Darum gehts
- Frühlingsanfang bringt längere Tage auf der Nordhalbkugel
Der kalendarische Frühlingsbeginn richtet sich nach dem Sonnenstand
- Der astronomische Frühling dauert genau drei Monate bis 20. Juni
Damit werden auf der Nordhalbkugel die Tage wieder länger. Theoretisch vergehen zum Frühlingsanfang am 20. März auf der ganzen Erde jeweils etwa zwölf Stunden zwischen Sonnenauf- und -untergang. Allerdings hängt die tatsächliche Dauer stark von der Topografie ab: Berge, Häuser oder Bäume können den lichten Tag verkürzen.
Ist der Horizont dagegen völlig frei, dauert der Tag am Frühlingsanfang bereits etwas länger als zwölf Stunden. Das liegt zum einen an der Wahrnehmung: Die Sonne erscheint nicht als Punkt, sondern als Scheibe. Zum anderen wird ihr Licht in der Atmosphäre gebrochen und zur Erdoberfläche hin abgelenkt.
Der Tag ist länger als zwölf Stunden
Frühlingsanfang ist eine Frage der Perspektive: Für Astronominnen und Astronomen beginnt der Frühling 2026 am 20. März. Für Meteorologinnen und Meteorologen hat er bereits am 1. März begonnen. Und für die Biologie ist der Frühlingsbeginn nicht nur von Jahr zu Jahr unterschiedlich, sondern variiert auch je nach Standort.
Um den Frühlingsanfang herum ist sowohl am Süd- als auch am Nordpol eine besondere Situation zu beobachten: Die Sonne steht jeweils halb über dem Horizont. Am Nordpol beginnt mit dem Frühlingsanfang die Zeit der Mitternachtssonne, die rund sechs Monate andauert – bis kurz nach dem astronomischen Herbstanfang. Am Südpol hingegen beginnt die Polarnacht, die ebenfalls etwa ein halbes Jahr dauert.
Warum beginnt der Frühling nicht am 21. März?
Astronomisch gesehen beginnt der Frühling mit der Tag-und-Nacht-Gleiche – exakt zu dem Zeitpunkt, an dem die Sonne senkrecht über dem Äquator steht. Im Jahr 2026 fällt dieser Moment auf den 20. März um 21:24 Uhr (MEZ).
In der mitteleuropäischen Zeitzone liegt der Frühlingsanfang heute meist am 20. März. Das war jedoch nicht immer so und wird auch künftig variieren. Der genaue Zeitpunkt hängt unter anderem vom Abstand zum letzten Schaltjahr und von der Zeitzone ab. Daher kann der astronomische Frühlingsanfang auch auf den 19. oder 21. März fallen.
Bis ins frühe 20. Jahrhundert begann der Frühling häufig am 21. März. Seit den 1980er-Jahren kommt dieses Datum nur noch selten vor. Zuletzt fiel der Frühlingsanfang 2011 auf den 21. März; das nächste Mal wird dies erst 2102 wieder der Fall sein. Grund dafür ist unter anderem die besondere Schaltjahrregel im Jahr 2100, bei der ein Schaltjahr ausgelassen wird. Bis dahin wird der Frühlingsbeginn gelegentlich auch schon auf den 19. März fallen – das nächste Mal im Jahr 2048.
Frühling aus biologischer Sicht
Die Biologie definiert den Frühling über den Entwicklungsstand der Pflanzen, die sogenannte Phänologie. Der phänologische Kalender kennt zehn Jahreszeiten, die nicht an feste Daten gebunden sind. Ihr Beginn richtet sich nach Blüte, Fruchtreife oder Blattfärbung bestimmter Pflanzenarten und hängt somit vom Wetter sowie von Standort und Höhenlage ab.
Für den Frühling unterscheidet man drei Phasen: Vorfrühling, Erstfrühling und Vollfrühling. Der Vorfrühling beginnt mit der Blüte von Schneeglöckchen, Krokussen und Schlüsselblumen. Im Erstfrühling blühen unter anderem Veilchen, Buschwindröschen und Forsythien. Der Vollfrühling ist durch die Blüte von Apfelbäumen und Flieder geprägt und endet mit der Himbeerblüte.
Der Frühling dauert drei Monate
Der astronomische Frühling dauert etwa drei Monate. Im Jahr 2026 endet er am mit der Sommersonnenwende. Dann erreicht die Sonne ihren nördlichsten Stand am Himmel (etwa 23° 26′ nördlicher Breite), und dieser Tag ist der längste auf der Nordhalbkugel.