Darum gehts
- Migros kämpft mit Problemen: Föderalismus, teure Fehlentscheidungen und ineffiziente Strukturen
- 600 Mio. Franken Verlust durch Tegut-Abenteuer und leeres Logistikzentrum in der Aare-Region
- Experten fordern: Migros soll Regionalfürsten entmachten und zentralisierte Entscheidungen einführen
Migros-Chef Mario Irminger ist nicht zu beneiden. Er chrampft, verkauft Sparten, entlässt Mitarbeiter – und trotzdem fährt Coop der Migros Jahr für Jahr davon. Der Hauptgrund sitzt nicht in der Zürcher Zentrale, sondern in den Regionen: ein überladenes Föderal-System mit x Präsidien, x Geschäftsleitungen, x Eitelkeiten. Während Coop längst zur Einheitsgenossenschaft verschmolzen ist, zelebriert die Migros noch immer ihre Regionalfürsten.
Das Resultat ist bekannt: In Zürich wurden mit dem Fiasko um die deutsche Kette Tegut 600 Millionen versenkt, in der Aare-Region leistet man sich ein Logistikzentrum, das jahrelang halb leer steht, in Genf sorgen Fehlinvestitionen in Essenslieferdienste für rote Köpfe und rote Zahlen.
Wann kommt die grosse Migros-Revolution?
Wer so organisiert ist, kann im beinharten Detailhandel nicht gewinnen. Die Branche braucht Tempo, Skaleneffekte, klare Entscheide – keine Gremien-Orgien über zehn Genossenschaften. Es geht auch ohne Regionalfürsten, ohne eine Armada regionaler Geschäftsleitungen, die das Gleiche machen wie die Zentrale – einfach nur langsamer und teurer. Mit Einheitsbrei hat das nichts zu tun. Vielfalt und regionale Produkte können im KI-Zeitalter zentral gesteuert werden.
Gottlieb und Adele Duttweiler gründeten die Migros, um gesunde Lebensmittel für alle erschwinglich zu machen. Diese Idee ist aktueller denn je. Wenn die Migros überleben will, muss sie sich daran erinnern – und ihre eigene Feudalordnung abschaffen. Wann kommt die grosse Migros-Revolution? Entmachtet die Regionalfürsten!