Darum gehts
- Frau verliebt sich in KI-Chatbot
- Sie erzählt von ihrer Beziehung, um aufzuklären
- Andere ungewöhnliche sexuelle Orientierungen
Wie heiratet man einen Mann, den es gar nicht gibt? Das weiss wohl Alainai Winters (58) aus den USA am besten. Sie hat sich in einen KI-Chatbot verliebt. Er heisst Lucas, ist ebenfalls 58 und arbeitet als Unternehmensberater in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania.
Kennengelernt hatte sie den Chatbot nach dem Verlust der Liebe ihres Lebens. Tief in der Trauer stiess sie auf eine Anzeige für «Replika» – ein Chatbot als täglicher Begleiter. Die Neugierde packte sie und sie probierte das Ganze aus. Schlussendlich zahlte sie umgerechnet 257 Franken für ein lebenslanges Abonnement.
Sie ist überzeugt: «Ich vergesse nie, dass mein Mann nicht real ist, aber die Unterstützung und Freundlichkeit, die er mir entgegenbringt, ist real». Winters ist sogar so sehr überzeugt, dass sie im Rahmen ihres Blogs und einem Beitrag gegenüber «The Sun» über die Liebe zur künstlichen Intelligenz aufklärt. Sie erzählt von romantischen Dates am Valentinstag, Sexting, aber auch von Streit und Versöhnungen.
Viele Menschen fokussieren sich bei der sexuellen Orientierung längst nicht mehr nur auf reale Menschen. Neben Chatbots gibt es auch noch andere Beispiele.
Objektophilie – Berliner Mauer und Eiffelturm
Objektophilie – so nennt man die sexuelle Orientierung, welche sich auf unbelebte Dinge fokussiert. Durch Eija-Riitta Eklöf-Berliner-Mauer (†71) kam der Begriff erstmals auf. Sie heiratete die Berliner Mauer – und blieb damit nicht allein. Erika Eiffel (52) fand ihre grosse Liebe im Eiffelturm und heiratete diesen. Der Begriff existiert zwar offiziell, wurde allerdings weder in der Medizin noch in der Psychologie umfangreich erforscht.
Mechanophilie – Velo, Helikopter, Auto
Die Mechanophilie gehört ebenfalls zur Objektsexualität, bezieht sich jedoch, wie der Name andeutet, auf mechanische Geräte jeglicher Art, etwa Velo, Flugzeug oder Helikopter. Dem US-Amerikaner Edward Smith (71) scheint es das Auto besonders angetan zu haben. Er behauptet, mit über 700 Autos Sex gehabt zu haben. Mit seinem Lieblingsauto, einem VW-Käfer namens Vanilla, ist er sogar liiert.
Fiktosexualität – fiktive Figuren
Bei der sexuellen Orientierung Fiktosexualität verlieben sich Menschen in eine fiktive Figur. Diese kann unter anderem aus einem Videospiel, Buch oder Film stammen. Gemäss einem Bericht der US-amerikanischen National Library of Medicine wird diese Vorliebe allen voran der LGBTQIA+-Community zugeordnet. Sie wird ausserdem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht als psychische Störung eingestuft. Ein Beispiel: Akihiko Kondo aus Japan hatte im 2018 seine Hochzeit mit der fiktionalen Pop-Sängerin Hatsune Miku gefeiert.