Foto: Thomas Meier. Zürich, 09.10.21. Patrizia Fontana: Sie gilt als «Queen of Pasta», seit über dreissig Jahren einen italienischen Feinkostladen mit eigener Pastamanufaktur in Zürich, jetzt gibt sie Kochbuch raus.
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«Pasta kann man immer essen»:Patrizia Fontana macht seit 32 Jahren Pasta-Spezialitäten

Signora Ravioli
Sie erklärt, wie man richtig Pasta macht

Hauchdünn muss der Teig sein, die Füllung saisonal und die Sauce nicht zu aufdringlich: Patrizia Fontana verwöhnt Feinschmecker seit über 30 Jahren mit handgemachter Pasta. Gelernt hat sie das Handwerk bei ihrer Mutter und gibt es an ihre Tochter weiter.
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Foto: Thomas Meier. Zürich, 09.10.21. Patrizia Fontana: Sie gilt als «Queen of Pasta», seit über dreissig Jahren einen italienischen Feinkostladen mit eigener Pastamanufaktur in Zürich, jetzt gibt sie Kochbuch raus.
Foto: Thomas Meier
Katja Richard

Liebevoll streichen ihre Finger durch die Tagliatelle, soeben frisch ausgerollt und in feine Streifen geschnitten. «Es lohnt sich nicht, bei der Pasta zu sparen», sagt Patrizia Fontana. «Da gibt man sich so viel Mühe mit der Sauce, und dann nehmen viele irgendwelche Nudeln dazu. Das ist doch schade.»

Denn wo Patrizia Fontana herkommt, spielt Pasta die Hauptrolle, die Sauce wird darauf abgestimmt: Seit über dreissig Jahren führt die Tochter italienischer Einwanderer einen Feinkostladen mit eigener Pastamanufaktur. Täglich ist alles frisch und handgemacht. Wie das geht, das hat sie bei ihrer Mutter, ihren Tanten und deren Freundinnen aus Norditalien gelernt. «Sie konnten den Teig unheimlich dünn von Hand auswallen. Stundenlang wickelten wir die Cappelletti um die Finger und legten sie auf Holzbretter zum Trocknen.» In der Weihnachtszeit war die ganze Wohnung voll damit. «Dabei wurde viel gelacht und gesungen», erinnert sich Fontana. «Später wagten Mutter und ich uns an Ravioli mit verschiedenen klassischen Füllungen, dabei blühten wir total auf.»

Erinnerungen aus Nonnas Küche

Aufgeräumt ist die Stimmung auch in der Ladenküche, wo gleich mehrere Frauen und Männer fleissig Ravioli, Nudeln, Lasagne, Gnocchi sowie die hausgemachten Saucen zubereiten. Das Kneten übernimmt eine Maschine. «Aber sonst bleibt alles gleich», so Fontana. Neugierig auf die Vorgänge in der Küche war sie schon als kleines Mädchen, ihre Eltern lebten und arbeiteten in Aarau, während sie bei ihrer Nonna am Gardasee in Italien blieb. «Da gab es noch kein fliessend heisses Wasser, fürs Kochen wurde mit Feuer eingeheizt. Zeit, um frische Pasta zu machen, hatte meine Grossmutter nicht, es gab eher Risotto.» Ihre liebste Erinnerung aus Nonnas Küche: «Kürbisblüten, die sie in einem süssen Teig frittierte. Den Geschmack vergesse ich nie.»

Gemeinsames Abendessen als Ritual

Für die Schule kam sie in den Aargau zurück, machte eine Handelsmatura. Kaum war sie als 25-Jährige nach Zürich gezogen, lernte sie Boris Blank kennen. Mit dem Yello-Musiker ist sie bis heute verheiratet, er kommt jeden Abend in den Genuss ihrer Kochkunst. «Das gemeinsame Essen ist ein Ritual für uns.» Auch Tochter Olivia sitzt oft noch mit am Tisch. «Pasta gibts allerdings nur einmal die Woche», so Fontana. Schliesslich bietet die Küche aus der Toskana, Emilia-Romagna und dem Veneto weitaus mehr. Über hundert ihrer erprobten Rezepte gibt Fontana jetzt als Kochbuch heraus.

Die Leidenschaft fürs Kulinarische hat sich auch auf die jüngste Generation der Fontana-Frauen übertragen: Tochter Olivia führt seit zwei Jahren das neue Lokal La Fontana.

«La Mia Cucina» von Patrizia Fontana in Zusammenarbeit mit dem Echtzeit Verlag, 48 Franken.

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