«Bringe es nicht übers Herz Blumen auszureissen»
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Familie schafft Gartenparadies:«Schaffe es nicht, Blumen auszureissen»

Aktion «Offener Garten» – Judith Willen öffnet ihr privates Gartentor in Wynigen BE
Vom Familiengarten zum Gartenparadies

In Wynigen BE konnte Ehepaar Willen mit den beiden Kindern im Jahr 2000 ein Haus mit Garten kaufen. Was ein typischer Familiengarten mit Sandkasten und Spielwiese war, ist ein Gartenparadies geworden. Am Wochenende öffnet Judith Willen das Gartentor zum Privatgarten.
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In Wynigen BE konnte Familie Willen mit ihren beiden Kindern im Jahr 2000 dieses prächtige Riegelhaus aus dem Jahr 1856 mit Garten kaufen. Aus dem Familiengarten wurde Judith Willens privates Gartenparadies.
Foto: CTF

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Aktion «Offener Garten» am Nationales Wochenende vom 13./14. Juni 2026
  • Besuch bei Judith Willen im Privatgarten in Wynigen BE
  • Inspirationen für Gartenbegeisterte
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Corine Turrini FluryRedaktorin Wohnen

Es summt und zirpt - die beiden grasgrünen Heuschrecken sind gut getarnt und kaum erkennbar auf den grünen Blumenstielen, Bienen laben sich an Blütenstempeln auf dem farbenprächtigen Mohn oder den zarten Rosenblüten. Mittendrin zwischen Blumen, Zwiebeln und Sträuchern strahlt Judith Willen mit leuchtenden Augen und erzählt von ihrer Gartenleidenschaft und ihrem etwas wilden, aber charmanten Gartenparadies in Wynigen BE. 

Familiengarten im Wandel über die Jahre

Es ist Judith Willen deutlich anzumerken, wie sie sich an der Freude der Gäste erfreut, die beim Rundgang durch ihre Gärten von der Pflanzen- und Blumenpracht mit den liebevoll inszenierten Deko-Elementen fasziniert sind. Nicht nur ihre Kinder sind gewachsen und ausgezogen, auch der Privatgarten von Judith Willen ist gewachsen, ebenso ihre Leidenschaft fürs Gärtnern. Der eigene Garten reichte ihr nicht mehr für ihre Ideen und Gartenprojekte. «Wir konnten etwas angrenzendes Brachland dazumieten. «Hier habe ich meinen Rosengarten und daneben Gemüse angepflanzt», erzählt die Mitarbeiterin der Psychiatrie-Spitex. 

Zugemietete Fläche für Gemüse und noch mehr Blumen

Selbst wenn sie von ihren Stangenbohnen, Rüebli, Kartoffeln, Blaukabis, Zwiebeln und vielem mehr erzählt, klingt es nach Schönheit. Tatsächlich ist auch ihr Gemüsegarten hübsch anzuschauen, was auch daran liegt, dass die Hobby-Gärtnerin vieles der Natur selber überlässt und sich Mohn in allen Farben dazwischen selber versamt hat und für Farbe zwischen den Beeten sorgt oder Ringelblumen und Margeriten ihre lieblichen Blüten dazwischen erheben. Dahinter ist eine blühende Ökowiese vor einem urchigen kleinen Nebengebäude, das Willens angemietet und eingerichtet haben. «Das Dach reicht fast bis zu unserem Haus und als sich die Gelegenheit geboten hat, haben wir uns entschieden, aus dem Nachbarhaus ein Ferienhäuschen für vier Personen zu machen, das wir an naturliebende Feriengäste vermieten. Inzwischen kommen Gäste aus aller Welt», sagt Judith Willen beim Interview unter dem schattenspendenden Quittenbaum, wo sie eine weitere gemütliche Sitzgelegenheit geschaffen hat in ihrem ganzjährig für Besucherinnen offenen Gartenparadies. «Ich teile einfach gern», begründet sie ihre offen zugänglichen Bereiche im Garten im ländlichen Wynigen. «Es ist eine wunderbare Symbiose», befindet sie selber, während ihr Blick durch den Garten schweift - ein Garten wie gemalt, aber ungekünstelt und natürlich. «Madame QuerBeets Garten», wie Judith Willen ihr liebevoll gehegtes Gartenparadies nennt. 

Inspirationen aus Büchern und Gartenreisen

Passender könnte der Name nicht sein. Ihr Garten ist ein Mix von Nutz-, Natur- und Ziergarten. Ein ländlicher Dorf- und Cottagegarten mit Rosen, Stauden, Bäumen, Sträuchern und Hecken sowie romantischen Lauben und Pavillons und Trouvaillen, die sie oft von Reisen mitbringt. Liess sich Willen in ihren Anfängen als Hobbygärtnerin vor allem aus Büchern inspirieren, unternimmt sie seit einigen Jahren lieber Gartenreisen mit ihrer Mutter oder der Schwester. Als Gartenfachfrau sieht sie sich nicht und es gelang ihr auch nicht alles auf Anhieb. Sie kenne bis heute auch nicht alle korrekten Namen ihrer Pflanzen, erklärt sie lachend. «Als ich die ersten Rosenbäumchen einfach in die Wiese in unserem Garten pflanzte, schauten die Nachbarn verwundert und etwas belustigt», sagt Willen lachend. Mit der Erfahrung über die Jahre blühen in ihrem Rosengarten verschiedene Rosensorten oder Ranken sich um den Torbogen im Privatgarten. «Ich mag besonders neue Züchtungen von Rosen», sagt Willen. Die Führung durch Willens Gärten ist ein kurzweiliger Augenschmaus, mit lustigen Anekdoten und Erklärungen der Gartenliebhaberin. Immer wieder finden sich irgendwo überraschende Skulpturen, Nischen und Deko-Elemente hübsch inszeniert, wie ein Bad mit Spiegel und nostalgischem Lavabo im Freien oder dem Kronleuchter am Quittenbaum. 

Lieblingsplätze und Leidenschaft

Fragt man sie über den Aufwand und die Gartenarbeit, stellt sie klar, wer im Gartenreich das Sagen und die Verantwortung hat. «Das mache ich selber. Ich lasse niemanden an meinen Garten. Nicht, dass jemand noch aus Versehen etwas ausreisst, weil er es für Unkraut hält», sagt sie lachend. Ehemann Simon Willen unterstützt aber die Gartenleidenschaft seiner Ehefrau und packt, wo nötig, mit an, genauso wie Sohn Lars, der gelernte Landschaftsgärtner. «Bei den Kieswegen haben sie mitgeholfen oder beim Schneiden der Bäume hole ich mir manchmal Unterstützung.» Für Judith Willen ist der Garten keine Arbeit, es ist ihre Passion und die Ideen scheinen ihr nie auszugehen. Zwei ausrangierte Türen von ihrer Schwester waren einst die Basis für ein von Clematis umwachsenes Gartenhäuschen, das ihr Vater selber aufgebaut und die alten Türen wieder montiert hat. «Ein wunderbares Schattenplätzchen in unserem Privatgarten, das wir im Sommer gern nutzen, weil es angenehm kühl ist», sagt Judith Willen. Ein Lieblingsplatz von Madame QuerBeet ist direkt vor ihrem alten Riegelhaus: am grossen Holztisch unter der Pergola, die im Frühling von Blüten der alten Glyzinie überwachsen ist. Hier sitzt Judith Willen gern mit ihrem Ehemann und Hund Sam. Sie ist selber immer wieder fasziniert von all den Grüntönen der Pflanzen in ihrem kleinen Gartenparadies. «Die unterschiedlichen grünen Farbnuancen, Texturen, Formen und Grössen von Blättern der Pflanzen im Garten mag ich sehr.» 

«Offener Garten» am Wochenende

Am nationalen Wochenende «offener Garten» am 13. und 14. Juni steht wie vielerorts in der Schweiz auch die Gartentür zum Privatgarten der Familie Willen in Wynigen wieder offen für Gartenbegeisterte. Judith Willen ist bereits im fünften Jahr beim Aktionstag dabei und freut sich wieder auf gartenbegeisterte Besucherinnen und Besucher in ihrem privaten Gartenparadies. Judith Willen: «Fachsimpeln und Austausch mit Gleichgesinnten macht mir Freude und mich inspirieren Gartenbesuche auch selber immer wieder.»

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