Wer mit wenig Gepäck fliegt, kennt das Spiel: Koffer messen, Gewicht prüfen, Handgepäck möglichst geschickt verstauen. Andere Passagiere scheinen die Regeln dagegen etwas grosszügiger auszulegen und versuchen, auch sperrige Gegenstände mit in die Kabine zu nehmen. Und genau das sorgt laut Flugpersonal immer wieder für Diskussionen.
Diese Schränke sind kein Geheimversteck für Gepäck
Besonders häufig geht es um die Schränke, die sich in vielen Flugzeugen in der Kabine befinden. Manche Passagiere gehen offenbar davon aus, dass dort noch Platz für ihre übergrossen Taschen, Musikinstrumente oder andere Gegenstände sei.
Doch diese Stauräume haben je nach Flugzeug und Airline einen anderen Zweck. Sie können beispielsweise für Ausrüstung der Crew, bestimmte Gegenstände für Passagiere oder spezielle Hilfsmittel vorgesehen sein.
Ein Mitarbeiter einer Airline beklagte sich auf Reddit darüber, dass Reisende immer wieder mit sperrigen Gegenständen auftauchten und erwarteten, dass die Crew schon einen Platz dafür finde. Seine ironische Beschreibung: Manche würden die Schränke offenbar für eine Art «endlose Narnia» halten.
Auch eine Gitarre ist nicht automatisch Handgepäck
Ob ein Musikinstrument, eine Tasche oder ein anderer sperriger Gegenstand mit in die Kabine darf, hängt von der jeweiligen Airline und den gebuchten Bedingungen ab. Entscheidend sind meist Grösse, Gewicht und die Möglichkeit, den Gegenstand sicher zu verstauen. Passt er nicht in den vorgesehenen Stauraum oder überschreitet er die erlaubten Masse, kann die Airline verlangen, dass er aufgegeben wird.
Das gilt auch dann, wenn jemand darauf gehofft hat, die Crew werde an Bord noch eine Lösung finden.
Warum die Crew nicht einfach eine Ausnahme machen kann
Für Flugbegleiter geht es dabei nicht nur um Ordnung. Gepäck und andere Gegenstände müssen während des Flugs sicher verstaut sein. Sie dürfen weder Fluchtwege blockieren noch sich bei Turbulenzen lösen und zur Gefahr werden. Deshalb kann die Crew nicht beliebig entscheiden, wo ein grosser Gegenstand untergebracht wird.
Wer mit einem ungewöhnlichen Gepäckstück reist, sollte deshalb nicht erst am Gate oder beim Einsteigen klären, ob es mit darf. Besser ist es, bereits bei der Buchung die Vorgaben der Airline zu prüfen.
Wer früh kommt, hat nicht automatisch einen Extra-Platz
Auch frühes Einsteigen löst das Problem nicht. Zwar kann es bei knappem Stauraum hilfreich sein, früh an Bord zu sein. Einen Anspruch auf einen zusätzlichen Schrank gibt es dadurch aber nicht. Und selbst wenn irgendwo noch ein freier Platz zu sehen ist, bedeutet das nicht, dass er für das eigene Gepäck verwendet werden darf.
Vor dem Flug lohnt sich ein Blick auf die Gepäckregeln
Wer Ärger beim Boarding vermeiden will, sollte deshalb vor dem Abflug drei Dinge prüfen: Wie gross und schwer darf das Handgepäck sein? Was darf zusätzlich mit an Bord? Und wie müssen spezielle Gegenstände wie Instrumente transportiert werden?
Das ist besonders bei Gitarren, Sportausrüstung, Kinderwagen oder grossen Spezialgepäckstücken wichtig. Die Regeln unterscheiden sich von Airline zu Airline.
So lässt sich eine unangenehme Überraschung am Gate vermeiden – und die Crew muss nicht plötzlich herausfinden, ob irgendwo noch ein «Narnia-Schrank» für das zusätzliche Gepäck existiert.
Dieser Artikel stammt vom polnischen Nachrichtenportal Fakt.pl, welches zu Ringier Medien gehört.