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Alles, was du für eine Reise nach Indien wissen musst

Indien ist eines der faszinierendsten Länder des Planeten. Es ist bunt, laut, schrill und bisweilen kaum zu begreifen. Einmal im Leben sollte man den Subkontinent erlebt haben – findet Reiseredaktor Christian Bauer.
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Das Taj Mahal, ein Mausoleum für eine Prinzessin, ist wahrscheinlich eines der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Welt.
Foto: Sean Hsu - stock.adobe.com
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Christian BauerReise-Journalist

Anreise: Wie komme ich nach Indien?

Aus der Schweiz werden mehrere Ziele direkt angeflogen. SWISS und Air India fliegen nonstop von Zürich nach Delhi. SWISS verbindet Zürich ausserdem mit Mumbai, ab Oktober 2026 sind zudem Flüge nach Bangalore geplant.

Mit einmaligem Umsteigen an den grossen Drehkreuzen der Arabischen Halbinsel erreicht man von Zürich aus rund ein Dutzend weitere Ziele in Indien.

Tipp: Für Rajasthan, das Taj Mahal, die heilige Stadt Varanasi und Rundreisen durch Nordindien bietet sich Delhi als Flugziel an. Wer nach Goa oder Kerala möchte, fliegt besser nach Mumbai.

Einreise: Welche Bestimmungen gelten?

Schweizer Staatsangehörige benötigen für Indien ein Visum. Dieses kann mittlerweile online beantragt werden und muss spätestens vier Tage vor der Reise vorliegen. Der Reisepass muss beim Antrag beziehungsweise bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Wichtig: Für das E-Visum ausschliesslich das offizielle Portal der indischen Regierung benutzen. Im Internet finden sich zahlreiche Vermittler, die deutlich höhere Gebühren verlangen. Offizielle Webseite: https://indianvisaonline.gov.in

Ausserdem muss vor der Einreise eine Digital Arrival Card ausgefüllt werden (https://indianvisaonline.gov.in/earrival/). Nach Eingabe aller Daten erhält man einen QR-Code, der bei der Einreise entweder auf dem Handy oder ausgedruckt vorgezeigt werden muss.

Manchmal werden bei der Einreise zusätzlich der Nachweis einer Hotelbuchung sowie ein Weiterreiseticket verlangt. Es empfiehlt sich, beides ausgedruckt griffbereit zu haben.

Unterwegssein: Wie bewege ich mich vor Ort?

Indien ist rund 80-mal grösser als die Schweiz – selbst in den beliebten Bundesstaat Rajasthan passt die Eidgenossenschaft gut achtmal hinein. Die Distanzen sind entsprechend gewaltig. Wer mehrere Regionen besuchen möchte und nur wenig Zeit hat, setzt auf längeren Strecken am besten auf Inlandsflüge. Die wichtigsten Anbieter sind IndiGo und Air India.

Ausserdem besitzt Indien mit etwa 67'000 Kilometern Schienennetz das viertlängste Bahnnetz der Welt. Eine Zugfahrt gehört zu den authentischsten Reiseerlebnissen des Landes. Das gilt insbesondere für die sogenannte Sleeper Class, in der ein Grossteil der Fahrgäste unterwegs ist und die weder über geschlossene Fenster noch über eine Klimaanlage verfügt. Wer komfortabler reisen möchte, findet klimatisierte Klassen und teilweise sogar Bordservice.

Die Preise sind extrem günstig: Beispielsweise kostet die Strecke Delhi–Kolkata in der einfachen Sleeper Class rund 650 Rupien (circa CHF 6), in der klimatisierten First Class etwa 4000 bis 5500 Rupien (zwischen CHF 34 und 47), abhängig vom Zug.

Da die Tickets an einen festen Platz gebunden sind, empfiehlt sich eine frühzeitige Reservierung. Das geht entweder an den Bahnhöfen oder einfacher online über das offizielle Portal der Indian Railways: www.irctc.co.in

Der Verkehr in den grossen Städten ist oft chaotisch, dicht und zeitraubend. Die touristisch interessanten Metropolen verfügen in der Regel über eine Metro, mit der man den Dauerstau elegant umgeht. Für Ziele ausserhalb der Metrostationen empfehlen sich Taxis und Tuk-Tuks. Bei spontan ausgehandelten Fahrten werden Touristen allerdings gern überhöhte Preise genannt. Deshalb sollte man den Transport möglichst über eine Taxi-App buchen. In Indien am weitesten verbreitet sind Uber und Ola.

Kosten: Wie teuer ist Indien?

Indien ist ein sehr günstiges Reiseland. Wer allerdings Wert auf Luxusunterkünfte legt, kann auch hier problemlos sehr viel Geld ausgeben.

  • Budget: etwa CHF 25–45 pro Tag für einfache Gästehäuser, Streetfood und lokale Restaurants, Bahn und öffentlichen Verkehr.
  • Mittelklasse: etwa CHF 60–120 pro Tag für gute Hotels, klimatisierte Züge oder einzelne Flüge, Restaurants und Eintrittsgelder.
  • Luxus: ab CHF 180–350 pro Tag – und deutlich mehr – für ehemalige Paläste, private Fahrer und Luxuszüge.

Tipps fürs Feilschen: Wer nicht über den Preis verhandelt, zahlt häufig deutlich mehr als nötig – ausgenommen sind natürlich Geschäfte, Restaurants und Hotels mit fixen Preisen. Wer auf der Strasse eine Dienstleistung anbietet oder etwas verkaufen möchte, steigt oft mit einem ausgesprochen hohen Preis ein. Als Daumenregel gilt: Niemals mehr zahlen als die Hälfte des ersten Gebots. Freundlich, aber hartnäckig verhandeln und sich notfalls abwenden – erstaunlich oft beginnt der Preis dann plötzlich zu fallen. 

Feilschen gehört in vielen Situationen zum Reisen in Indien dazu. Als ausländischer Besucher zahlt man am Ende trotzdem häufig mehr als Einheimische. Ein wenig mehr zu bezahlen ist freilich fair; sich offensichtlich übervorteilen zu lassen, ist es nicht. Manchmal können Verkäufer recht aufdringlich sein. Dann gilt es, klare Grenzen zu setzen und bestimmter aufzutreten, als man es vielleicht gewohnt ist.

Internet & SIM: Wie bleibe ich online?

WLAN gehört in Hotels und vielen Restaurants zum Standard. Für unterwegs lohnt sich eine lokale SIM oder eine eSIM – insbesondere für Taxi-Apps, Navigation und spontane Buchungen. Wer keinen weltweiten Handyvertrag seines Schweizer Anbieters besitzt, muss sonst mit hohen Roaminggebühren rechnen.

Zu den wichtigsten Mobilfunkanbietern gehören Airtel und Jio. Datenpakete sind ausgesprochen günstig; wenige Franken reichen oft für mehrere Wochen mobiles Internet. SIM-Karten können am Flughafen bei den jeweiligen Anbietern erworben werden. Die Mitarbeitenden übernehmen dort in der Regel auch die Aktivierung. Beim Kauf einer klassischen SIM ist eine Registrierung mit dem Reisepass notwendig. Bequemer ist für viele Reisende eine eSIM: Sie lässt sich bereits vor der Reise kaufen, beispielsweise bei Holafly.

Sicherheit: Wie sicher ist Indien?

Die klassischen touristischen Regionen Indiens lassen sich grundsätzlich sicher bereisen. An vielen touristischen Hotspots ist ein grosses Aufgebot an Sicherheitskräften und Polizei präsent. Für Reisende gehen die häufigsten Risiken weniger von schweren Gewaltdelikten aus als von Taschendiebstahl, überhöhten Preisen, dubiosen Touranbietern und kleineren Betrugsmaschen.

Dennoch ist in Indien erhöhte Aufmerksamkeit sinnvoll. Wertsachen sollten nicht offen getragen werden. Taxis organisiert man am besten über Apps oder das Hotel. Bei besonders verlockenden Angeboten sowie bei Personen, die ungefragt Hilfe anbieten, ist eine Portion Skepsis angebracht – nicht selten steckt dahinter der Versuch, mit kleinen Tricks Geld zu verdienen.

Berichte über sexuelle Übergriffe und Gewalt gegen Frauen schaffen es regelmässig in die westlichen Medien – die Realität für Touristinnen ist weit harmloser, als es die Nachrichten suggerieren. Dennoch sollten Frauen insbesondere nachts zusätzliche Vorsicht walten lassen. Idealerweise in einer Gruppe unterwegs sein und auch kurze Strecken möglichst mit einem offiziellen Taxi zurücklegen – idealerweise über eine App oder das Hotel gebucht.

Einige Grenz- und Konfliktregionen unterliegen besonderen Sicherheitshinweisen. Vor Reisen etwa in Teile von Jammu und Kashmir oder in abgelegene Grenzgebiete sollten die aktuellen Empfehlungen des EDA geprüft werden.

Gesundheit – worauf sollte man achten?

Grosse Teile Indiens liegen in den Subtropen und Tropen. Entsprechend wichtig ist eine gute gesundheitliche Vorbereitung. Zentral ist ein konsequenter Mückenschutz. Moskitos übertragen verschiedene Krankheiten – einige davon sind nicht nur unangenehm, sondern können auch gefährlich sein. Malaria kann je nach Region auftreten, eine Prophylaxe ist allerdings nicht nötig.

Für viele Reisende ist der Magen das grössere Problem. Magen-Darm-Erkrankungen durch verdorbene oder verunreinigte Speisen sind nicht selten. Das gilt auch für bessere Restaurants und Hotels. In Indien lohnt es sich besonders, die alte Travellerregel zu beherzigen: Speisen gut durchgaren lassen und Früchte selbst schälen. Ein absolutes No-Go ist Leitungswasser. Getrunken wird ausschliesslich abgepacktes Wasser.

Alle üblichen Standardimpfungen sollten aktuell sein. Je nach Route und Dauer der Reise können zusätzliche Impfungen sinnvoll sein, beispielsweise gegen Hepatitis oder Tollwut.

Kontakt zu Tieren: Indien verzeichnet die meisten Tollwut-Toten der Welt. Daher sollte jeder Kontakt zu Tieren vermieden werden. Schon kleine Kratzer können zu einer Tollwutinfektion führen. Tollwut ist zu 100 Prozent tödlich. Bei Verletzungen durch ein Tier unbedingt ein Krankenhaus aufsuchen.

Vor der Reise unbedingt eine individuelle reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Eine erste Übersicht zu Impfungen, Malaria und weiteren Gesundheitsrisiken bietet osir.ch.

Kauderwelsch – wie verständige ich mich in Indien?

Indien besitzt eine enorme sprachliche Vielfalt. Hindi und Englisch spielen landesweit eine wichtige Rolle, daneben existieren zahlreiche regionale Amtssprachen.

In Hotels, Flughäfen und touristischen Zentren kommt man mit Englisch in der Regel problemlos durch.

Was ist die beste Reisezeit für Indien?

Indien reicht vom eisigen Hochgebirge bis in die feuchten Tropen. Entsprechend kann das Land grundsätzlich das ganze Jahr über bereist werden – entscheidend ist die Region.

Für klassische Rundreisen im Norden (Delhi, Rajasthan, Taj Mahal, Varanasi) sind Oktober bis März ideal. Die Tage sind meist trocken und angenehm warm.

Von April bis Juni wird es in grossen Teilen Nordindiens extrem heiss; Temperaturen von über 40 Grad sind keine Seltenheit.

Der Sommer bringt zudem den Monsun. Zwischen Juni und September fallen insbesondere an der Westküste und in vielen südlichen Regionen grosse Regenmengen. Gleichzeitig ist es tropisch warm: eine für viele Reisende anstrengende Kombination.

Die beste Reisezeit für den Himalaya, beispielsweise für die Region Ladakh, sind die Monate Juni bis September, wenn die Passstrassen geöffnet sind.

Sightseeing: Was sollte man erlebt haben?

Taj Mahal, Agra 

Kaum ein Bauwerk ist so bekannt wie das Taj Mahal. Das Mausoleum aus weissem Marmor wirkt besonders frühmorgens spektakulär, wenn die ersten Sonnenstrahlen über den hellen Stein huschen und die grossen Besucherströme noch fehlen. Die Tore öffnen 30 Minuten vor Sonnenaufgang, je nach Saison bereits um 5.30 Uhr.

Alt Delhi 

Das mittelalterliche Alt-Delhi ist ein einziger Rausch aus Gewürzen, Rikschas, engen Gassen und Menschenmassen. Und manchmal reitet ein Mahout mit seinem Elefanten durch die Menge. Es ist laut, fordernd, chaotisch – und genau deshalb unvergesslich. Alt-Delhi muss man erlebt haben.

Jaipur 

Die «Pink City» bildet gemeinsam mit Delhi und Agra mit dem Taj Mahal das berühmte Golden Triangle. Wer nur wenig Zeit hat, bekommt auf dieser Route einen kompakten ersten Eindruck von Nordindien. In Jaipur ist insbesondere das mächtige Amber Fort sehenswert.

Varanasi 

Varanasi ist die heiligste Stadt des Hinduismus. Wer hier stirbt und dessen Asche in den Ganges gestreut wird, kommt direkt ins Nirwana – kaum irgendwo sonst ist hinduistische Spiritualität so intensiv präsent. Gläubige treffen sich zu farbenfrohen Zeremonien und rituellen Waschungen an den Ghats, den Stufen zum Ganges. Besonders eindrücklich sind eine Bootsfahrt bei Sonnenaufgang und die abendlichen Zeremonien.

Rajasthan: Jodhpur, Udaipur und Jaisalmer 

Rajasthan ist einer der farbenprächtigsten Bundesstaaten Indiens. Die drei grossen Städte Jodhpur, Udaipur und Jaisalmer wirken mit ihren Palästen, Festungen und Altstädten stellenweise wie Kulissen aus einem Märchen. Für Rajasthan sollte man mindestens zehn Tage einplanen.

Mumbai 

Indiens Finanz- und Filmmetropole zeigt die moderne Seite des Landes. Koloniale Architektur, Märkte, Slums und Art-déco-Bauten prallen hier auf engstem Raum aufeinander. Für Aussenstehende ist dieser Mix oft nur schwer zu begreifen – und gerade deshalb faszinierend.

Kerala Backwaters 

Zwischen Reisfeldern und Kokospalmen schlängelt sich ein Netz aus Kanälen und Seen durch Kerala. Eine Fahrt mit einem traditionellen Houseboat ist zwar recht touristisch, doch die langsame Reise durch die sattgrüne Landschaft bleibt ein besonderes Erlebnis.

Hampi 

Die ehemalige Hauptstadt des Vijayanagara-Reichs mit ihren Tempeln und Palästen zählt zu den eindrücklichsten historischen Anlagen Indiens. Nur für Erwachsene: An den Tempeln finden sich erotische Darstellungen, die vom Kamasutra inspiriert sind.

Goa 

Goa ist die Party- und Beachregion Indiens. Doch der Bundesstaat mit seinen langen Sandstränden und seiner tropischen Natur wirkt teilweise verblüffend europäisch: Goa war 450 Jahre lang eine portugiesische Kolonie. Kirchen, Kolonialbauten und portugiesische Einflüsse erinnern bis heute daran.

Ladakh und der Himalaya 

Karge Hochgebirgswüsten, buddhistische Klöster und Pässe auf über 5'000 Metern: Ladakh gehört zu den spektakulärsten Landschaftsräumen des Subkontinents. Die Region eignet sich hervorragend für Trekking und Roadtrips – wegen der Höhe sollten mehrere Tage zur Akklimatisation eingeplant werden.

Für Schleckmäuler: Was sollte man probieren?

Butter Chicken 

Indische Currys können ausgesprochen scharf und intensiv sein. Für den Einstieg empfiehlt sich Butter Chicken: aromatisch und vergleichsweise mild.

Biryani 

Duftender, kräftig gewürzter Reis mit Gemüse, Huhn oder Lamm. 

Masala Dosa 

Ein hauchdünner, knuspriger Reis-Linsen-Crêpe mit würziger Kartoffelfüllung – ein Klassiker der südindischen Küche.

Thali 

Das Menü aus Reis, Brot, Currys, Dal, Gemüse, Pickles und Saucen ist günstig und lecker. Ideal, um sich einmal quer durch die Aromen Indiens zu probieren.

Palak Paneer 

Milder Frischkäse, der in seiner Konsistenz an Mozzarella erinnert, schwimmt in einer cremigen, kräftig gewürzten Spinatsauce.

Pani Puri 

Knusprige kleine Teigkugeln mit Kartoffeln, Kichererbsen und scharf-säuerlicher Sauce. Eines der beliebtesten Streetfoods des Landes.

Lassi 

Ein cremiges Joghurtgetränk, das man pur, salzig oder fruchtig trinken kann – und nach einem feurigen Curry besonders wohltuend ist.

Masala Chai 

Kräftiger Schwarztee mit Milch, Zucker, Ingwer, Kardamom und weiteren Gewürzen – süss, würzig und sehr lecker.

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