Radiologen und Co.
Ärzte, hört auf zu jammern!

Fachärzte blockieren Tarifreformen, obwohl die Krankenkassenprämien immer weiter steigen. Auch Millionäre sollten einen Beitrag zum Sparen leisten.
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Das Gesundheitssystem ist krank und muss von der Politik therapiert werden, findet Bundeshaus-Redaktor Raphael Rauch.
Foto: Thomas Meier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Krankenkassenprämien steigen seit Jahren, Fachärzte verdienen Millionen, Hausärzte sind überlastet
  • Nachwuchs vermeidet Hausarztberuf wegen Stress und geringer Bezahlung
  • Ärzte weigern sich seit 16 Jahren, Daten über ihre Arbeitszeit zu liefern
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Raphael RauchBundeshausredaktor

Die Krankenkassenprämien steigen und steigen. Seit Jahren gehören diese Kosten zum Sorgenbarometer wie das Stethoskop zum medizinischen Personal. Die Götter in Weiss retten Leben, doch das Gesundheitssystem ist krank: Einzelne Fachärzte kassieren Millionen.

Eine Landärztin, die von morgens bis abends chrampft, hat jede Wertschätzung verdient. Wahr ist aber auch: Medizinische Nachwuchskräfte wollen nicht mehr Hausarzt werden. Nur wenige haben Lust, vier- oder fünfmal weniger zu verdienen als die hoch spezialisierten Kollegen, während sie selbst im Dauerstress der Grundversorgung stecken.

Besitzstand privilegierter Millionäre

Faire Tarife könnten diese Ungerechtigkeit beseitigen. Doch die Ärzte sind seit 16 (!) Jahren nicht kompromissbereit und weigern sich, Daten über ihre tatsächliche Arbeitszeit zu liefern. Jeder Koch weiss, wie lange er braucht, um ein Filet zu braten. Jeder Fliesenleger weiss, wie viele Stunden er fürs Kacheln eines Badezimmers braucht. Wirklich schwierig kann es nicht sein, entsprechende Daten aus dem Medizinbereich zu liefern.

Es wird Zeit, dass Fachärzte von ihrem hohen Ross herunterkommen und aufhören zu jammern. Sie sollten sich wieder daran erinnern, aus welchem Grund sie diesen Beruf einst gewählt haben: um Menschen zu heilen – nicht, um Patienten abzukassieren und die Prämien jedes Jahr steigen zu lassen. Wer nicht einsehen will, dass so hohe Einkommen von der Bevölkerung nicht akzeptiert werden, muss von der Politik therapiert werden. Statt den Besitzstand privilegierter Millionäre zu sichern, sollten sich Parlament und Bundesrat darauf konzentrieren, die Arbeitsbedingungen der Hausärzte zu verbessern.

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