Familie Felber stellt ihr Leben auf Mallorca vor
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«Umzug war sehr schwer»:Die Felbers zeigen, wie sie auf Mallorca leben

Schweizer Familie verwirklicht sich ihren Traum auf Mallorca
«Wir sind nicht so von Geld und Leistung getrieben»

Das Ehepaar Doris (54) und Rolf Felber (54) aus Breitenbach SO ist mit beiden Kindern nach Mallorca ausgewandert und lebt auf der beliebten Insel, auf der andere Ferien machen.
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Über Jahre hat das Ehepaar Felber mit seinen Kindern Roy und Amelie Ferien auf Mallorca verbracht. Doris Felber lebte in jungen Jahren bereits zwei Jahre auf der Insel.
Foto: Zvg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Familie mit zwei Kindern ist seinem Traum gefolgt und nach Mallorca ausgewandert
  • Für 295'000 Franken haben sie auf Mallorca ein kleines Haus gekauft
  • Mit mehreren Jobs verdienen sie sich auf Mallorca ihren Lebensunterhalt
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Corine Turrini FluryRedaktorin Wohnen

Jahrelang hat Familie Felber aus Breitenbach SO mit den Kindern Roy (17) und Amelie (16) Ferien auf der Baleareninsel Mallorca verbracht. In jungen Jahren lebte und arbeitete Doris Felber zwei Jahre auf Mallorca und spricht daher Spanisch. Sie war die treibende Kraft für die Auswanderung 2023.

«Es hat sich seit meinem Aufenthalt damals viel geändert. Die Kosten sind höher, aber die Löhne etwa gleich tief», sagt Doris Felber. Das hinderte das Ehepaar nicht, den langgehegten Traum für die Auswanderung nach Mallorca umzusetzen. «Wir haben uns bei jedem Aufenthalt auf Mallorca zu Hause und wohlgefühlt. Die Gelassenheit und Freundlichkeit der Menschen, die Natur, viel Sonne und wenig Regen, das mögen wir. Hier ist eine unbeschreibliche Energie, aber auch Ruhe», sagt Rolf Felber. 

Homeschooling für Kinder

Dennoch hat das Ehepaar mit der Auswanderung länger gezögert. «Vor allem wegen unserer schulpflichtigen Kinder. Wir hatten Bedenken wegen der Schule und ihrer Ausbildung», sagt Vater Rolf Felber. Ausschlaggebend, dass die Familie den Auswanderungsplan doch früher umsetzte, war die Zeit von Corona. «Da haben die Kinder auch online gelernt und hatten Homeschooling. Sie waren sogar motivierter und lernten gut», sagt Mutter Doris Felber.

Ein Todesfall im engsten Umfeld der Familie zu dieser Zeit war ein weiterer Faktor, der für das Ehepaar grundlegende Lebensfragen aufkommen liess. Das schmerzliche Bewusstsein, wie schnell durch Schicksalsschläge das Leben enden und nichts mehr nachgeholt werden kann. Das Leistungsdenken, Neid und Missgunst in der Schweiz machten Felbers zunehmend Mühe. Doris Felber: «Wir sind nicht so von Geld und Leistung getrieben. Für uns zählen auch noch andere Werte. Wir wollten mehr gemeinsame Zeit als Familie, statt nur viel zu arbeiten, um Rechnungen zu bezahlen.» 

Bezahlbares Haus an der Südostküste

«Wenn nicht jetzt, wann dann?», fragten sich die Eltern und konkretisierten ihren Plan mit der Suche nach einer Wohnung oder einem Haus auf Mallorca, Arbeitsmöglichkeiten für sich und Schullösungen für Amelie und Roy. Die Begeisterung der beiden Teenager für die Auswanderung war bescheiden. Die Vorstellung, ihre Kolleginnen und Kollegen zurückzulassen, war für sie schwierig. «Die Reisezeit von der Schweiz nach Mallorca ist kurz, das war auch mitentscheidend für Mallorca, damit wir Kontakte mit Familie und Freunden aus der Schweiz weiterpflegen können», sagt Doris Felber. Ihr grosszügiges Einfamilienhaus mit dem eigenen Kosmetikstudio, das Doris im Haus hatte, haben Felbers verkauft und sich in einer kleinen Überbauung mit Gemeinschaftspool für 295'000 Franken in Calas de Mallorca, an der Südostküste ein Haus mit einem Studio für Gäste im Obergeschoss gekauft. Der Touristenort liegt zwischen Porto Cristo und Portocolom.

Sieben Wohneinheiten und ein Gemeinschaftspool hat die kleine Siedlung, die ruhig gelegen ist. Zur Stadt Manacor mit Restaurants, Cafés, Bars und Einkaufsmöglichkeiten sind es etwa 15 Minuten, zum Flughafen rund 50 Minuten. Der nächste Strand sowie einige der schönsten Buchten mit kristallklarem Wasser sind in Gehdistanz. Die Schweizer sind aber eher selten am Strand. «Am Meer sind wir vor allem ausserhalb der Touristensaison von Oktober bis Mai», sagt der Vater. Ausflüge in die Natur und Wandern liegen ihnen mehr als Ballermann und Partys. Besonders im Frühling und im Herbst sei die Landschaft sehr schön und die Temperaturen auf der Insel angenehm, findet das Ehepaar. «Wir sind auch oft und gern zu Hause, wenn wir nicht arbeiten und keine Termine haben», sagt Rolf Felber, der in der Schweiz zuletzt als Schulhausabwart tätig war. 

Herausforderungen und Projekte in der neuen Heimat

Mallorca ist für die Familie nicht mehr Ferien, sondern Alltagsleben. Da gehört auch Schule, Arbeit und Geldverdienen dazu. «Der Start auf Mallorca war schwieriger als erwartet. Hier hat niemand auf uns gewartet. Schweizer Arbeitszeugnisse und Diplome interessieren niemanden. Man muss einfach flexibel sein», erklärt Rolf Felber. Eine Anstellung für Unterhaltsarbeiten hatte er von Anfang an, die Aufträge sind aber unregelmässig. Ein Zusatzeinkommen von Frühling bis Herbst hat er als Junioren-Fussballtrainer im Fussicamp in Cala Millor, wo er von Montag bis Freitag Kinder zwischen sechs und 16 Jahren am Vormittag trainiert. «Mir macht Fussball mit den Kids Spass und mit dem Roller sind es nur knapp 20 Minuten von uns zu Hause bis zum Trainingsgelände», sagt der ehemalige Hobbykicker mit Trainerdiplom.

Auch die Ehefrau musste feststellen, dass sie als Visagistin in der neuen Heimat zu wenig Einsätze hat. Ihr Hobby mit Schmuckkreationen sowie Stil- und Modeberatung baut sie sich momentan als Business auf und verdient als Tiersitterin und -pflegerin noch etwas dazu. «Streunende unkastrierte Katzen sind hier ein Problem. Da engagiere ich mich ebenfalls gern. Ich habe ein bisschen ein Helfersyndrom», sagt die Tierliebhaberin lachend. Es sei auf Mallorca nicht aussergewöhnlich, dass man mehrere Jobs habe, erklärt das Schweizer Paar. Neben den Jobs lernen auch die Eltern immer wieder neu dazu, absolvieren Onlinekurse und Schulungen und erweitern ihren Horizont.

«Wir haben trotz allem mehr Zeit zusammen und realisieren gemeinsame Ideen und Projekte als Familie.» Zuletzt ein Online-Tippspiel für die Fussball-WM 2026. Den Erlös haben Felbers Natur- und Tierschutzorganisationen gespendet. Für die Fussball-WM 2027 der Frauen planen sie eine Neuauflage ihres Tippspiels. 

Neue Chancen und Möglichkeiten für die Kinder

Auch Amelie und Roy sind längst happy in der neuen Heimat. Online mit Lehrplan, Prüfungen und Zeugnis absolvieren sie die Schule zu Hause, so wie sie sich das aus der Coronazeit in der Schweiz gewohnt waren. Roy hat bereits seinen Schulabschluss, Amelie ist noch dran. Beide Kinder sprechen Spanisch und Englisch, haben neue Freunde gefunden und sehen, welche Möglichkeiten für ihre Träume sich ihnen in der neuen Heimat bieten. Seinem Traum von einer Motorsport-Karriere ist Roy auf Mallorca nähergekommen und ist seit diesem Jahr in einem Profiteam. Roy Felber: «Die Auswanderung war zuerst ein Schock, aber die Chance, mein Hobby zum Beruf zu machen, hätte ich in der Schweiz nicht gehabt.» Wenn Roy nicht selber trainiert und Meisterschaftsrennen fährt, verdient er sein Geld als Mechaniker im Profiteam. Dazu verdient er noch etwas Geld als Poolreiniger in der Siedlung. «Das reicht nicht für diesen teuren Sport und wir können ihm nicht alles finanzieren. Er muss sich dafür zusätzliche Sponsoren suchen», sagt der Vater.

Amelies Traum ist eine Schauspielkarriere. Sie besucht eine Schauspielschule, ist als Synchronsprecherin im Einsatz und möchte nach dem Schulabschluss eine professionelle Schauspielakademie besuchen. Amelie Felber: «Der Wegzug aus der Schweiz war krass und ich konnte mir nicht vorstellen, hier zu leben. Heute bin ich froh, dass ich mir hier mein neues Leben aufbauen kann und möchte nicht mehr zurück.» 

Temporäre Winterzeit in der Schweiz

Vorübergehend werden Felbers diesen Winter in die Schweiz zurückkehren und im Skigebiet Samnaun arbeiten, bevor es im Frühling zurück nach Mallorca geht. Amelie wird in Samnaun ein Praktikum in einem Hotel absolvieren, Roy wird als Skilehrer tätig sein, Papa in einem Sportgeschäft als Servicemann und Mutter Doris wird im Verkauf arbeiten. So können sie gemeinsam die Familienkasse in den Wintermonaten wieder aufbessern und gleichzeitig können die Kinder für ihre berufliche Laufbahn neue Erfahrungen sammeln. «Wir unterstützen die Talente und Leidenschaften unserer Kinder. Wir möchten ihnen ermöglichen, dass sie sich beruflich und persönlich weiterentwickeln können», sagt die Mutter. 

Felbers bereuen ihre Auswanderung nicht, selbst wenn sie auch die Schattenseiten im sonnigen Ferienparadies kennengelernt haben. Sie fühlen sich auf Mallorca heimisch, haben Freundschaften geschlossen und sind sich einig, dass die Auswanderung sie als Familie noch enger zusammengeschweisst hat. Rolf Felber: «Wir verdienen hier weniger Geld, dafür haben wir mehr Lebensqualität und Familienzeit.» 

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