Kommentar zur Schweizer Olympiakandidatur 2038
Mitmachen statt gewinnen

Die Schweiz nimmt einen weiteren Anlauf, um Olympische Winterspiele auszurichten. 2038 soll es endlich klappen.
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Swiss-Olympic-Präsidentin Ruth Metzler-Arnold bei der Vorstellung der Olympia-Pläne.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Der Plan einer Olympia-Kandidatur 2038 hat viele Haken
  • Die Kosten werden unterschätzt
  • Spiele über das ganze Land können die Bevölkerung kaum begeistern
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Andreas SchmidInlandredaktor

Einmal mehr will der Sportdachverband Swiss Olympic Winterspiele in die Schweiz holen. Für den Grossanlass 2038 soll sich die Schweiz bewerben – das ist noch sehr weit weg. Die Funktionärinnen und Promotoren, die jetzt planen, werden dann nicht mehr an den Schalthebeln sitzen. Und kaum jemand erahnt, wie viele neue und welche trendigen Disziplinen in zwölf Jahren das heutige Programm ergänzen werden.

Einmal mehr soll es aber in der Schweiz ganz anders gehen als bei den überdimensionierten Olympischen Spielen an anderen Austragungsstätten. Viel bescheidener und günstiger, ohne teure Neubauten, mit viel tieferen Sicherheitskosten und einer ganzen begeisterten Nation im Rücken.

Über das ganze Land verteilt sollen die Wettkämpfe stattfinden. Doch warum soll die Genfer Bevölkerung nahe an Bobrennen in St. Moritz GR dabei sein, und weshalb soll man im Kanton Tessin bei Freestyle-Wettkämpfen in Laax GR mitfiebern?

Dass die Sicherheitskosten mit einem Dutzend Austragungsorten tief gehalten werden können und wenige Hundert Millionen Franken reichen sollen, während andere Olympia-Organisatoren Milliarden ausgeben müssen, scheint unrealistisch.

Warum liegt der Fokus nicht auf der Austragung von Europa- und Weltmeisterschaften in populären Sportarten? Da hat sich die Schweiz bewährt, dafür ist die Bevölkerung zu begeistern, und davon profitieren auch Tourismus und andere Wirtschaftszweige. Ohne dass das ganze Land auf den Kopf gestellt werden muss.

Aber vielleicht geht es bei den Plänen auch mehr ums Mitmachen als ums Gewinnen, damit das Olympische Feuer nie erlöschen wird.

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