaktor

Die Ruag hat ihr System von Korruption, fehlender Kontrolle und Pseudo-Compliance aufgearbeitet. Das ist richtig und wichtig. Doch der Neuanfang lässt zu wünschen übrig. Wie teuer die Untersuchung der Zürcher Nobelkanzlei Niederer Kraft Frey am Ende war, will die Ruag nicht verraten. Waren es 20 Millionen Franken oder mehr? Die Ruag hält die Zahl unter Verschluss – ein glaubwürdiger Neuanfang sieht anders aus.

Was die Verantwortlichen verschweigen: Der Wille zur Aufarbeitung begann bei der Ruag erst, als sich die deutsche Korruptionsstaatsanwaltschaft einschaltete und ein deutsches Unternehmen Klage erhob. Ohne Druck von aussen hätten Ruag und VBS munter weitergewurstelt. Teure Verwaltungsräte, ein noch teureres Ruag-Management und mehr als 20 Prüfberichte der Eidgenössischen Finanzkontrolle bewirkten nicht, was Whistleblowern gelang.

Ein echter Kulturwandel misst sich am Umgang mit der Wahrheit. Bis heute zeigt die Ruag kein Interesse, auf Whistleblower zuzugehen und sich für das Fehlverhalten des Managements zu entschuldigen. Bis heute hält VBS-Chef Martin Pfister an der Praxis seiner Vorgängerin Viola Amherd fest, Einsicht in Ruag-Akten zu verweigern – Amherd wusste seit 2019 von gravierenden Missständen. Je zaghafter die Ruag den Kulturwandel vorantreibt, desto entschiedener sollte Pfister ihn vorleben.

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