Wer mit seinem Hund das Bett teilt, kennt das vielleicht: Der Vierbeiner dreht sich, streckt die Pfoten aus oder macht sich breit. Schnell entsteht der Eindruck, dass der Hund den Schlaf seines Menschen stört. Doch eine neue Untersuchung legt nahe, dass die nächtliche Unruhe oft in die andere Richtung beginnt.
Anthropologen der Universität Toronto untersuchten die nächtlichen Bewegungen von 25 Menschen und ihren Hunden. Mithilfe von Bewegungssensoren zeichneten sie auf, wie sich Mensch und Tier während der Nacht bewegten. Dabei zeigte sich, dass ihre Bewegungen häufig miteinander zusammenhingen, selbst wenn sie nicht im selben Bett schliefen.
Meist bewegt sich der Mensch zuerst
Wenn sich eine Seite bewegte, folgte mit erhöhter Wahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten Minuten auch eine Bewegung der anderen. In 45 Prozent der Fälle, in denen ein solcher Zusammenhang festgestellt wurde, bewegte sich zuerst der Mensch. Der Hund reagierte anschliessend. Nur in 18 Prozent der Fälle ging die Bewegung vom Tier aus.
Das deutet darauf hin, dass Hunde auch während des Schlafs auf die Bewegungen ihrer Besitzer reagieren können. Allerdings ist bei der Interpretation Vorsicht geboten: An der Studie nahmen nur 25 Menschen teil, und untersucht wurden ausschliesslich Huskys und Malamuts. Ob sich die Ergebnisse auf andere Hunderassen übertragen lassen, ist deshalb offen.
«Meistens schaffen wir Routinen für unsere Hunde, aber umgekehrt gilt das ebenfalls», erklärte Studienmitautorin Lavania Nagendran. Die Ergebnisse zeigten, wie eng Mensch und Hund aufeinander abgestimmt seien, insbesondere während der Nacht.
Verschlechtert ein Hund im Bett den Schlaf?
Die Forschenden hatten erwartet, dass das gemeinsame Schlafen mit einem Hund mit kürzerem oder schlechterem Schlaf zusammenhängen könnte. In den erhobenen Daten liess sich dieser Zusammenhang jedoch nicht nachweisen.
Knapp die Hälfte der befragten Hundebesitzer gab an, dass ihr Tier den Schlaf gelegentlich störe. Gleichzeitig betrachteten 88 Prozent das Bellen nicht als Grund für nächtliches Aufwachen. 84 Prozent stuften auch die Bewegungen ihres Hundes nicht als wesentliches Problem ein.
Frühere Untersuchungen kommen allerdings nicht zu einem einheitlichen Ergebnis. Einige deuten darauf hin, dass Hunde in der Nähe den Schlaf häufiger unterbrechen können. Andere zeigen, dass Menschen subjektiv das Gefühl haben, neben ihrem Haustier besser zu schlafen.
Das Tier vermittelt ein Gefühl von Sicherheit
Dass viele Menschen ihren Hund nachts gern in ihrer Nähe haben, könnte auch mit dem Gefühl von Sicherheit zusammenhängen. Rund 72 Prozent der Teilnehmenden gaben an, sich sicherer zu fühlen, wenn ihr Hund neben ihnen schlief. Dies scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen, denn auch Hunde suchen oft die Nähe der Menschen, um sich sicherer zu fühlen.
Die Forschenden vermuten, dass auch Hunde von diesem Gefühl profitieren könnten. Gemeinsames Schlafen könnte zudem die Bindung zwischen Mensch und Tier stärken.
Ob der Hund im Schlafzimmer oder im Bett schlafen soll, lässt sich aus der Untersuchung allerdings nicht pauschal ableiten. Entscheidend ist auch, ob beide dadurch tatsächlich gut schlafen. Und falls nachts jemand unruhig wird, ist der Hund möglicherweise nicht immer derjenige, der damit angefangen hat.
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.