Es ist die intensivste Zeit des Jahres auf den Schweizer Weingütern: Bei der Weinlese entscheidet sich innerhalb weniger Wochen, wie der neue Jahrgang ausfallen wird. Jede Rebsorte verlangt für die Ernte nach dem exakt richtigen Reifezeitpunkt. Wer zu früh liest, büsst an Aromen ein. Wer zu lange wartet, riskiert durch plötzlichen Regen faule Trauben.
Zwischen Mitte und Ende September läuft der Betrieb in den Kellern und Rebbergen auf Hochtouren. Die Trauben gelangen von den Stöcken direkt zur Traubenannahme und beginnen dort ihre Verwandlung zum Wein. Genau in dieser Phase öffnen diesen Herbst über dreissig Schweizer Weingüter ihre Tore. Am Erlebniswochenende «Am Puls der Ernte» heisst es: Rebschere fassen und selbst Hand anlegen!
Verstehen, was die Weinlese bedeutet
Meistens beginnt der Tag mit Kaffee und Gipfeli, bevor es gemeinsam als Team in die Rebberge geht. Während ein bis zwei Stunden schneiden, sammeln und sortieren die Teilnehmenden die Beeren von Hand. «Einige füllen mehrere Kisten, andere unterhalten sich und geniessen einfach den Moment. Entscheidend ist, dass alle möglichst viel Freude haben», sagt Benoit de Montmollin vom Weingut Domaine de Montmollin in Auvernier NE.
Neben dem eigentlichen Handwerk steht der Wissensaustausch im Vordergrund. Die Gäste erfahren im Gespräch mit den Winzerinnen und Winzern vor Ort, welche Entscheidungen die tägliche Arbeit im Feld prägen. Denn neben Boden und Rebarbeit beeinflusst vor allem das Klima den Charakter eines Jahrgangs. «Die Traube mag Wärme. Durch den Wassermangel sind die Beeren klein geblieben, dafür aber sehr konzentriert. Ausserdem mussten wir praktisch nicht behandeln, denn Feuchtigkeit begünstigt Krankheiten», schildert de Montmollin die aktuelle Saison.
Möchtest du einer Winzerin oder einem Winzer bei der Weinlese helfen? Wolltest du schon immer wissen, welche Arbeitsschritte auf dem Weg vom Rebberg in den Weinkeller nötig sind? Dann nimm an der Veranstaltung «Am Puls der Ernte» teil. Diese findet dieses Jahr am 12. und 13. September sowie am 19. und 20. September 2026 in verschiedenen Weinregionen der Schweiz statt.
Möchtest du einer Winzerin oder einem Winzer bei der Weinlese helfen? Wolltest du schon immer wissen, welche Arbeitsschritte auf dem Weg vom Rebberg in den Weinkeller nötig sind? Dann nimm an der Veranstaltung «Am Puls der Ernte» teil. Diese findet dieses Jahr am 12. und 13. September sowie am 19. und 20. September 2026 in verschiedenen Weinregionen der Schweiz statt.
Einblick in das gesamte Ernteerlebnis
Ein Tag im Rebberg beginnt mit einer praxisnahen Einführung in das Handwerk der Weinlese: Erfahrene Winzerinnen und Winzer vermitteln die wichtigsten Grundlagen, bevor man selbst zur Rebschere greift und bei der aktiven Ernte hautnah im Einsatz ist. Nach der Arbeit an den Rebstöcken erhalten die Teilnehmenden faszinierende Einblicke in die verschiedenen Phasen der anschliessenden Weinherstellung.
Im zweiten Teil des Tages taucht man bei einem informativen Rundgang durch den Weinkeller dann tief in die Geheimnisse der Kellerkunst ein und lässt das Gelernte bei einer Degustation auf sich wirken. «Wir möchten das gesamte Erlebnis teilen, vom Rebberg bis in den Keller, damit die Teilnehmenden wirklich verstehen, was die Weinlese bedeutet», erklärt Julien Picard vom Maison Gilliard in Sion VS die Faszination des Ernteevents.
Gesprächsstoff gibt es genug: Etwa die Frage, wann Erntemaschinen Sinn machen oder wo Handarbeit im Steilhang unverzichtbar bleibt. Auch neuere Ansätze wie der Anbau von PIWI-Rebsorten sind ein Thema. Dabei handelt es sich um pilzwiderstandsfähige Züchtungen, die unabhängig vom Anbausystem weniger Spritzmittel benötigen.
Der Tag im Rebberg schweisst zusammen
Der Tag endet auf den Betrieben traditionell beim gemeinsamen Mittagessen im Kreis des Winzerteams. Dabei lassen sich alle Beteiligten die regionalen Produkte schmecken – und natürlich rundet ein passendes Glas Wein das Ernteabenteuer ab. Wer die Menschen hinter dem Wein kenne, erlebe ihn später anders, ist Benoit de Montmollin überzeugt. Und: Ein gemeinsamer Tag auf dem Weingut schweisst zusammen. Lachend fügt der Winzer an: «Am Anfang siezen sich alle, am Ende sind alle per Du.»
Entsprechend beliebt wurden diese Erlebnisweekends im Lauf der letzten Jahre. Wer nun selber Lust bekommen hat, bei «Am Puls der Ernte» dabei zu sein: Das Rebgut deiner Wahl findet sich via Button in der Box – oder nachfolgend mit drei Inspirationen aus den Kantonen Schaffhausen, Neuenburg und Wallis.
Drei Weingüter, drei ganz unterschiedliche Ernteerlebnisse
Maison Gilliard, Sion VS: Handarbeit im Steilhang
Das 1885 gegründete Weinhaus gehört zu den ältesten des grössten Weinkantons der Schweiz und liegt mitten in den Walliser Steilhängen. Besonders eindrücklich ist der Clos de Cochetta, der steilste Rebberg des Kantons, erschlossen nur über einen unterirdischen Tunnel. Nach der Handarbeit im Rebberg unter den Burghügeln Valère und Tourbillon folgt ein gemeinsames traditionelles Mittagessen mit den Winzerinnen und Winzern, inklusive kostenloser Degustation.
Domaine de Montmollin, Auvernier NE: Reben am Wasser
Der Familienbetrieb liegt direkt am Neuenburgersee und nutzt dessen Wärmeabgabe als natürliches Mikroklima. Seit dem 17. Jahrhundert baut die Familie de Montmollin hier Wein an, seit 2017 führen die Geschwister Rachel und Benoit den Betrieb in vierter Generation, Bio Suisse zertifiziert. Auf rund 50 Hektaren gedeihen vor allem Chasselas und Pinot Noir. Zum Abschluss gibt es für die Teilnehmenden Neuenburger Saucisson und Haselnusskuchen.
Weingut Waldmeier & Fasshotel, Trasadingen SH: Übernachten im Fass
Das Fasshotel besteht aus echten Weinfässern von 1939, deren Innenraum kajütenartige Schlafkammern mit je sechs Betten bietet. Seit den Grosseltern betreibt die Familie Waldmeier das Weingut im Klettgau, seit 1991 keltert Christian Waldmeier die Trauben von rund sieben Hektaren naturnah im eigenen Keller. Wer bei der Ernte mithilft, kann anschliessend gleich in einem der Fässer übernachten.
Dieser Beitrag wurde im Auftrag eines Kunden erstellt. Die Inhalte sind journalistisch aufbereitet und entsprechen den Qualitätsanforderungen von Ringier.
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