Ja, sie ist laut. Schon ihr Name Magdalena Martullo-Blocher hallt in den Medien wider, als sei er die Parole in einem Wahlkampf. Wenn es einen Namen gibt, der Programm ist, dann Blocher.
Und so klingt das live: «Der Bundesrat überblickt nicht mehr, was seine Leute verhandelt haben.» Oder: «Der Bundesrat gaukelt vor, wir dürften künftig bei der Erarbeitung von EU-Recht mitreden.» Schliesslich: «Selbstverständlich müssen wir die Verhandlungen zum Freihandel mit den USA gleich wieder aufnehmen.» Die Blocher-Tochter droht der Weltmacht: «Ich werde mich persönlich dafür engagieren.»
Von Bern bis Ems, von Washington bis Peking: Magdalena hat ein Wort mitzureden – wem immer es passt oder nicht. Linksgrün passt es nicht, auch in der SVP passt es nicht allen. Zu sehr ist die Chefin der Emser Werke Chefin. Die Beschreibung sitzt ihr wie ein Massanzug:
Patronne.
Genau das ist die Nationalrätin und oberste Autorität der Ems-Chemie: eine Patronne, wie die Schweiz keine zweite kennt. Sie hat ihr familiär beherrschtes Unternehmen durch manche Untiefen zu höchsten Höhen geführt. Niemand macht ihr den wirtschaftlichen Erfolg streitig, niemand den politischen – ein Frauenerfolg notabene, der linksgrünen Genderistinnen vom Hörsaal gar nicht behagt: ausgerechnet diese Rechte glänzt mit Frauenpower. Wow!
Dem Land ist wohlgetan mit der passionierten Unternehmerin, die sich der Politik nicht weniger passioniert widmet – in beiden Sphären stets die Macht im Auge. Wo sind andere von ebensolchem Format?
Christophs Tochter macht die Lücke umso sichtbarer: Die fein frisierten Firmenführer finden nicht in die Politik – in die alltäglich praktizierte Demokratie. Das parlamentarische Metier erscheint der globalen Kaste allzu handfest – zu sehr Handwerk. Man könnte sich ja Schwielen holen. Oder gar einen Imageschaden. Nur eine Frau aus ihrer Mitte scheint das nicht zu stören:
Die Blocherin.
Ihr Gewinn ist Gewinn für die Schweiz.
Zum 1. August erfüllt sie sogar Feiertagswünsche. Wer, wenn nicht sie, ist die herausragende Patriotin? Prächtig mächtig und somit für weite Teile der Schweizer Bürgerschaft ein Graus – aber doch ein unüberhörbar prominenter Teil dieser Bürgerschaft, die in ihrer Mitte mehr von ihrer Sorte braucht, mehr bürgerliche Kultur als Gegengewicht zur Erziehungskultur der Linksgrünen, einer säkularen Religion wohlbestallter Akademiker.
Man wäre ja so gerne links, wenn es das noch gäbe.
Rechts gibt es Magdalena Martullo-Blocher. Sie mag politisch anstössig erscheinen, für viele ärgerlich – im Sinne der Demokratie jedoch ist gegen diese Frau nichts einzuwenden.