Darum gehts
- Flugpassagiere stehlen oft Rettungswesten als Souvenirs, sagt Flugbegleiterin
- Gestohlene Westen tauchen online auf, teils für bis zu 110 Franken
- Fehlende Sicherheitsausrüstung verursacht Kosten und kann Leben gefährden
Für manche Reisende ist ein Flug nicht nur der Weg zum nächsten Ferienziel, sondern offenbar auch eine Gelegenheit, ein ungewöhnliches Souvenir mitzunehmen. Was bei einer kleinen Kosmetiktasche noch harmlos wirken mag, wird bei Teilen der Sicherheitsausrüstung zum Problem.
Eine Flugbegleiterin berichtete gegenüber der britischen Zeitung «The Sun», dass Rettungswesten unter den Sitzen zu den Gegenständen gehören, die Passagiere besonders häufig mitnehmen. Einige betrachten sie als ungewöhnliche Erinnerung an einen Flug, andere versuchen offenbar, sie anschliessend online weiterzuverkaufen.
Rettungswesten werden online angeboten
Auf internationalen Verkaufsplattformen erreichen einzelne Angebote laut Medienberichten sogar bis zu etwa 110 Franken. Und tatsächlich: auch auf Schweizer Verkaufsplattformen lassen sich Flugzeugwesten kaufen. Ob diese gestohlen worden sind, oder nicht, sei dahingestellt.
Dabei handelt es sich allerdings nicht um gewöhnliche Souvenirs. Denn die Rettungsweste gehört zur vorgeschriebenen Sicherheitsausrüstung eines Flugzeugs. Gerade bei einem Notfall über Wasser kann sie entscheidend sein. Fehlt die Weste unter einem Sitz, könnte im Ernstfall der Passagier, der dort sitzt, ohne die vorgesehene Ausrüstung dastehen.
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Fluggesellschaften kontrollieren die Ausrüstung
Die Sicherheitsausrüstung eines Flugzeugs wird regelmässig kontrolliert. Fehlen Gegenstände, kann das für die Airline zusätzliche Kosten verursachen und bei Kontrollen Probleme bereiten.
Auch lässt sich laut dem Bericht feststellen, unter welchem Sitz eine Rettungsweste fehlt. Die Ausrüstung ist den jeweiligen Sitzplätzen zugeordnet. Wird ein fehlendes Teil entdeckt, kann die Fluggesellschaft versuchen, es zurückzufordern.
Nicht nur Rettungswesten verschwinden
Rettungswesten sind allerdings nicht die einzigen Dinge, die Passagiere gerne mitnehmen. Auch Sicherheitskarten, auf denen das Verhalten im Notfall aufgezeichnet ist, Decken, Kissen, Kosmetiktaschen und Produkte aus der Businessclass verschwinden immer wieder aus Flugzeugen.
Bei Sicherheitskarten sind es teilweise Luftfahrtfans, die sie als Sammlerstücke mitnehmen. Andere Gegenstände wie Pflegeprodukte oder bestimmte kleine Geschenke sind je nach Airline tatsächlich für Passagiere bestimmt. Hier lohnt sich deshalb ein genauer Blick: Was wie ein kleines Andenken aussieht, gehört nicht automatisch dem Passagier.
Was darf man aus dem Flugzeug mitnehmen?
Die Regeln unterscheiden sich je nach Fluggesellschaft. Kleine Pflegeprodukte oder ausdrücklich als Geschenk gedachte Artikel dürfen häufig mitgenommen werden. Sicherheitsausrüstung wie Rettungswesten oder andere vorgeschriebene Notfallausrüstung ist jedoch ganz klar unter «Diebstahl» zu verzeichnen.
Wer ein Souvenir vom Flug möchte, sollte deshalb lieber bei den Dingen bleiben, die ausdrücklich für Passagiere bestimmt sind. Denn eine Rettungsweste unter dem Sitz mag zwar ein ungewöhnliches Andenken sein – im Notfall kann genau diese Weste aber jemandem das Leben retten.
Dieser Artikel stammt vom polnischen Nachrichtenportal Fakt.pl, welches zu Ringier Medien gehört.