Darum gehts
- Tofino: Tradition trifft Natur, Ahousaht-Kapitän singt Liebeslied auf Bootstour
- Grauwale, Seelöwen, Seeotter: Wildtier-Beobachtungen prägen die Küstenerfahrung
- Victoria und Vancouver: Whalewatching, Totempfähle, Stanley-Park auf 400 Hektaren
Die Gischt des Pazifiks spritzt uns ins Gesicht. Das Boot rast vor der Küste Tofinos über die Wellen. Einige Kilometer abseits der Insel verstummt das Brummen des Motors. Kapitän Richard, ein Angehöriger des Ahousaht-Stamms, greift nach einer hölzernen Trommel. Seine Tochter hat sie für ihn gebaut. Im Rhythmus der Schläge beginnt er ein Liebeslied zu singen, das einst sein Grossvater in der traditionellen Sprache seiner Ahnen verfasste. Die kraftvolle Stimme des Kapitäns lässt uns die stolze Tradition seines Stamms erahnen.
Lebendige Wildnis und uralte Traditionen
Die indigenen Völker der Pazifikküste blicken auf eine jahrtausendealte Kultur zurück, eng verbunden mit der Natur. Das Meer ist dabei ihre Lebensader – es gab ihnen Nahrung, diente als Transportweg und bildete das Fundament ihrer Spiritualität.
Kaum verhallen die letzten Trommelschläge, durchbricht ein Schnauben die Stille. Ein Grauwal sprüht Meerwasser in die Luft und lässt seine Flosse auf die Wasseroberfläche klatschen. Auf einem nahen Felsen grölt eine Herde Seelöwen. Wenig später schwimmt unserem Boot eine Kolonie von Seeottern entgegen, elegant auf dem Rücken gleitend.
Chillen in Tofino
Das Städtchen Tofino an der Westküste Vancouver Islands zeigt sich an diesem Morgen von seiner besten Seite. Hier, neben kleinen Cafés und lokalen Kunstgalerien, startet und endet unsere Bootstour. Der Küstenort ist nicht nur ein Whalewatching- und Surferparadies mit fangfrischem Lachs, sondern auch ein beliebtes Erholungsgebiet für die Bewohnerinnen und Bewohner der anliegenden Städte.
Die grösste Stadt der Insel liegt rund vier Autostunden entfernt auf der gegenüberliegenden Seite: Victoria ist gleichzeitig das wirtschaftliche Zentrum Vancouver Islands und die Hauptstadt von British Columbia, dem Bezirk, dem auch Vancouver angehört. Die beiden Städte trennt eine rund zweistündige Fahrt mit der Fähre.
City-Tour durch eine lebendige Kultur
Schon die Ureinwohnerinnen und Ureinwohner waren in diesen Gewässern mit dem Boot – genauer dem Kanu – unterwegs. Wenn damals ein Volk zum Handel vorbeikam, sang man bereits vom Meer aus ein Begrüssungslied. Es war das unmissverständliche, friedliche Signal: «Wir kommen in gutem Glauben!»
Nicht auf dem Meer, doch mit umso mehr Herzlichkeit begrüsst uns Melissa, unser Tourguide in Victoria. Sie gehört zum Stamm der Songhees. 1850 vertrieben die europäischen Kolonialherren Melissas Vorfahren von deren Land.
Lust auf Vancouver? Entdecken Sie den Westen Kanadas mit Edelweiss und fliegen Sie von Mai bis Oktober mehrmals wöchentlich nonstop nach Vancouver. Gepäck, Sportgepäck und die Verpflegung an Bord sind im Preis inbegriffen.
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«Wir gehen in zwei Welten»
Doch Melissa möchte mit uns über das Gute reden: «Wir suchen immer wieder Wege, um Besucherinnen und Besuchern unsere Kultur näherzubringen.» Stolz führt sie uns durch den malerischen Hafen von Victoria und zeigt uns die Kunstwerke, die von First-Nations-Künstlern geschaffen wurden.
Ihr Ziel: das Erbe des Stamms der nächsten Generation weitergeben. Den Job in Victoria mit dem Kulturleben des Stamms zu vereinbaren, sei nicht einfach. Doch es lohne sich: «Wir gehen in zwei Welten und sehen mit zwei Augen. Es ist unsere Art, in Harmonie zu leben.»
Den Rest der Stadt erkunden wir per Bike: Kanadas Westküste ist erstaunlich velofreundlich – sogar gemessen an europäischen Standards! Vorbei an gepflegten Pärken, dem historischen Parlamentsgebäude und durch eines der ältesten Chinatowns ganz Nordamerikas spürt man den einzigartigen Puls dieser Stadt.
Stanley-Park: 570 Fussballfelder Natur
Die Begeisterung für grüne Oasen bringt uns per Fähre 25 Kilometer über den Pazifik zurück aufs Festland, nach Vancouver. Auch hier setzen wir aufs Transportmittel Velo. Noch bevor wir die erste Strasse auf unserer Tour überqueren, steigt Bikeguide Greg vom Fahrrad und hilft einer Passantin mit der Gangschaltung ihres Velos.
Greg verkörpert das kanadische Klischee: hilfsbereit, freundlich und offen. Der Vancouverite – so nennt man die Einwohner Vancouvers – führt uns in seinem neonpinken Hoodie durch die Stadt und direkt in den Stanley-Park. Auf über 400 Hektar befinden sich mehrere Strände, Dutzende Kilometer Veloweg und ein Aquarium. Doch Greg zeigt uns einen anderen Ort.
Das Andenken an den Häuptling
Zwischen einem Wald von Ahornbäumen, umgeben von Meer, ragen aufwendig geschnitzte, meterhohe Pfähle in den Himmel. Die kunstvoll verzierten Figuren aus rotem Zedernholz erzählen die Familiengeschichten der Stämme, halten historische Ereignisse fest oder dienen als Denkmäler für ehrenvolle Häuptlinge.
Eng verbunden sind sie auch mit dem traditionellen Potlatch-Fest. Bei diesen grossen Feierlichkeiten brachte der Stamm jeweils seinen Wohlstand zum Ausdruck, indem er seinen Gästen reichhaltige Geschenke überreichte. Je mehr Geschenke, desto höher stieg das Ansehen des Stamms.
Als wir unsere Fahrräder abstellen und den Blick über die Skyline von Vancouver schweifen lassen, wird klar: Die Geschichte der Ureinwohner ist hier nicht in staubigen Archiven vergraben. Sie ist allgegenwärtig – im Rauschen des Pazifiks, im Lächeln von Melissa und in den geschnitzten Geschichten der Totempfähle.
Aktivitäten:
Die Region British Columbia bietet verschiedenste Aktivitäten: Whalewatching, Surfen, Wandern oder doch ein Citytrip? Alle Infos findest du auf der Website von British Columbia.
Geld:
In Kanada bezahlt man mit Canadian Dollars. Ein wenig davon mitzunehmen, schadet nicht – für Trinkgeld oder kleinere Einkäufe auf dem Markt. In den allermeisten Lokalen kannst du allerdings bequem mit Karte oder Apple Pay bezahlen.
Mobilität:
Innerhalb der Städte gelangst du problemlos zu Fuss, mit dem Velo oder dem ÖV von A nach B. Willst du die Region entdecken, empfiehlt sich ein Mietauto oder ein Reisebus. Von Victoria nach Vancouver gehts mit der Fähre – oder schneller per Lufttaxi. Die kleinen Wasserflugzeuge bringen dich direkt von Hafen zu Hafen.
Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Pressereise in Zusammenarbeit mit Destination British Columbia und Edelweiss.