Via Podiensis, Frankreich: Jakobsweg mit Wow-Effekt
Der französische Jakobsweg ab Le Puy-en-Velay gehört zu den schönsten Pilgerstrecken Europas. Highlight des Weges, der bis zu den Pyrenäen führt, wo er auf den Camino Francés trifft, ist der erste Abschnitt bis zum mittelalterlichen Dorf Conques. Die Strecke führt durch das vulkanische Velay, über weite Hochebenen wie das Aubrac und hinunter ins Lot-Tal. Dieser Abschnitt ist rund 203 Kilometer lang und wird meist in etwa zehn Tagen gegangen. Die Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut. Meist schläft man in Gîtes, die Halbpension anbieten.
Die Fakten
- Länge: Le Puy-en-Velay–Conques, rund 203 Kilometer
- Dauer: komplett etwa 9 bis 11 Tage
- Infrastruktur: sehr gut, mit Pilgerunterkünften, Hotels, Gepäcktransport und Markierung
- Schwierigkeit: leicht bis mittel; technisch einfach, Etappen können individuell eingeteilt werden
Moselsteig, Deutschland: Weinberge, Flussschleifen und Fachwerkdörfer
Der Moselsteig ist eine der schönsten Mehrtageswanderungen Deutschlands – und ideal für alle, die beim Wandern gern gut essen und das eine oder andere Glas Wein geniessen wollen. Denn der Moselsteig führt auf seinen 365 Kilometern von der deutsch-französischen Grenze bis Koblenz mitten durch eines der berühmtesten Weingebiete Deutschlands. Entlang des Weges liegen malerische mittelalterliche Dörfer und Burgen. Wer nur etwa eine Woche unterwegs sein möchte, sollte von Traben-Trarbach bis Cochem wandern, vorbei an einer der berühmten Moselschleifen.
Die Fakten
- Länge: insgesamt rund 365 Kilometer
- Dauer: komplett 24 Etappen; schöne Kurzvarianten ab 3 bis 5 Tagen
- Infrastruktur: sehr gut, mit Weinorten, Hotels, Gasthöfen, Bahn-/Busanschlüssen und Einkehrmöglichkeiten
- Schwierigkeit: leicht bis mittel, einzelne Etappen anspruchsvoll; technisch meist gut machbar, aber mit steilen Weinbergspfaden
Jura-Höhenweg, Schweiz: Grosse Aussichten
Der Jura-Höhenweg ist ein Schweizer Klassiker – und steht dennoch im Schatten der alpinen Wanderwege. Als nationale Route 5 führt er von Dielsdorf bei Zürich bis nach Nyon am Genfersee und damit auf rund 320 Kilometern einmal durch die gesamte Schweiz. Wegen der vielen Höhenmeter ist eine gute Grundkondition nötig; ansonsten ist der Weg technisch einfach. Die Landschaft ist geprägt von Weiden, Trockensteinmauern, Wäldern und immer wieder herrlichen Panoramablicken bis zu den Alpen. Viele Orte sind gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar, sodass man Etappen ganz individuell planen kann.
Die Fakten
- Länge: Gesamtweg rund 320 Kilometer
- Dauer: komplett etwa 15 bis 17 Tage
- Infrastruktur: gut, mit Bahnanschlüssen, Berggasthöfen und Unterkünften in Etappenorten
- Schwierigkeit: mittel; technisch meist einfach, aber viele Höhenmeter
Welterbesteig Wachau, Österreich: Weinberge an der Donau
Der Welterbesteig führt durch eine der schönsten Kulturlandschaften Österreichs: vorbei an Weinbergen, Trockenmauern, Burgruinen, Wäldern, Donauorten und Obstgärten. Insgesamt ist der Rundweg rund 180 Kilometer lang und in 14 Etappen gegliedert. Nach dem Wandern warten in der österreichischen Weinregion ein Glas Grüner Veltliner, ein Gasthof und ein Blick auf die Donau. Herrliches Genusswandern!
Die Fakten
- Länge: rund 180 Kilometer
- Dauer: komplett 14 Etappen; schöne Kurzvarianten ab 3 bis 6 Tagen
- Infrastruktur: sehr gut, mit Gasthöfen, Hotels, Bahn, Schiff und Einkehrmöglichkeiten
- Schwierigkeit: leicht bis mittel; technisch einfach, aber mit Auf- und Abstiegen durch Weinberge
Olavsweg, Norwegen: Pilgern durch nordische Stille
Der Gudbrandsdalsleden, oft einfach Olavsweg genannt, ist die norwegische Antwort auf den Jakobsweg. Der 643 Kilometer lange Weg führt von Oslo nach Trondheim zum Grab von König Olav II. (995–1030). Die Route ist gut markiert und bietet genügend Übernachtungsmöglichkeiten, sodass sich die Planung einfach gestaltet. Die gesamte Strecke dauert mehrere Wochen. In etwa einer Woche schafft man die 160 Kilometer von Oppdal bis Trondheim – ideal für norwegisches Schnupperpilgern.
Die Fakten
- Länge: Gesamtweg Oslo–Trondheim, rund 643 Kilometer
- Dauer: komplett etwa 4 bis 5 Wochen
- Infrastruktur: solide, aber nicht überall dicht; Unterkünfte früh planen
- Schwierigkeit: leicht bis mittel; technisch meist einfach, aber teils lange Distanzen und einsame Abschnitte
Cotswold Way, England: Pub-to-pub durch Bilderbuchdörfer
Der Cotswold Way ist England, wie man es sich erträumt: sanfte Hügel, Schafweiden und Dörfer aus honigfarbenem Kalkstein. Die Route führt von Chipping Campden in Gloucestershire zur Römerstadt Bath in Somerset. Der Wanderweg ist 102 Meilen beziehungsweise rund 164 Kilometer lang, was in sieben bis zehn Tagen zu schaffen ist. Der Weg ist gut markiert, technisch einfach und führt immer wieder durch Orte mit Unterkünften, Teestuben und Pubs. Ganz ohne Anstrengung geht es dennoch nicht: Die Cotswolds sind etwa so hügelig wie das Alpenvorland. Dafür wird man mit Aussichtspunkten und vielen Pints in einem gemütlichen Pub belohnt.
Die Fakten
- Länge: rund 164 Kilometer
- Dauer: komplett etwa 7 bis 10 Tage
- Infrastruktur: sehr gut, mit B&Bs, Pubs, Gepäcktransport und Bahn-/Busanschlüssen
- Schwierigkeit: leicht bis mittel; gut markiert, aber hügelig
Fishermen’s Trail, Portugal: Atlantik, Klippen und Sandpfade
Der Fishermen’s Trail an der portugiesischen Südwestküste ist eine der eindrucksvollsten Küstenwanderungen Europas. Er folgt alten Fischerpfaden und umfasst 226 Kilometer in 13 Etappen. Technisch ist der Weg meist einfach, abgesehen von einigen sandigen Abschnitten, die ermüdend sein können. Besonders schön für den Einstieg ist die viertägige Variante zwischen Porto Covo und Odeceixe.
Die Fakten
- Länge: gesamte Route rund 226,5 Kilometer; Klassiker Porto Covo–Odeceixe rund 75 Kilometer
- Dauer: komplett 13 Etappen; Kurzvariante etwa 4 Tage
- Infrastruktur: gut in den Etappenorten, unterwegs aber wenig Schatten und wenige Einkehrmöglichkeiten
- Schwierigkeit: mittel; technisch einfach
Corfu Trail, Griechenland: Inselwandern abseits der Massen
Korfu ist hauptsächlich als Badedestination bekannt, aber man kann auf der griechischen Insel auch herrlich wandern. Der Corfu Trail zieht sich über 150 Kilometer einmal durch die gesamte Insel, vorbei an Olivenhainen und alten Dörfern, mit vielen Blicken aufs Meer. Die Wanderung ist technisch meist nicht schwierig, verlangt aber gute Planung, denn die Markierungen variieren teilweise. Dafür erlebt man ein authentisches Korfu fern der Hotelstrände.
Die Fakten
- Länge: je nach Variante rund 150 bis 180 Kilometer
- Dauer: komplett etwa 8 bis 12 Tage; Teilstücke ab 3 Tagen gut möglich
- Infrastruktur: ordentlich, aber nicht überall gleich dicht; Unterkünfte und Transfers vorher planen
- Schwierigkeit: leicht bis mittel; technisch meist einfach, aber Markierung und Hitze können fordern
Mullerthal Trail, Luxemburg: Schweiz in der Ferne
Hier fühlt man sich fast wie zu Hause: Der Mullerthal Trail führt durch die «Kleine Luxemburger Schweiz». Hohe Berge sucht man hier allerdings vergebens, dafür findet man Sandsteinfelsen, enge Schluchten und Felslabyrinthe. Der gesamte Trail ist rund 112 Kilometer lang und besteht aus drei Routen. Für Anfängerinnen und Anfänger besonders spannend ist Route 2, die in 2 Tagen machbar ist und viele der bekanntesten Felsformationen zeigt.
Die Fakten
- Länge: gesamter Mullerthal Trail rund 112 Kilometer; Route 2 rund 38 Kilometer
- Dauer: komplett mehrere Tage; Route 2 etwa 2 Tage
- Infrastruktur: gut, mit Wanderorten, Unterkünften, Busverbindungen und Einkehrmöglichkeiten
- Schwierigkeit: leicht bis mittel; kurze Distanzen, aber viele Treppen
Great Glen Way, Schottland: Highland-Gefühl für Einsteiger
Achtung: Auf diesem Wanderweg begegnet man vielleicht einem Wassermonster! Denn der Great Glen Way in Schottland führt am Loch Ness vorbei. Der Wanderweg führt quer durch die schottischen Highlands von Fort William nach Inverness und folgt dabei Kanälen, Waldwegen und alten Militärstrassen entlang der grössten schottischen Seen. Für die rund 79 Meilen, also 127 Kilometer, sollte man 5 bis 7 Tage einplanen.
Die Fakten
- Länge: rund 79 Meilen, also etwa 127 Kilometer
- Dauer: meist 5 bis 7 Tage
- Infrastruktur: gut, mit Unterkünften, Gepäcktransport und klarer Wegführung
- Schwierigkeit: leicht bis mittel; technisch einfach, aber Wetter, Mücken und längere Etappen einplanen