Island – Ruhe am Rand der Welt
Island ist das Symbol für sicheres Reisen: viel Natur, wenig Menschen, starke Institutionen und eine Gelassenheit, die sofort auf Besucherinnen und Besucher überspringt. Im Global Peace Index 2025, jener Untersuchung, die die Friedfertigkeit von Ländern anhand von 23 Kriterien untersucht, liegt das Land erneut auf Platz eins.
Hier leben gerade einmal 400'000 Menschen auf einem Gebiet, das zweieinhalbmal so gross ist wie die Schweiz. Dichtestress? Ein Fremdwort! Wenn es hier einmal unsicher werden sollte, dann wegen des Wetters und der Naturgewalten. Ab und an spuckt ein Vulkan — aber auch damit gehen die Isländerinnen und Isländer gelassen um.
Der perfekte Rückzugsort: Wer Ruhe vor den Wirren der Welt sucht, findet in Island viele stille Fleckchen. Die am wenigsten bevölkerte Region sind die Westfjorde im Nordwesten der Insel. Auf einer Fläche, die etwas grösser ist als der Kanton Graubünden, leben nur rund 7000 Menschen — der perfekte Rückzugsort für erholsame Abgeschiedenheit.
Irland – freundlich, grün und überraschend entspannt
Irland steht im Global Peace Index 2025 auf Platz zwei — und fühlt sich auch so an: offen, freundlich, gesprächig, unkompliziert. Das Land zählt rund 5,46 Millionen Einwohner und genauso viele Schafe, die gern einmal mitten auf der Strasse stehen. Und das wäre dann auch schon das Gefährlichste, was einem in Irland passieren kann.
Die Sicherheit schlägt sich nicht nur in offiziellen Statistiken nieder, sondern auch in der sozialen Atmosphäre. Vielleicht liegt es an den geselligen Stunden in den Pubs bei traditioneller Musik, dass man sich hier so wohlfühlt.
Der perfekte Rückzugsort: Wer Irland in seiner wildromantischen Version erleben möchte, sollte sich nach Connemara im Westen der Insel aufmachen. Dort liegen Moore, Seen, kahle Berge und Atlantikbuchten so dramatisch nebeneinander, als wollte jemand alle Irland-Klischees in einer Region bündeln. Connemara ist rau, windig, manchmal nass bis auf die Knochen und wunderschön. Also: Cottage mieten und die Welt vergessen.
Neuseeland – weit weg
Neuseeland ist eines dieser Länder, bei denen schon die Entfernung wie ein Sicherheitsgarant wirkt. Im Global Peace Index 2025 liegt es auf Platz drei. Rund 5,34 Millionen Menschen leben in dem Land – knapp halb so viele wie in der Schweiz, bei einer siebenmal grösseren Fläche. Wo wenige und zudem gebildete, wohlhabende Menschen leben, ist naturgemäss die Gewaltstatistik niedrig. Die grössten Risiken liegen daher nicht in Kriminalität, sondern in der Natur. Wer wandert, fährt oder paddelt, sollte Wetter, Distanzen und lokale Warnungen ernst nehmen.
Der perfekte Rückzugsort: Neuseeland fühlt sich aus europäischer Perspektive wie das Ende der Welt an – doch es geht noch abgeschiedener: Stewart Island/Rakiura, südlich der Südinsel. Die Insel ist mit rund 1748 Quadratkilometern etwa so gross wie der Kanton Zürich – hier leben gerade einmal 500 Menschen. Das macht eine Bevölkerungsdichte von 0,28 Menschen pro Quadratkilometer. Herrliche Einsamkeit! Rund 85 Prozent der Insel gehören zum Rakiura National Park, dazu kommen Regenwald, einsame Buchten und mehr drollige Laufvögel namens Kiwis als Menschen.
Österreich – sicher, schön, Bilderbuch
Österreich liegt im Global Peace Index 2025 auf Platz vier. Kein Wunder: Ein bisschen fühlt man sich jenseits des Rheins wie in der Schweiz. Nur mit mehr Kaiserschlössern, mehr Sachertorte und mehr Schmäh.
Wien gilt regelmässig als eine der lebenswertesten Städte der Welt, die Alpenregionen sind touristisch perfekt organisiert, und selbst kleinere Orte wirken oft, als hätte jemand gerade noch einmal feucht durchgewischt. Bilderbuch. Unsicher wird es höchstens, wenn man am Berg das Wetter unterschätzt oder glaubt, eine «leichte Wanderung» sei in Österreich ein Spaziergang.
Der perfekte Rückzugsort: Österreich zählt zu den beliebtesten Feriendestinationen Europas, aber in der Alpenrepublik finden sich auch noch übersehene Destinationen, so wie das Lesachtal in Kärnten. Die Gemeinde ist etwa so gross wie der Kanton Appenzell Innerrhoden – nur leben dort rund zwölfmal weniger Menschen.
Und statt Hotelburgen gibts Bergbauernhöfe, Holzhäuser, wilde Wiesen, viel Wald und noch mehr Stille.
Portugal – gelassen, sonnig, unkompliziert
Portugal, Platz sieben im Global Peace Index, zählt zu den beliebtesten europäischen Ländern für Auswandererinnen und Rentner – und die wissen, wo es sich gut leben lässt. Portugal überzeugt nicht nur mit politischer Stabilität und guter Infrastruktur, es sind auch die herzlichen Menschen, die den Aufenthalt so entspannt machen. Wenn nicht direkt auswandern, warum sich nicht für die gesamten Sommerferien in einem kleinen Dörfchen im portugiesischen Hinterland einquartieren?
Der perfekte Rückzugsort: Während der Tourismus in Portugal hauptsächlich in den Städten Lissabon und Porto sowie in der Region Algarve stattfindet, sind viele Regionen noch herrlich ursprünglich geblieben, so wie der südliche Alentejo im Südosten, nahe der spanischen Grenze. Eine perfekte Basis für eine «Auszeit von der Welt» ist das Städtchen Mértola mit seinen typisch weiss getünchten Häusern. Und rundherum: Korkeichen, Olivenbäume, trockene Hügel und das fast 700 Quadratkilometer grosse Schutzgebiet Parque Natural do Vale do Guadiana.
Dänemark – Hygge ist auch ein Sicherheitsgefühl
Die Däninnen und Dänen haben Hygge erfunden, jene Lebenskunst, aus einfachen Dingen ein Gefühl von Geborgenheit zu schaffen: aus Kerzenlicht und warmem Tee, aus weichen Decken, gutem Essen, vertrauten Menschen. Diese Lebenseinstellung, gepaart mit harten Gesetzen gegen Kriminalität, macht Hygge nicht nur zu einem herrlichen Feriengefühl, sondern auch Dänemark zu einem der sichersten Länder Europas.
Und auch für Seelenbalsam ist in dem kleinen Land gesorgt: mit dem Velo ans Meer fahren, gut essen, tolle Festivals besuchen. Und wann wird es dennoch einmal brenzlig? Wenn man unbedarft auf einen der unzähligen Velowege tritt und einem heransausenden Dänen die Vorfahrt nimmt. Oder auch nicht, denn alles ist Hygge.
Der perfekte Rückzugsort: Das Mini-Inselchen Læsø zwischen Jütland und Schweden: flache Landschaft, weite Strände, Häuser mit den berühmten Seegrasdächern, die aussehen, als hätten sie die Wikinger gebaut. Lange Strandspaziergänge, Wind im Haar, Möwenkreischen: Hier findet man ein entschleunigendes kleines Paradies.
Finnland – Stille als Luxus
Finnland schliesst die Top Ten des Global Peace Index 2025 ab. Achtmal grösser als die Schweiz leben in Finnland durchschnittlich nur 17 Personen auf einem Quadratkilometer – in der Schweiz sind es 220. Da sich aber auch im hohen Norden die meisten Bewohner auf die Metropolen konzentrieren, ist der Grossteil des Landes fast menschenleer. Riesige Wälder, Seengebiete und grasige Tundra prägen das Bild. Wer genügend Vorräte einpackt oder fischen geht, kann in einer der heimeligen Holzhütten wochenlang seine Batterien in der Einsamkeit wieder aufladen. Herrlich!
Der perfekte Rückzugsort: Je weiter nördlich man kommt, jenseits des Polarkreises, desto rauer und einsamer wird es. Ganz im Norden des Landes liegt Inari – die flächenmässig grösste Gemeinde Finnlands. Mit gut 17'000 Quadratkilometern ist Inari fast so gross wie die drei grössten Schweizer Kantone Graubünden, Bern und Wallis zusammen. Nur leben hier nicht Hunderttausende Menschen, sondern gerade 7000. Beste Zeit für eine Auszeit ist der Sommer, wenn die Sonne nicht untergeht und das ganze Land vor Energie sprüht.
Besonders spannend: Inari ist das Zentrum der Sámi-Kultur. Hier kann man also tief in die Lebenswelt der Urbevölkerung Nordskandinaviens eintauchen.