Matera wirkt wie eine Reise in eine andere Zeit. Die süditalienische Stadt in der Region Basilikata fasziniert mit ihren verwinkelten Gassen, den in den Fels gehauenen Höhlenwohnungen und einer Atmosphäre, die Besucher sofort in ihren Bann zieht. Kein Wunder diente die Stadt immer wieder als Filmkulisse für historische und biblische Produktionen – ihre einzigartige Architektur erinnert vielerorts an antike Städte des Mittelmeerraums.
Eine Stadt wie aus Stein gemeisselt
Die Altstadt von Matera, die sogenannten «Sassi» , zählt zu den eindrucksvollsten historischen Orten Italiens. Sandfarbene Häuser schmiegen sich dicht aneinander, Treppen und enge Wege ziehen sich durch zwei natürliche Talhänge, und hinter vielen Fassaden verbergen sich jahrhundertealte Höhlenräume. Wer durch Matera spaziert, entdeckt an jeder Ecke neue Perspektiven, kleine Plätze und stille Aussichtspunkte über die felsige Landschaft.
Besonders reizvoll ist die Mischung aus Geschichte und lebendigem Alltag. Trotz ihrer Berühmtheit hat sich die Stadt vielerorts ihre authentische Stimmung bewahrt. Kleine Cafés, traditionelle Handwerksläden und familiengeführte Restaurants laden dazu ein, das süditalienische Lebensgefühl entspannt zu geniessen.
Zwischen Höhlen, Kirchen und Geschichte
Die Sassi gehören seit 1993 zum UNESCO-Welterbe. Berühmt sind sie nicht nur wegen ihrer besonderen Architektur, sondern auch wegen der jahrtausendealten Höhlenanlagen. Über Generationen hinweg wurden Kirchen, Werkstätten, Weinkeller und Wohnungen direkt in den weichen Tuffstein gehauen.
Heute erzählen Museen und rekonstruierte Höhlenwohnungen vom früheren Leben der Bewohner und geben spannende Einblicke in die Geschichte der Region. Gleichzeitig wurden viele der alten Gebäude sorgfältig restauriert und beherbergen heute stilvolle Hotels, Kunstgalerien oder Restaurants.
Genuss und Gastfreundschaft
Matera ist auch kulinarisch eine Reise wert. In den Trattorien der Altstadt werden regionale Spezialitäten serviert – oft nach traditionellen Familienrezepten. Besonders beliebt sind hausgemachte Pasta, kräftige Gemüsegerichte und frisches Brot aus der Region Basilikata, das in Italien einen legendären Ruf geniesst.
Die Menschen begegnen Gästen mit herzlicher Offenheit. Nicht selten entsteht beim Abendessen ein spontanes Gespräch mit den Gastgebern oder Nachbartischen – genau jene Begegnungen, die Reisen unvergesslich machen.
Reisetipps für Matera
- Früh morgens oder abends unterwegs sein: Dann ist die Stimmung in den Gassen besonders magisch und das Licht ideal zum Fotografieren.
- Bequeme Schuhe mitnehmen: Die Altstadt besteht aus vielen Treppen, Kopfsteinpflaster und steilen Wegen.
- In den Sassi übernachten: Viele ehemalige Höhlenwohnungen wurden zu einzigartigen Unterkünften umgebaut.
- Zeit zum Entdecken einplanen: Matera lebt vom langsamen Erkunden ohne festen Plan.
- Regionale Küche probieren: Kleine Familienrestaurants bieten oft die authentischsten Gerichte.
Eine Reise, die lange nachwirkt
Matera verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf besondere Weise. Die Stadt zeigt, wie historische Orte neu belebt werden können, ohne ihren Charakter zu verlieren. Wer durch die felsigen Gassen schlendert, den Sonnenuntergang über den Sassi erlebt oder einfach auf einer Terrasse den Blick über die steinernen Häuser schweifen lässt, versteht schnell, warum Matera viele Reisende nachhaltig begeistert. Das sollte man nicht verpassen:
Casa Cava
In einem unterirdischen Steinbruch mitten in der Altstadt befindet sich dieser Kultur-Space mit Film-, Theater- und Musikaufführungen. Mehr dazu hier.
Casa Grotto
In der rekonstruierten und original eingerichteten Höhlenwohnung kann man das elende Leben der einstigen Tagelöhner nachvollziehen. Schaurig! Hier mehr erfahren.
Casa Noha
In dem Höhlen-Haus-Mix wird ein Film über die Geschichte der Stadt und die Lebensrealität der Bevölkerung bis in die 50er Jahre gezeigt. ( Recinto Cavone, 9, 75100 Matera)
Felsenkirchen
Die wichtigsten kunsthistorischen Bauten sind verschiedene Felsenkirchen mit teilweise 1000-jährigen Fresken. Die schönste Kirche ist die «Cripta del Peccato Originale» etwa acht Kilometer ausserhalb der Stadt.
La Grotte dela Civita
Das Höhlenhotel ist zwar das teuerste am Platz, aber auch das schönste. Insgesamt wurden 18 ehemalige Höhlenwohnungen zu Hotelzimmern umfunktioniert. Dabei wurde der ursprüngliche Charme erhalten und keine neuen Bauelemente eingezogen. Sprich: Auch das moderne Badezimmer gliedert sich in die existierende Struktur ein.
Anreise
Von Zürich, Basel oder Genf gibt es regelmässig Flüge nach Bari, teilweise direkt oder mit kurzem Umstieg. Bari liegt nur etwa 60 km von Matera entfernt. Auch direkt geht es von Zürich, Basel und Genf nach Neapel. Von dort sind es etwa drei Autostunden bis nach Matera. Mit Bus und Bahn ab Neapel ist die Anreise langwierig.
Weitere Informationen hier.