Darum gehts
- Bauer Jak Meier sucht Mitbewohner für WG im Stöckli bei Bülach
- Grosses Zimmer mit eigenem Bad
- Jak Meier wünscht sich Gesellschaft nach Tod seiner Frau
Vögel zwitschern, Hufe klappern, Knospen spriessen – ein hübscher ländlicher Ort in der Nähe von Bülach ZH. Hier könnte bald das neue Zuhause für Wohnungssuchende sein. Kein Wunder ist das Interesse an einem Beitrag auf den sozialen Medien für eine Bauernhof-WG auf dem Rheinsberghof gross. Das liegt aber nicht nur an der schönen Lage und dem Hof, sondern auch am symhathischen Bild von Bewohner Jak Meier (89) und dem Gedanken hinter der geplanten Wohngemeinschaft. «Es haben sich wahnsinnig viele Leute gemeldet mit total herzigen Anfragen, und einige Interessierte waren schon zur Besichtigung da. Dieses grosse Interesse hat uns überrascht», sagt Yvonne Bont. Sie ist die jüngste Tochter von Jak Meier und wohnt mit ihren erwachsenen Söhnen im Haupthaus auf dem etwas abgelegenen Bauernhof. In Absprache mit ihrem Vater hat sie den Beitrag auf den sozialen Medien gepostet und sucht auf diesem Weg per sofort eine Person - oder mehrere –, die bei ihrem «Paps» in einer WG im Stöckli leben möchten.
Probewohnen zum Kennenlernen
Im September 2025 ist Jak Meiers Ehefrau nach Krankheit zu Hause verstorben. «Als klar war, dass es keine Heilung mehr gibt, haben wir sie vom Krankenhaus zu uns nach Hause geholt», erzählt der Landwirt bei einem Kaffee in seinem Garten. 60 Jahre waren Jak und Nelli verheiratet und haben ihre drei Kinder auf dem Bauernhof grossgezogen. Tochter Yvonne hat den Hof mit Reitbetrieb und Pferdepension 2003 übernommen, und ihre Eltern sind ins kleinere Stöckli gezogen. Wobei klein untertrieben ist. Meier bewohnt ein Zimmer mit kleiner Küche im Erdgeschoss. Ein grosses Wohnzimmer mit offener Küche ist ebenfalls im Erdgeschoss sowie ein weiteres grosszügiges Schlafzimmer mit eigenem angrenzenden Bad und Dusche. Dieses Zimmer mit Bad soll jetzt für etwa 1200 Franken vermietet werden. Zusätzlicher Platz im grossen Dachgeschoss, die grosse Küche, das Wohnzimmer sowie der Garten mit Sitzplatz dürfen mitgenutzt werden. «Der Preis kann verhandelt werden und steht nicht im Vordergrund», sagt Yvonne Bont. Viel wichtiger sei der Gemeinschaftsgedanke, gegenseitige Sympathie, die Liebe zur Natur und fürs Landleben. Idealerweise würde jemand zuerst ein paar Tage auf Probe im Stöckli wohnen, um sich kennenzulernen, finden Vater und Tochter. Yvonne Bont stellt klar: «Mein Vater braucht keine Pflege oder Haushalthilfe. Er kann den Alltag selbst bewältigen, und wir sind auch da und unterstützen wo nötig.»
Führerschein von Vorteil
Das ist ganz im Sinn von Jak Meier. Ob jung oder alt, Einzelperson, Ehepaar oder Alleinerziehende mit Kind spielt ihm keine Rolle. «Wenn nochmals Kinder bei uns auf dem Hof wohnen würden, wäre das auch schön. Platz haben wir», sagt er. Bis vor zwei Jahren hat er auf dem Hof noch selbst mitgeholfen. Nach einer Lungenembolie fehlt ihm dafür jetzt die Puste, und schwer heben darf er nicht mehr. Die Freude an der Landwirtschaft und den Tieren ist aber geblieben. Er beschreibt sich als gesellig, ist offen und humorvoll, interessiert an Sport und am Weltgeschehen, auch wenn sein Bewegungsradius eingeschränkt und er seltener und nur noch in Begleitung unterwegs ist für gelegentliche Besuche bei Kollegen oder zum Einkaufen. «Meine Augen sind auch nicht mehr so gut, darum habe ich meinen Fahrausweis abgegeben.» Es wäre daher von Vorteil, wenn jemand mit Führerschein bei ihm einzieht - auch weil der Hof nicht gut mit dem ÖV erreichbar ist. Zum Essen ist der aufgeschlossene Rentner viermal die Woche bei Tochter Yvonne und den beiden erwachsenen Enkeln. Ein Kollege eines Enkels wohnt ebenfalls dort. «Darum kennt mein Vater auch ein bisschen das WG-Leben. Er ist gern bei uns mit dabei und fand nach dem Tod meiner Mutter, dass er in seinem Stöckli auch gern eine WG möchte. Er ist einfach gern in Gesellschaft», so Tochter Yvonne Bont.
Freude an Blumen und am Landleben
Gesellschaft – das fehlt Jak Meier seit dem Tod seiner Ehefrau manchmal. «Wieder mehr Leben im Haus wäre schön», sagt der Witwer. Tochter Yvonne arbeitet Teilzeit auswärts, und auch die Enkel sind berufstätig und haben ihr Leben. Jemand, der mit ihm am Abend bei einem Glas Wein plaudert oder ihm beim Essen gelegentlich Gesellschaft leistet, wäre sein Wunsch. «Wenn jemand kochen kann, wäre das auch toll», sagt Bauer Meier. Für sich allein kocht er selten und wenn, dann eher bescheiden. Meistens Fleischkäse, Spiegelei und Rösti. Was er sonst noch vermisst und sich wünscht? «Wieder Blumen am Haus und im Garten. Das hat meine Frau immer so schön gemacht.» Wer also das Landleben schätzt und Freude am Garten hat, könnte auf dem Rheinsberghof bei Bauer Meier schon bald ein neues Zuhause finden. Und Jak Meier kann in neuer Gesellschaft seinen Garten mit neuen Blumen und Blüten und einem Glas Wein geniessen.