Fixpreis-Debakel
Die US-Botschafterin muss sich erklären

Nach dem GPK-Bericht zum Fixpreis-Debakel sind alle Fragen offen. Callista Gingrich darf nicht länger schweigen.
Kommentieren
1/2
«Wir brauchen eine VBS-PUK», kommentiert Bundeshaus-Redaktor Raphael Rauch.
Foto: Thomas Meier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • US-Botschafterin Callista Gingrich schweigt zu Problemen und postet Schweiz-Bilder auf Instagram
  • Fixpreis-Versprechen beim F-35-Deal laut GPK-Bericht nicht eingehalten, Vertrauen erschüttert
  • F-35-Kosten explodieren, Schweiz forderte 2025 Untersuchungsausschuss zur Klärung der Vorwürfe
Raphael_Rauch (1).jpg
Raphael RauchBundeshausredaktor
Bitte melde dich für eine Teilnahme an.

Die US-Botschafterin ist die beste Tourismus-Werberin der Schweiz. Auf Instagram teilt Callista Gingrich ein Postkartenmotiv nach dem anderen – Beautyshots aus der Schweiz, hin und wieder garniert mit Bildern aus dem Vatikan, wo sie früher tätig war. Doch zu den drängenden Problemen im schweizerisch-amerikanischen Verhältnis schweigt sie eisern. Sollen wegen Donald Trump wirklich Medikamente in der Schweiz teurer werden? Und warum befriedigt der US-Präsident seine Schweiz-Obsession im Zollstreit mit faktenwidrigen Behauptungen?

Mit dem GPK-Bericht zum F-35-Deal tauchen neue Fragen auf. Warum versprach Gingrichs Vorgänger Scott Miller dem Parlament einen Fixpreis? Und weshalb behauptete der US-Verteidigungsattaché noch im August 2022, also Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und nachdem die Rüstungspreise durch die Decke gegangen waren, alles sei in bester Ordnung? Machen die Amis einfach, was sie wollen – und nutzten schamlos aus, dass die Schweiz völlig naiv verhandelt hat und tatsächlich daran glauben wollte, eine «Sister Republic» zu sein und als einziges Land der Welt einen Fixpreis von Uncle Sam zu erhalten?

Das Vertrauen in die US-Regierung ist erschüttert. Es wird Zeit, dass sich die Botschafterin öffentlich erklärt, statt nur Schönwetter-Fotos zu posten. Aus dem Schneider sind andere damit nicht. Das bürgerliche Lager im Parlament liess sich einlullen und glaubte an einen Fixpreis, den es nie gab. Statt Alarm zu schlagen, machte sich die Kanzlei Homburger zum nützlichen Idioten. Hinzu kommen ein Generalsekretariat des VBS und ein Gesamtbundesrat, die im Blindflug unterwegs waren. Da auch die übrigen VBS-Projekte stottern und der GPK-Bericht mehr Fragen als Antworten liefert, bleibt ein Appell vom Januar 2025 aktuell: Wir brauchen eine VBS-PUK!

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen