Uckermark – das Land der tausend Seen
Wasser, Wald und nichts los: Die Uckermark nordöstlich von Berlin zählt nicht nur zu den strukturschwachen, sondern auch zu den am dünnsten besiedelten Regionen Deutschlands – ideal für alle, die Ferien abseits von Lärm und Massen verbringen wollen.
Das sanft gewellte Land ist gespickt mit hunderten Seen, ähnlich der bekannten Mecklenburgischen Seenplatte – nur ohne den Rummel. Hier kann man stunden- oder tagelang mit dem Kanu oder Stand-up-Paddle unterwegs sein, baden, angeln und sich auf einem Hausboot einquartieren.
Klassische Sehenswürdigkeiten findet man in der Region an der polnischen Grenze kaum, dafür herzige Dörfern. Die Uckermark ist ein Landstrich zum Entspannen in der Natur. Nebst der Seenlandschaft weist die Region grossen Waldgebiete auf. Das eindrücklichste ist der Buchenwald Grumsin, der zum UNESCO-Welterbe zählt.
Hassberge – Burgen, Wein und erstaunlich wenige Gäste
Franken im Nordwesten Bayerns ist keine Massentourismusregion – auch wenn die Städte Nürnberg, Bamberg und Rothenburg ob der Tauber auch im Ausland bekannt sind. Eine Teilregion, in der sich fast gar keine internationalen Gäste tummeln, sind die Hassberge zwischen den Städten Schweinfurt und Bamberg. Dabei findet man hier alles, was man während Ferien in Süddeutschland sucht: schnuckelige Fachwerkdörfer, Weinberge, eine liebliche Natur und Burgen und Schlösser (fast) hinter jeder Kurve.
Am besten schlägt man sein Basislager in einem der mittelalterlichen Dörfer am Main auf, dann sind es nur ein paar Meter zu den fränkischen Weingütern, die an den sonnenbeschienenen Hängen Riesling und Silvaner produzieren. Sehr schön ist der Ort Zell am Main mit einem intakten Fachwerk-Ortsbild. Tipp: Anfang August findet hier immer das Weinfest statt, und im Herbst öffnen die Winzer ihre Heckenwirtschaften. Ein Glas Silvaner, dazu eine deftige Vesperplatte – mehr braucht man kaum zum Glücklichsein.
Für etwas Abwechslung tourt man durch die bergige, bewaldete Landschaft und besichtigt mittelalterliche sowie barocke Burgen und Schlösser. Wer es gerne aktiv mag, kann tagelang auf verschiedenen Wanderwegen das Land erkunden.
Lust auf Wellness? Am Nordrand der Hassberge befindet sich das Thermalstädtchen Bad Königshofen mit grosser Bäder- und Wellnessanlage.
Greiz – zwei Schlösser und trotzdem kaum bekannt
Die östlichen Bundesländer leiden derzeit unter schlechter Presse: Seit dem Aufstieg der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) liest man allerhand Negatives über die ehemalige DDR. Dabei geht meist vergessen, dass der Osten eine wunderschöne Reisedestination ist und noch viele unbekannte Schätze zu bieten hat, wie beispielsweise das thüringische Städtchen Greiz.
Einst reich geworden durch die Textilproduktion, haben sich im Zentrum viele herrschaftliche Gebäude aus der Gründerzeit und dem Jugendstil erhalten. Plus zwei Schlösser: zum einen das klassizistische Sommerpalais, das an französische Schlösser des 18. Jahrhunderts erinnert und inmitten eines herrlichen Landschaftsparks steht. Zum anderen erhebt sich auf einem Felsplateau oberhalb der Stadt das sogenannte Obere Schloss aus der Renaissance.
Für ein Wochenende bietet Greiz einen passenden Sehenswürdigkeiten-Mix: Durch herrschaftliche Strassen flanieren, in einem Café Zeit vertrödeln, durch den Landschaftspark spazieren und zwischendurch ein Schloss besichtigen.
Greiz liegt im hügeligen Vogtland, das sich gut zum Wandern und Velofahren eignet. Tipp: Die etwa dreistündige Wanderung «Weg der Aussteiger» führt zu historischen Industriestandorten und Wohnhöhlen zweier Aussteiger.
Hunsrück-Hochwald – Der wilde Westen zwischen Mosel und Rhein
Auf der einen Seite die Mosel mit ihren berühmten Weinorten, auf der anderen der romantische Rhein mit seinem UNESCO-Welterbe und der sagenhaften Loreley. Und dazwischen? Liegt der Hunsrück – eine Mittelgebirgslandschaft, in der kaum jemand Halt macht. Dabei lohnt sich der «Umweg». Denn die der Hunsrück ist ein Schatzkästchen mit bewaldeten Höhenzügen, kleinen Dörfern, tief eingeschnittenen Bachtälern und weiten Hochflächen. Der schönste und wildeste Fleck der Region ist der Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Geschützt werden vor allem alte Buchenwälder und Moorlandschaften.
Sechs Wanderwege, die sogenannten Traumschleifen, schlängeln sich durch das Naturschutzgebiet. Mit einer Länge von bis zu 12 Kilometern sind die Rundwege gut an einem halben Tag zu schaffen und mit etwas Glück begegnet man einer Wildkatze, die sich in den Wäldern sehr wohl fühlt. Eine Besonderheit für Geschichtsfans ist der gewaltige Ringwall von Otzenhausen, den die Kelten vor mehr als 2000 Jahren errichteten.
Tipp: Am Rande des Hunsrücks liegt die Stadt Idar-Oberstein, die für ihre Schmuckherstellung mit Diamanten und Edelsteinen bekannt ist. Hier findet man nicht nur das Deutsche Edelsteinmuseum, sondern ergattert mit etwas Glück auch das eine oder andere Schmuckschnäppchen im Factory-Outlet.
Bliesgau – Deutschlands unbekanntes Biosphärenland
Das Saarland gehört nicht zu den klassischen Ferienzielen Deutschlands. Noch weniger bekannt ist der Bliesgau ganz im Südosten des Bundeslands, direkt an der Grenze zu Frankreich – obwohl die UNESCO ihn bereits 2009 als Biosphärenreservat ausgezeichnet hat. Besonders schön ist die Region im späten Frühling und Frühsommer. Dann blühen auf den Kalkwiesen Abertausende Orchideen; laut deutscher UNESCO-Kommission stammen nahezu die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Orchideenarten von hier. Dazu führen Wander- und Radwege durch Streuobstwiesen, entlang des namensgebenden Flusses Blies und durch kleine Wälder.
Zur Stärkung nach einem Tag in der Natur geht es in eines der vielen Gasthäuser. Wie wäre es mit dem Kartoffelgericht Dibbelabbes, das etwas an Rösti erinnert, und den Kartoffelklössen Hoorische? Zu schwer? Zum Glück liegt Frankreich praktisch hinter dem nächsten Hügel – und dort schlemmt man bekanntlich wie ein Gott.