Der Staat Israel ist also «ein gemeinsames Problem der Menschheit». So sieht es Hakan Fidan, Aussenminister der Türkei. So sehen es Antisemiten von ganz rechts bis ganz links: Die Juden und deren Nation sind ein Menschheitsproblem.
Waren wir in der Geschichte – also eben erst – nicht schon mal so weit: der Jude, der Menschheitsfeind?
In der «Neuen Zürcher Zeitung» bringt Martin Meyer den heute wieder angesagten Antisemitismus auf den Punkt: «Er verweigert dem Judenstaat den Status der Zugehörigkeit zum Menschsein und stellt ihn damit auf die Stufe eines ebenso bösartigen wie unwürdigen Geschwürs, das damit ohne grosse Bedenken auch gleich noch ausgerottet werden könnte.»
Israel – der Jude unter den Nationen.
Doch Israel kämpft. Um seine Existenz. Und gegen eine Welt, die möchte, dass es endlich Ruhe gibt in diesem Kampf, der gerade jetzt im libanesischen Aufmarschgebiet der Hisbollah und im Gazastreifen der Hamas wütet. Es ist der Krieg gegen den Iran, der die Vernichtung Israels als vordringliches Staatsziel festgelegt hat.
Sowohl die libanesische Hisbollah als auch die palästinensische Hamas sind Terrortruppen des Schurkenregimes in Teheran, unablässig im Mordeinsatz für den Mullahstaat, der selbst keine gemeinsame Grenze mit Israel hat.
Israel befindet sich seit seiner Gründung im Krieg. Seine Existenz hängt davon ab, siegreich zu bleiben. Können wir uns die Schweiz Monat für Monat und Jahr um Jahr im Kriegsgetümmel vorstellen? Kann sich irgendeine europäische Nation einen fast schon achtzig Jahre währenden Überlebenskampf vorstellen?
Israel – die einsamste Nation der Welt.
Was ist der jüdische Staat inmitten von Feinden anderes als westliche Zivilisation: ein demokratischer Rechtsstaat – Freiheitskultur, wie wir Schweizer und Europäer sie leben und pflegen?
Seit Generationen beschimpft und bedroht und bekämpft, steht Israel für westliche Werte: in der Politik, im bürgerlichen Alltag – und weil es nicht anders geht, auch immer wieder militärisch. Bisher ging es nie anders.
Israel – die unbeugsame Demokratie.
Oh doch, es gibt da dieses und jenes zu bemäkeln: vom Zürcher oder Berliner Strassencafé aus, dem Hochsitz der westlichen Schiedsrichter in diesem übelsten Spiel der Weltpolitik. Darauf kaprizieren sich – genüsslich bei Matcha Latte oder Flat White – die kaum getarnten Antisemiten vor und nach ihren Solidaritätsdemos für Hisbollah und Hamas. Ihr Ruf ist unmissverständlich:
«From the River to the Sea.»
Die israelische Armee kämpft um die Existenz der jüdischen Nation. Kämpft sie untadelig? Sie kämpft auch grausam. Was anzuklagen ist. Auch zu verurteilen. Von wem? Von denen, die gezwungen sind, diesen Krieg zu führen – seit der Gründung ihres Heimatlandes.
Von den Bürgern Israels.