Darum gehts
- São Miguel bietet Naturnähe, Kulinarik und stylische Hotels
- Cozido das Furnas: in Vulkanerde gekochte lokale Spezialität
- Das Paradies in Europa um Wale und Delfine zu beobachten
Es ist kurz nach neun Uhr an einem sonnigen Morgen. Das kleine Zodiacboot befindet sich rund fünf Kilometer von der Küste der Azoreninsel São Miguel entfernt. Sanne Bakers, die gebürtige Niederländerin, ist Meeresbiologin und arbeitet als Guide für Terra Azul, ein Unternehmen, das nachhaltige Vogel- und Wal-Beobachtungstouren anbietet: «Die Azoren sind einer der besten Orte in Europa, um Wale und Delfine zu beobachten», sagt Sanne Bakers.
Und siehe da: Keine 50 Meter entfernt taucht eine Flosse im Meer auf. Zuerst ist diese nur durch das Fernglas zu sehen, doch als sich das Boot dem Tier nähert, ist mehr zu erkennen. «Ein Brydewal», erklärt Sanne Bakers und schaut gespannt in seine Richtung. «Oh, und schaut nach links», ruft sie wieder. Plötzlich blitzen wenige Meter neben dem Boot weitere Flossen auf: eine Herde Fleckendelfine, die sich neugierig dem Boot nähert.
Die Azoren sind ein Archipel von neun Inseln weit draussen im Atlantischen Ozean. Die Inseln gehören zu Portugal und liegen rund 1500 Kilometer vom Festland entfernt, auf halbem Weg Richtung Kanada. Jede Insel besitzt ihren ganz eigenen Charakter. Doch etwas trifft auf alle zu: Die Natur ist spektakulär. Samtgrüne Krater von erloschenen Vulkanen, märchenhafte Seen, Wasserfälle, natürlich beheizte Quellwasserbecken und wunderschöne dunkle Sandstrände aus Vulkangestein.
Entdecken Sie die Azoren mit Edelweiss und fliegen Sie von April bis November nach Ponta Delgada und von Juni bis September nach Terceira. Gepäck, Sportgepäck und Verpflegung an Bord sind im Preis inbegriffen.
Entdecken Sie die Azoren mit Edelweiss und fliegen Sie von April bis November nach Ponta Delgada und von Juni bis September nach Terceira. Gepäck, Sportgepäck und Verpflegung an Bord sind im Preis inbegriffen.
São Miguel ist die grösste Insel und der perfekte Ausgangspunkt, um das Archipel kennenzulernen. Je nach Dauer der Ferien lohnt sich auch ein Island Hopping. Die anderen Inseln sind je nach Jahreszeit mit Fähren oder einem kurzen Flug zu erreichen. Für die Erkundung von São Miguel kann man sich gut an einem Ort einquartieren und von dort aus per Mietwagen losfahren.
Wer nach einer ruhigen und familiären Unterkunft sucht, ist im «White Exclusive Suites & Villas» genau richtig. Das Vier Sterne Haus liegt am Rande einer felsigen Klippe in der Nähe des Fischerdorfs Lagoa. Das Hotel verfügt über neun Suiten und zwei Villen, allesamt mit Meerblick sowie voll ausgestatteten Küchenzeilen. Das Highlight: Vom beheizten Infinity Salzwasserpool blicken die Gäste direkt auf den Atlantik.
Das Tal Vale das Furnas ist ein Muss. Durch ein eigenes Mikroklima, dessen Luftfeuchtigkeit und mittlere Temperatur über dem Durchschnitt
São Miguels liegen, wachsen dort verschiedenste Pflanzenarten wie Zedern und Araukarien, die sonst nirgendwo auf der Insel gedeihen. Die Hauptattraktion sind aber die zwischen 70 und 100 Grad heissen Fumarolen, kleine Regenwasserbecken, die sich seit 1630 in den Kratern des ruhenden Vulkans gebildet haben. Entspannen inmitten einer atemberaubenden Natur lässt es sich im Thermalbad Poça da Dona Beija – einer Badelandschaft mit zahlreichen Warmwasserpools, einige mit Wasserfällen.
Die Vulkanaktivität hat noch zu einer weiteren Besonderheit geführt: Cozido das Furnas. Dieses Gericht wird nicht in der Küche zubereitet, sondern in der Natur. In kochend heisser vulkanischer Erde, in Erdlöchern, um genau zu sein, wie Paulo Costa erklärt. Der Koch steht mitten in einem Feld aus Lehm, neben ihm dampft ein mächtiger Erdhaufen. Paulo führt mit seinem Bruder das Restaurant Caldeiras & Vulcões, dessen Spezialität – wie beinahe aller Restaurants dieser Gegend – besagter Cozido ist.
«Eigentlich gilt es als Pflicht, dieses besondere Gericht zu kosten», sagt Paulo Costa. Jeden Abend füllt der Portugiese grosse Töpfe mit Poulet , Schweins und Rindfleisch sowie Würsten, Kohl, Karotten und Kartoffeln. Dazu gibt er ein wenig Salz und Knoblauch als Würze bei. Ob mit Fleisch oder ohne – es ist von Vorteil, diese Spezialität mindestens 24 Stunden vorher zu reserviert.
Kulinarisch hat die Insel auch sonst viel zu bieten. Unbedingt probieren sollte man auch Queijadas. Die deftigen runden Törtchen gibt es in jeder Bäckerei zu kaufen. Ebenfalls einen Besuch wert sind die beiden Restaurants Louvre Michaelense (in einem liebevoll renovierten Herrenfachgeschäft) sowie das «A Tasca», ein ausgezeichnetes Fischlokal. Beide liegen sie im Zentrum von Ponta Delgada, dem Hauptort der Insel.
Was sich auf São Miguel natürlich anbietet, sind ausgedehnte Spaziergänge und Wanderungen. Von anspruchsvollen Touren bis zu leichtem Trekking ist alles möglich. Ein Tipp: die Rundwanderung zum Kratersee Lagoa do Fogo oder hoch zum Miradouro do Pico da Barrosa, einem der berühmtesten Aussichtspunkte der Insel. Der Blick auf den Lagoa do Fogo ist einmalig. Wer nicht allein unterwegs sein will, bucht am besten einen Ausflug mit einem ortskundigen Guide.
Auch die Landschaft von Sete Cidades ist beeindruckend. Das Highlight hier: der kesselförmige Krater vulkanischen Ursprungs des gleichnamigen Sees. Das Gewässer unterteilt sich in den Lagoa Azul (Blauer See) und den Lagoa Verde (Grüner See). Besonders gut sieht man den Farbunterschied, der durch den Einfall des Sonnenlichts entsteht, vom 300 Meter weiter oben gelegenen Aussichtspunkt Vista do Rei.
Die einmalige Lage des Archipels und das besondere Mikroklima begünstigen den Anbau spezieller Früchte oder Kräuter. So ist hier neben einer Ananasplantage auch die Teeplantage Chá Gorreana anzutreffen, die an der Nordküste liegt. Die konstant hohe Luftfeuchtigkeit bei ganzjährig frostfreien Temperaturen, dazu fast täglich ein wenig Regen sind ideal für die Teepflanze Camellia sinensis. Die üblichen Pflanzenschädlinge gibt es hier mitten im Atlantik bislang noch nicht. Die Azoren sind eben ein kleines Naturwunder – das man sich nicht entgehen lassen sollte.