Pro und Kontra zur Suizidkapsel Sarco
«Wir sollten stolz sein!» – «Sterben wird banalisiert»

Sarco erhitzt die Gemüter. Und lässt die Schweiz wieder darüber diskutieren, wie weit Sterbehilfe gehen darf. Zwei gegensätzliche Meinungen.
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Fiona Stewart, Vorsitzende der Organisation The Last Resort, präsentierte diese Woche den Medien die Suizidkapsel Sarco.
Foto: AFP
Joschka Schaffner, Redaktor News
Joschka Schaffner, Redaktor News
Foto: Ringier Medien Schweiz, 29.02.24 Mitarbeiterportrait. Joschka Schaffner, Ringier Journalistenschüler, Blick.
Freuen wir uns, dass es möglich ist!

Zum Glück gibt es Sarco.

Natürlich ist die Suizidkapsel ein PR-Coup. Natürlich ist vieles ungeklärt – rechtlich, medizinisch, ethisch. Und selbstverständlich müssen Menschen und Organisationen dahinter kritisch durchleuchtet werden. Wichtig ist aber: Sarco veranlasst Schweizerinnen und Schweizer endlich wieder dazu, über den Tod zu sprechen. Denn unser Land spielt dabei eine wichtige Rolle.

Die Schweiz ist eines der wenigen Länder der Welt, die den assistierten Suizid erlauben. Das sollte uns stolz machen. Hier wird das Recht auf Leben konsequent ausgelegt. Wer es besitzt, soll auch entscheiden dürfen, wann es endet. Wir bewegen uns damit glücklicherweise weg von der christlichen Moral des «richtigen» und «falschen» Sterbens. Pietätlos ist nicht die Sterbekapsel, sondern anderen Menschen aufzuerlegen, wie sie (ab)leben sollen.

Menschlicher geht es nicht

Damit wird der Tod nicht banal. Und auch nicht entmenschlicht, wie es aus einer anderen Zeitung tönt. Ist es stattdessen nicht eher entmenschlicht, Sterbewilligen abzusprechen, sich auf Knopfdruck in einem Plastikgehäuse das Leben zu nehmen, obwohl sie das möchten?

Abschätzig zu fragen, wie viele das wirklich tun wollen, verfehlt den Kern der Thematik: In der Schweiz darf gestorben werden. Und es darf selbstverständlich darüber geflucht werden. Über die Sterbehilfe an sich sowie über den Haufen Plastik, Plexiglas und Metall, der mit Stickstoff geflutet wird.

Wir sollten dankbar sein, dass beides möglich ist. Und hoffen, dass andere Länder es bald auch so sehen.

Joschka Schaffner, Redaktor News
Joschka Schaffner, Redaktor News
Foto: Ringier Medien Schweiz, 29.02.24 Mitarbeiterportrait. Joschka Schaffner, Ringier Journalistenschüler, Blick.

Zum Glück gibt es Sarco.

Natürlich ist die Suizidkapsel ein PR-Coup. Natürlich ist vieles ungeklärt – rechtlich, medizinisch, ethisch. Und selbstverständlich müssen Menschen und Organisationen dahinter kritisch durchleuchtet werden. Wichtig ist aber: Sarco veranlasst Schweizerinnen und Schweizer endlich wieder dazu, über den Tod zu sprechen. Denn unser Land spielt dabei eine wichtige Rolle.

Die Schweiz ist eines der wenigen Länder der Welt, die den assistierten Suizid erlauben. Das sollte uns stolz machen. Hier wird das Recht auf Leben konsequent ausgelegt. Wer es besitzt, soll auch entscheiden dürfen, wann es endet. Wir bewegen uns damit glücklicherweise weg von der christlichen Moral des «richtigen» und «falschen» Sterbens. Pietätlos ist nicht die Sterbekapsel, sondern anderen Menschen aufzuerlegen, wie sie (ab)leben sollen.

Menschlicher geht es nicht

Damit wird der Tod nicht banal. Und auch nicht entmenschlicht, wie es aus einer anderen Zeitung tönt. Ist es stattdessen nicht eher entmenschlicht, Sterbewilligen abzusprechen, sich auf Knopfdruck in einem Plastikgehäuse das Leben zu nehmen, obwohl sie das möchten?

Abschätzig zu fragen, wie viele das wirklich tun wollen, verfehlt den Kern der Thematik: In der Schweiz darf gestorben werden. Und es darf selbstverständlich darüber geflucht werden. Über die Sterbehilfe an sich sowie über den Haufen Plastik, Plexiglas und Metall, der mit Stickstoff geflutet wird.

Wir sollten dankbar sein, dass beides möglich ist. Und hoffen, dass andere Länder es bald auch so sehen.

VO So sieht die Todeskapsel genau aus Still.png
1:50
«An den Füssen wird es kühl»:So funktioniert der Tod in der Kapsel
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