Darum gehts
- Antwerpens Grote Markt ist Unesco-Weltkulturerbe und begeistert mit historischen Bauwerken
- Wahrzeichen: Brabo-Springbrunnen und prächtige Gildehäuser prägen den Platz
- Handelsplatz seit dem 13. Jahrhundert, erstes Rathaus entstand im 16. Jahrhundert
Hochseehafen
Riesige Hafenbecken, gigantische Kräne, grosse Containerschiffe – Antwerpen beheimatet den zweitgrössten Hafen Europas (mit der grössten Schleuse der Welt, der Kieldrechtschleuse). Er liegt 80 Kilometer im Landesinnern, ist aber ein Hochseehafen, an dem jährlich 14 Millionen Container umgeschlagen werden. Erlebbar ist diese Welt bei einer Hafenrundfahrt oder über verschiedene Velorouten.
Grote Markt
Ein Schmuckstück von einem Platz, das Wahrzeichen der Stadt und Unesco-Weltkulturerbe: Auf dem Grote Markt handelten die Kaufleute schon im 13. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert entstand das erste Rathaus, das später mehrfach umgebaut wurde. Heute bildet es zusammen mit prächtigen Gildehäusern und dem Brabo-Springbrunnen eine bauliche Harmonie, die man am besten von einem der Cafés aus bewundert.
Neue Hingucker am alten Hafen
Den schönsten Panoramablick über das renovierte alte Hafengelände Eilandje geniesst man vom Dach des Museums aan de Stroom (MAS). Das an einen Stapel Koffer gemahnende Gebäude beherbergt diverse Ausstellungen. Ein architektonisches Juwel ist das futuristische Hafenhaus: Über der alten Feuerwehrwache thront ein schiffförmiger Glasaufsatz. Heute ist hier die Hafenverwaltung mit 500 Mitarbeitenden untergebracht. Das Red Star Line Museum in ehemaligen Lagerhallen zeigt auf eindrückliche Weise das Thema Auswanderung.
Diamanten-Hauptstadt
Antwerpen ist seit Jahrhunderten die Diamantenhauptstadt mit vier von weltweit
20 Börsen für geprüfte Händler. Vier «C» bestimmen den Wert eines Steins: Colour, Clearness, Clearity, Cut. Kaufen sollte man nur bei Juwelieren mit dem Qualitätslabel «Antwerp’s Most Brilliant». Im DIVA, dem Museum für Diamanten, Juwelen und Silber erfährt man viel über Geschichte, Rohprodukte und Verarbeitung und bestaunt ein paar der legendärsten Schmuckstücke der Welt.
Fantastische Fassaden
Ein Bummel durchs Jugendstilviertel Zurenborg ist nicht nur für Architekturfans ein Muss. Die Extravaganzen der Art Nouveau an den Häusern, die zu Beginn des
20. Jahrhunderts entstanden, macht klar: Man zeigt(e), was man hat, die Fassaden überbieten sich an Ideenreichtum. Die legendärste Strasse ist die Cogels Osylei. Nach einem Streifzug durchs Quartier peilt man eines der gemütlichen Lokale auf dem Dageraadplaats an.
Historische Unterführung
572 Meter lang und 31,5 Meter unter dem Flussbett: Der Sint-Annatunnel für Fussgänger verbindet seit 1933 die Altstadt mit dem neueren Stadtteil am linken Ufer der Schelde. Hinauf und hinunter führen immer noch die originalen hölzernen Rolltreppen oder Lifte. Wen es untendurch gruselt, der nimmt den DeWaterbus, der acht strategische Haltestellen bedient.
Bahnhof-Beauty
«Eisenbahnkathedrale» – so nennen die Antwerpener ihren Bahnhof Centraal Station neben dem Zoo. Er ist wahrhaft ein Schmuckstück. Inspiriert vom einstigen Bahnhof Luzern und dem Pantheon in Rom, besticht der 1905 eröffnete Prunkbau mit einer Bahnhofshalle aus Stahl, einer 75 Meter hohen Glaskuppel und einem steinernen Empfangsgebäude in eklektizistischem Stil. Bei einer Führung lernt man viel über verschiedene Stilmerkmale und Symbole.
Mode-Mekka
Antwerpen geniesst in Sachen Fashion Weltruhm. Designer wie die Antwerp Six haben hier studiert und zur Popularität flämischer Mode beigetragen. Zu dieser Gruppe zählt u. a. Designer Dries Van Noten. Das Mode-Museum mit 35’000 Ausstellungsstücken entführt in die Welt belgischer und internationaler Avantgarde-Fashion. Es liegt im Modeviertel, wo das kreative Herz der Stadt schlägt und viele Couturiers ansässig sind.
Antwerpener Hände
Das beliebteste Mitbringsel aus Antwerpen wurde 1934 vom Konditormeisterverband erfunden, um der Stadt eine kulinarische Spezialität zu verleihen. Die Biskuits – und inzwischen auch Schokoladen – in Form einer Hand beziehen sich auf eine mittelalterliche Sage: Ein Riese verlangte Wegzoll über den Fluss Schelde, bis der römische Soldat Brabo ihn besiegte, indem er ihm die Hände abhackte. Danach konnte Antwerpen dank freiem Handel aufblühen und reich werden.