La Dolce Vita!
Alles, was du für eine Reise in die Toskana wissen musst

Hügel voller Zypressen, mittelalterliche Dörfer und ein Glas Chianti in der Abendsonne: Die Toskana ist eine der schönsten Regionen der Welt. Wir verraten, was du für eine Reise wissen musst.
Kommentieren
1/8
Die Toskana zählt mit ihren Weinbergen, den Zypressen und herzigen Dörfern zu einer der schönsten Regionen der Welt.
Foto: onurcepheli - stock.adobe.com
IMG_0196.jpg
Christian BauerReise-Journalist

Anreise: Wie komme ich in die Toskana?

Direktflüge aus der Schweiz führen nach Florenz und Pisa. Für den Süden der Toskana ist auch Rom eine gute Option.

Mit dem Zug gehts mit Umsteigen in Mailand nach Florenz. Für die Anreise von Zürich muss man etwa sechs Stunden rechnen.

Unterwegssein: Wie bewege ich mich vor Ort?

Florenz, Pisa, Lucca, Arezzo und weitere grössere Städte sind gut mit der Regionalbahn verbunden. Wer abseits der grossen Zentren umherreisen will, ist allerdings auf einen Mietwagen angewiesen. An den Flughäfen finden sich mehrere Mietwagenanbieter.

Wichtig: Historische Stadtzentren besitzen häufig sogenannte ZTL-Zonen (Zona a Traffico Limitato), in die nur berechtigte Fahrzeuge fahren dürfen. Oft registrieren Kameras die Nummernschilder automatisch – unerlaubtes Einfahren kann teuer werden.

Kosten: Wie teuer ist die Toskana?

Die Toskana gehört zu den teuersten Regionen Italiens. Besonders in der Hochsaison steigen die Preise massiv an – dennoch ist Italien insgesamt natürlich günstiger als die Schweiz.

  • Budget: etwa 80–120 Franken pro Person/Tag mit einfachem Hotel oder Agriturismo, einfachen Trattorias sowie ÖV.
  • Mittelklasse: etwa 150–250 Franken pro Person/Tag mit schönem Landhotel, Mietwagen, besseren Restaurants und Weinproben.
  • Luxus: ab 350 Franken pro Person/Tag mit exklusiven Boutique-Hotels und Spitzenrestaurants.

Stay connected: Internet & SIM

WLAN gehört in Hotels, Agriturismi und Restaurants zum Standard. Schweizer Mobilfunk-Abos schliessen Italien je nach Mobilfunkvertrag teilweise bereits ein; vor der Abreise sollte man die Roaming-Konditionen checken. Falls Italien nicht abgedeckt ist, bieten Salt, Swisscom und Co. zusätzliche Datenpakete an. Meist ist allerdings eine Reise-eSIM günstiger.

Stay safe: Wie sicher ist die Toskana?

Die Toskana ist ein sehr sicheres Reiseziel. In touristischen Orten kommen Taschendiebstähle oder kleinere Betrügereien vor. Die üblichen Regeln reichen: Wertsachen nicht sichtbar im Mietwagen lassen, am Strand keine Tasche unbeaufsichtigt deponieren.

Wann ist die beste Reisezeit für die Toskana?

Die schönsten Monate sind April bis Juni sowie zur Weinlese im September und Oktober. Dann ist es angenehm warm, ohne zu heiss zu sein, und die Landschaft zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Juli und August sind sowohl sehr heiss als auch meist überfüllt.

Für Städtereisen sind der Dezember vor Weihnachten sowie Januar und Februar ideal. Zwar kann es dann regnerisch und kühl sein, dafür sind kaum Touristen unterwegs.

Sightseeing: Was sollte man erlebt haben?

Florenz

Florenz ist die Wiege der Renaissance und ein Paradies für Kunstliebhaber. Michelangelo, Leonardo da Vinci, Raffael und Botticelli haben hier gewirkt. Ihre Werke werden in mehreren Museen ausgestellt, darunter die Uffizien, eines der besten Kunstmuseen der Welt. Nicht verpassen: Michelangelos David in der Galleria dell’Accademia.

Einen tollen Blick über die Stadt geniesst man vom Campanile der Kathedrale. Für Florenz braucht man mindestens zwei Tage, besser wären fünf.

Siena

Siena ist ein mittelalterlicher Bilderbuchtraum. Der Stadt fehlt zwar der Renaissance-Prunk von Florenz und deren Weltklassekunst, aber die Altstadt könnte kaum malerischer sein. Herz der Stadt ist die fächerförmige Piazza del Campo, umgeben von Palazzi und dominiert vom Torre del Mangia. Auf der Piazza findet jedes Jahr im Juli und August der berühmte Palio statt, das historische Pferderennen der Stadtviertel. Nur wenige Gehminuten entfernt steht der schwarz-weiss gestreifte Dom von Siena, eine der eindrücklichsten Kirchen Italiens.

Val d’Orcia

Zypressenalleen, einsame Bauernhöfe und sanft geschwungene Hügel: Das Val d’Orcia ist die Toskana, die man von Kalenderblättern und Bildbänden kennt. Die UNESCO erklärte die Kulturlandschaft 2004 zum Welterbe. Am schönsten zeigt sich das Val d’Orcia am frühen Morgen oder in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang. Mindestens zwei Übernachtungen einplanen.

Tipp: Ein besonders schöner Roadtrip führt von Pienza nach San Quirico d’Orcia.

Chianti

Zwischen Florenz und Siena erstreckt sich eine der berühmtesten Weinlandschaften Italiens: das Chianti. Das leicht gewellte Land mit seinen Weinbergen und Zypressen ist schlichtweg traumhaft. Mitten hindurch führt die rund 70 Kilometer lange Chiantigiana, die Strasse SR222, die Florenz mit Siena verbindet. Unterwegs liegen zahlreiche Weingüter, bei denen Chianti Classico und andere toskanische Weine degustiert werden können.

San Gimignano

Schon aus der Ferne sind die markanten Geschlechtertürme von San Gimignano zu erkennen. Wohlhabende Familien errichteten sie im Mittelalter als sichtbare Zeichen ihrer Macht – oder besser: ihres Egos. Einst gab es davon Dutzende, heute prägen noch 14 Türme die berühmte Silhouette. Der beste Fotospot befindet sich entlang der Strada Comunale di Santa Lucia Richtung Campingplatz. Von dort hat man einen Blick auf das Panorama mit einem Olivenhain im Vordergrund. Perfekt!

Tipp: Die Gelateria Dondoli im historischen Zentrum wurde zur besten Eismanufaktur der Welt gekürt.

Lucca

Lucca ist trotz der herrlichen Altstadt weniger überlaufen als Pisa, Florenz oder Siena. Aussergewöhnlich ist die vollständig erhaltene Renaissance-Stadtmauer: Auf der breiten Befestigungsanlage verläuft heute eine gut vier Kilometer lange, von Bäumen gesäumte Promenade. Perfekt zum Spazieren oder Velofahren.

Sehenswert ist zudem die Piazza dell’Anfiteatro, deren Häuser auf den ehemaligen Rängen eines römischen Amphitheaters gebaut wurden und die deshalb ihre typische ovale Form besitzt.

Pisa

Ja, Pisa besitzt einen Schiefen Turm. Und ja, ein Foto davon ist ein Muss. Aber der Campanile – der Kirchturm der Kathedrale – ist bei Weitem nicht das Interessanteste der Stadt. Auf der Piazza dei Miracoli, dem Platz der Wunder, befindet sich eines der schönsten mittelalterlichen Ensembles Europas aus Dom, Baptisterium, Campanile und dem Friedhof Camposanto.

Tipp: Pisa lässt sich problemlos als Tagesausflug von Florenz besuchen.

Insel Elba

Die grösste Insel des Toskanischen Archipels ist nur eine kurze Fährfahrt vom Festland entfernt. Berühmt ist Elba, weil Napoleon Bonaparte hier 1814 und 1815 knapp zehn Monate im Exil verbrachte. Heute locken vor allem Strände, kleine Buchten, Wanderwege und kristallklares Wasser. Für Elba mindestens zwei bis drei Nächte einplanen.

Das sind die schönsten Boutique-Hotels

Monteverdi Tuscany, Val d’Orcia

Hoch über dem Val d’Orcia liegt das winzige mittelalterliche Dorf Castiglioncello del Trinoro, das komplett zu einem Hotel umgebaut wurde. Die 31 Zimmer verteilen sich auf mehrere historische Gebäude des Dorfes. Der Ort liegt auf rund 800 Metern Höhe und bietet weite Blicke über die Landschaft. Perfekt für ruhige Tage – wenn man das nötige Kleingeld hat.

Borgo Santo Pietro

Ein Luxus-Hideaway südwestlich von Siena in und um eine Villa aus dem 12. Jahrhundert. Das Boutique-Hotel verfügt über lediglich 22 individuell gestaltete Zimmer und Suiten in einer herrlichen toskanischen Landschaft. Viele kleine Details machen das Hotel zu etwas Besonderem, wie beispielsweise der uralte Olivenbaum mitten im Restaurant.

Il Borro, San Giustino Valdarno

Beim Ort San Giustino Valdarno liegt ein komplett restaurierter mittelalterlicher Landsitz, der sowohl Hotel als auch biologischer Bauernhof und Weingut ist. Dementsprechend erstklassig ist das Angebot in den verschiedenen Restaurants. Für alle, die die Leckereien selbst nachkochen wollen, werden auch Kochkurse angeboten.

Castello di Casole, Casole d'Elsa

Ein mittelalterliches Schloss, das zu einem ausgesprochen luxuriösen Resort umgebaut wurde: 39 Suiten, zwei Villen, Infinity-Pool, mehrere Restaurants und weite Blicke über die Landschaft. Ab 1000 Euro in der Nebensaison – aber es ist ein Ferientraum.

Die besten lokalen Restaurants in der Toskana

Da Delfina, Artimino

Das Familienrestaurant im Ort Artimino westlich von Florenz serviert klassische toskanische Küche ohne Schnickschnack. Dafür mit viel Amore und tollen Blicken über die Landschaft.

Officina Cecchini, Panzano

Die Officina von Metzger Dario Cecchini ist kein klassisches À-la-carte-Restaurant. Hier gibt es nur ein festes Grillmenü oder eine vegetarische Variante, gegessen wird gemeinsam an grossen Tischen. Es fühlt sich eher wie eine familiäre Einladung als wie ein Restaurant-Dinner an.

Osteria di Passignano, Badia a Passignano

Direkt neben einer historischen Abtei und mitten im Chianti Classico gelegen, bietet die Osteria di Passignano toskanisches Fine Dining. Ein Michelin-Stern zeigt die hohe Qualität der Küche. Eine hervorragende Adresse für einen besonderen Abend während einer Weinreise.

Il Canto del Maggio, Penna

Etwas abseits der üblichen Toskana-Routen liegt Il Canto del Maggio im kleinen Weiler Penna. Zum Betrieb gehören eine Osteria, ein Hotel und eine Kochschule. Hausherrin Simona bietet täglich ein festes Menü mit toskanischen Spezialitäten an. Viele Zutaten stammen aus dem eigenen Garten.

All’Antico Vinaio, Florenz

Der berühmteste Sandwich-Laden von Florenz ist längst eine Institution. Zwischen zwei knusprige Scheiben Schiacciata kommen Mortadella, Prosciutto, Pecorino, Stracciatella und allerlei cremige Saucen – perfekt für den schnellen Hunger zwischen zwei Museumsbesuchen.

Tipp: Mittlerweile gibt es mehrere Filialen. Das Original – und der schönste Spot – liegt in der Via dei Neri.

Für Schleckmäuler: Was sollte man probieren?

Bistecca alla Fiorentina

Der mächtige Klassiker der Florentiner Küche ist ein dickes T-Bone-Steak, das über sehr heisser Glut gegrillt wird. Innen bleibt das Fleisch traditionell sehr rosa bis blutig. Serviert wird meist nach Gewicht und für mehrere Personen.

Pici

Pici erinnern optisch an sehr dicke Spaghetti, besitzen aber wesentlich mehr Biss und schmecken etwas teigig. Klassisch kommen sie etwa all’aglione mit einer intensiven Knoblauch-Tomatensauce auf den Tisch.

Pappardelle al cinghiale

Breite Bandnudeln und langsam geschmortes Wildschweinragout ist ein Klassiker der toskanischen Landküche. Dazu passt freilich ein Chianti.

Ribollita

Ein einstiges Armeleuteessen: Bohnen, Brot und Gemüse werden zu einer dicken Suppe gekocht.

Pappa al pomodoro

Altbackenes Brot wird mit Tomaten, Knoblauch, Basilikum und reichlich Olivenöl gekocht, bis eine dicke, beinahe breiartige Konsistenz entsteht. Schwer, aber lecker.

Pecorino di Pienza

Rund um das Dörfchen Pienza wird dieser Schafskäse hergestellt. Je nach Reifegrad reicht der Geschmack von weich und mild bis salzig und kräftig.

Lampredotto

Das florentinische Fast Food schlechthin ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Lampredotto wird aus Rindermagen zubereitet, langsam in Brühe gegart und häufig in einem Brötchen serviert.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen