Darum gehts
- BHs sollten im Sommer nach jedem oder jedem zweiten Tragen gewaschen werden
- Schweiss und Feuchtigkeit begünstigen Bakterienwachstum, besonders in Schaumstoff-Cups
- Waschmaschine: Maximal 40 Grad, 1000 Umdrehungen, Weichspüler vermeiden
Während Shirts und Jeans ganz selbstverständlich im Wäschekorb landen, gönnen wir unserem Lieblings-BH gern noch «einen Tag extra». Schliesslich ist er so bequem – und zu häufiges Waschen kann dem feinen Material doch nur schaden, oder? Genau diese Annahme ist falsch gedacht. Die meisten von uns waschen ihre BHs deutlich zu selten. Wie bei allen Teilen, die direkt auf der Haut liegen, gilt: Je mehr wir schwitzen, desto öfter gehört das Stück in die Wäsche. Im Sommer heisst das im Idealfall nach jedem, spätestens jedem zweiten Tragen, im Winter lieber auch einmal mehr als einmal weniger. Der Grund ist nicht nur Hygiene, sondern auch die Passform: BHs bestehen zum grossen Teil aus Elastan. Durch Körperwärme dehnt sich das Material, nach einer Woche Dauereinsatz leiert es regelrecht aus und findet kaum in seine ursprüngliche Form zurück.
Faktor Schweiss
Und dann ist da noch der Faktor, über den wir gern hinwegsehen: Schweiss. Am Rücken und zwischen den Brüsten «nicht zu schwitzen» ist ein Mythos – genau dort liegt der BH den ganzen Tag eng an. Er nimmt Feuchtigkeit auf, trocknet über Nacht und macht am nächsten Tag von vorn los. Besonders BHs mit Schalen aus Nylonfasern oder Schaumstoff-Cups wirken wie ein Schwamm: Sie saugen sich voll und bieten Bakterien in der warmen, dunklen Umgebung direkt am Körper einen perfekten Nährboden. Klingt wenig verlockend und ist ein starkes Argument für kürzere Waschintervalle.
Die gute Nachricht: Richtig gewaschen schadet häufigeres Reinigen dem BH nicht, im Gegenteil. Entscheidend ist die Methode. Unverzichtbar sind Wäschesäcke – am besten für jeden BH ein eigener. So bleiben Bügel, Haken und Spitze geschützt, und gleichzeitig wird auch die restliche Wäsche sowie die Trommel geschont. Die ideale Einstellung: maximal 30 bis 40 Grad und 800 bis 1000 Umdrehungen. Weichspüler ist dagegen tabu. Er macht zwar Handtücher kuschelig, sorgt beim BH aber dafür, dass das Elastan an Spannkraft verliert und die Passform schneller nachgibt.
Manchmal hilft nur die Handwäsche
Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu Waschmitteln für Sportkleidung: Auch Funktionsstoffe enthalten viel Elastan und sind auf Waschgänge ohne Weichspüler ausgelegt, reinigen aber trotzdem gründlich und frisch. Für besonders zarte Modelle mit viel Spitze oder raffinierten Details bleibt schliesslich noch die Handwäsche. Sie ist zwar etwas aufwendiger, zahlt sich aber aus – in Dessous, die länger schön bleiben, besser sitzen und hygienisch sauber sind.