Ein Besuch in der Hauptstadt von Georgien
Wo übernachten und essen eine trendige Sache ist

Tiflis ist eine Reise wert! Moderne trifft auf Antike – Europa auf Asien. Hier ist die junge Generation im Aufbruch, die Restaurantszene ebenso.
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Geteilt durch den schnell fliessenden Kura-Fluss und umgeben von einem Ring hoch aufragender Berge, hat Tiflis seit jeher neugierige Reisende beherbergt, die von seiner Lage an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien angezogen werden.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Tiflis, Hauptstadt Georgiens, fasziniert mit antiker und moderner Kultur.
  • Das «Stamba» Designhotel bietet Cafés, Restaurants und eine Naturweinbar.
  • Georgien ist doppelt so gross wie die Schweiz, hat 3.7 Mio. Einwohner.
Manuela Enggist
Schweizer Illustrierte

Es gibt derzeit kaum eine Stadt in Europa, die so fasziniert wie Tiflis, die Hauptstadt von Georgien. Das Land ist fast doppelt so gross wie die Schweiz, hat aber nur etwa halb so viele Einwohner. Tiflis selbst ist ein Schmelztiegel mit etwas mehr als einer Million Einwohnerinnen und Einwohnern. Hier prallen Moderne und Antike aufeinander.

Der Dry Bridge Market findet bei gutem Wetter jeden Tag statt. Unbedingt Bargeld mitnehmen und viel Zeit, um zu stöbern und zu feilschen.
Foto: ADRIAN BRETSCHER

Die Stadt mit langer sowjetischer Vergangenheit bildet das pulsierende Zentrum der Region. Sie ist das Zuhause einer jungen Generation, die dem Land neuen Schub gibt und es trotz politischer Aufregung zu einem Hotspot gemacht hat. Das Kulturzentrum Fabrika ist ein perfektes Beispiel dafür.

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Entdecken Sie Georgien mit Edelweiss und fliegen Sie zwei- bis drei mal wöchentlich direkt nach Tiflis. Gepäck, Sportgepäck und Verpflegung an Bord sind im Preis inbegriffen.

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Die ehemalige Näherei aus der Sowjet-Ära wurde zu einem Treffpunkt für Reisende aus aller Welt. Als Gast in der Stadt muss man den Ort gesehen haben. Hier gibt es ein Hostel, Coffee-Shops und Designergeschäfte. Das Konzept: Die Geschäfte sollen Ladenlokal und Workspace in einem sein. So können die Besucherinnen und Besucher den Kreativen bei der Arbeit zusehen und zugleich ihre Kunst erwerben. Wie im Keramikgeschäft Ceramic Studio 1300 wo man das perfekte Souvenir – ganz offensichtlich handmade in Georgia – findet. 

Taso Gomelauri führt das Ceramic Studio 1300, welches sich in der Fabrika befindet. Sie verkauft unter anderem Tassen und Vasen, bietet aber auch Workshops an.
Foto: ADRIAN BRETSCHER

Tiflis ist übersichtlich. Die einzelnen Quartiere entdeckt man am besten zu Fuss. Auch der öffentliche Verkehr funktioniert gut. Und wer sich gern auf die ganz einfache Tour fortbewegt: Das Taxi ist immer verfügbar. Es heisst hier aber nicht Uber, sondern Bolt und bringt die Gäste via App bequem von A nach B.

Die Fabrika ist ein multifunktionales Kulturzentrum und befindet sich in einer ehemaligen sowjetischen Näherei. Hier gibt es ein Hostel, Shops und Restaurants.
Foto: ADRIAN BRETSCHER

Um die Stadt samt ihrer bewegten Vergangenheit kennenzulernen, eignet sich eine Annäherung über die Küche. Zum Beispiel mit einer Tour von Culinary Backstreets. Auf geführten Routen bringen lokale Guides Interessierten die Esskultur der Stadt näher. Die georgische Küche zeichnet sich durch eine Fülle von Koriander, Knoblauch und Walnüssen aus. Auch bereitet jede Region den georgischen Klassiker Chatschapuri (ein mit Käse gefülltes Fladenbrot) auf ihre eigene Art zu. Die beliebten gefüllten Teigtaschen Chinkali sollte man im Café Daphna probieren. Die Location ist «instagrammable» und man kann sich durch alle Varianten essen: von klassisch mit Fleisch- und Kräuterfüllung bis zu den vegetarischen Varianten mit Kartoffeln oder Pilzen.

Chinkali, die gefüllten Teigtaschen, sind eine georgische Spezialität. Im Café Daphna gibt es auch fleischlose Varianten der Nationalspeise.
Foto: ADRIAN BRETSCHER

Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass sich Tiflis inmitten einer kulinarischen Revolution befindet. Es scheint fast so, als werde die Szene durch die wachsende internationale Anerkennung noch motivierter. Auch einen Besuch wert sind das gehobene «Shushabandi» oder das «Iasamani», das etwas versteckt im ersten Stock eines Wohnhauses liegt und eine moderne georgische Küche serviert. Auch die Cocktails sind der Hit! Das Interieur mit der abgeblätterten Farbe an den Wänden versprüht viel Retro-Charme und ist deswegen auch bei Bloggerinnen und Bloggern sehr beliebt.

Das Fünf-Sterne-Hotel Stamba bietet grosse gemütliche Zimmer. Auch ein bisschen Nostalgie schwingt mit.
Foto: ADRIAN BRETSCHER

Genauso ist Übernachten in Tiflis eine trendige Angelegenheit. Zum Beispiel im «Stamba», einem ehemaligen Verlagsgebäude aus Zeiten der Sowjetunion. Heute gilt das «Stamba» als das angesagteste Designhotel der Stadt. Es beherbergt mehrere Cafés und Restaurants, eine eigene Kaffeerösterei, eine Schokoladenmanufaktur und neuerdings auch eine Naturweinbar mit Shop.

Ebenfalls empfehlenswert: ein Ausflug auf den Mtazminda, einen Hügel mit Vergnügungspark, der eine tolle Sicht auf die Stadt bietet – besonders vom Riesenrad aus. Sowie ein Spaziergang über den Dry Bridge Market, wo Händlerinnen und Händler allerlei Skurriles anbieten. Oder ein Besuch in Gulo’s Thermal Spa, einem der bekanntesten Schwefelbäder der Stadt. Sie alle liegen im Quartier Abanotubani, was wörtlich übersetzt «Bäderviertel» bedeutet und wegen seiner speziellen Architektur mit den Ziegelhausbauten sowieso einen Spaziergang wert ist.

Das Stadtviertel Abanotubani ist bekannt für seine therapeutischen Schwefelbäder. Empfehlenswert ist Gulo’s Thermal Spa.
Foto: ADRIAN BRETSCHER

Doch Georgien ist weit mehr als nur Tiflis. Ausflüge in die Weingegend Kakheti oder ein Trip ans Schwarze Meer nach Batumi lohnen sich. Ein besonderes Highlight ist aber Kazbegi, das heute offiziell wieder Stepanzminda heisst. Eine kleine Ortschaft, die vom Grossen Kaukasus umgeben ist. Die Reise ab Tiflis führt über überraschend gut ausgebaute Strassen in den Norden von Georgien und dauert rund drei Stunden.

Der Fluss Mtkvari, auch bekannt als Kura, teilt die georgische Hauptstadt Tiflis in zwei Teile.
Foto: ADRIAN BRETSCHER

Eine georgische Sage erzählt übrigens, dass die Georgier zu spät kamen, als Gott das Land an die Völker verteilte. Er soll jedoch gerührt gewesen sein und gab ihnen das kostbarste Stück Land, das noch geblieben war – sein eigenes. Georgien ist wahrlich ein besonderes Fleckchen Erde.


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