«Es ist extrem viel passiert in den letzten Jahren», sagt Silvio Tönz mit Blick auf seinen ursprünglich erlernten Beruf als Polymechaniker. «Wo früher ölige, grüne Maschinen im Dreck standen, bedienen wir heute modern designte Anlagen mit Touchpads, die voll der digitalen Welt entsprechen. Auch bei den Werkzeugen selbst gab es eine gewaltige Entwicklung.»
Tönz steht in den Räumlichkeiten der Firma Bucher Hydraulics AG in Neuheim ZG, wo die Infrastruktur den Anforderungen der digitalisierten Industrie bereits vollumfänglich entspricht. Der 30-Jährige ist beim weltweiten Anbieter für hydraulische Antriebs- und Steuertechnik als Experte für Manuel Nussbaumer im Einsatz, der hier im Jahr 2024 seine Berufslehre als Polymechaniker CNC Fräsen abgeschlossen hat. Dank seiner Goldmedaille an den SwissSkills im vergangenen Herbst in Bern darf sich der 22-Jährige nun zusammen mit Silvio Tönz auf die diesjährige WorldSkills im September in Shanghai vorbereiten.
Eine wertvolle Zeit, die Nussbaumer bestmöglich nutzen möchte. «Ich will möglichst viel aus dieser Zeit, in der ich trainiere, herausholen», sagt er dazu. «Die Konkurrenz aus Asien ist sehr stark. Deshalb will ich mich besonders beim Routinentraining verbessern, das beim Wettkampf den Unterschied machen kann.» Damit ist unter anderem das Programmieren der Maschinen gemeint. Dabei wird definiert, mit welchen Werkzeugen, Strategien und Schnittdaten ein Bauteil hergestellt wird. Nussbaumer: «Es ist viel wert, wenn man die Maschinen laufen lassen kann und nicht die ganze Zeit daneben stehen muss.»
Lebenslang am Ball bleiben – von Anfang an
Ein Beispiel, das zeigt, wie analytisch der junge Polymechaniker vorgeht. Experte Tönz stellt Manuel Nussbaumer in Sachen Lernbereitschaft ein ausgezeichnetes Zeugnis aus. «Er holt Fachwissen bei Partnern ein, testet, strukturiert und dokumentiert alles. Hinzu kommt seine grosse Offenheit. Das sind alles Punkte, die hinsichtlich des sich rasant wandelnden Berufsbilds eines Polymechanikers Gold wert sind. Man muss bereit sein, die Extrameile zu gehen, auch wenn der neue Weg erst einmal Zusatzaufwand bedeutet.»
Das Konzept im Zusammenhang mit der zusehends komplexeren Arbeitswelt heisst «lebenslanges Lernen». Ohne dieses ständige «Am-Ball-Beiben» gehe es heute nicht mehr, betont Fachmann Tönz. «Die Gefahr, abgehängt zu werden, lauert überall. Wenn man neue Möglichkeiten ignoriert, verliert man als Firma schnell den Anschluss und auch die Wettbewerbsfähigkeit.» Wer weiss, wie man von Innovationen Gebrauch machen kann, hat die Chance, seine Produktivität zu steigern.
42 junge Berufstalente repräsentieren die Schweiz und unser Berufsbildungssystem an den WorldSkills 2026 in Shanghai. UBS engagiert sich umfassend im Rahmen aller SwissSkills-Plattformen, die das Ziel haben, die Exzellenz der Berufsausübung in der Schweiz langfristig zu stärken.
Hierzu gehört auch die Förderung der SwissSkills Berufsnationalmannschaft. Die Mitglieder erhalten in der Vorbereitung auf internationale Meisterschaften Unterstützung, damit sie die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Ausbildungssystems im internationalen Umfeld unter Beweis stellen können.
Ringier Medien Schweiz ist offizieller Medienpartner von SwissSkills.
42 junge Berufstalente repräsentieren die Schweiz und unser Berufsbildungssystem an den WorldSkills 2026 in Shanghai. UBS engagiert sich umfassend im Rahmen aller SwissSkills-Plattformen, die das Ziel haben, die Exzellenz der Berufsausübung in der Schweiz langfristig zu stärken.
Hierzu gehört auch die Förderung der SwissSkills Berufsnationalmannschaft. Die Mitglieder erhalten in der Vorbereitung auf internationale Meisterschaften Unterstützung, damit sie die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Ausbildungssystems im internationalen Umfeld unter Beweis stellen können.
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Eine Tatsache, der sich auch Manuel Nussbaumer bereits sehr bewusst ist. «Die Maschinen, die wir bedienen, werden immer genauer und schneller, wir arbeiten bereits auf 0,006 Millimeter präzise. Und auch die Programmiersysteme verbessern sich laufend.» Er zieht einen eindrücklichen Vergleich: «Wenn man die Wettbewerbsteile vor zehn oder zwanzig Jahren mit denjenigen von heute vergleicht, sieht man einen extremen Unterschied.» Der Grund: Bauteile wurden komplexer, aufwendiger und umfangreicher.
Die Entwicklung sei noch lange nicht abgeschlossen, fügt Nussbaumer an. «Wir haben eine derart rasante Veränderung bei der Technik, da ist es schwierig zu sagen, was in zwei oder drei Jahrzehnten ist.» Vor diesem Hintergrund sei es äusserst wichtig, konkurrenzfähig zu bleiben. «Ich bin jemand, der immer lernen will und lernen wird.»
Künstliche Intelligenz versus Grundverständnis der Mechanik
Dies gilt zum Beispiel auch beim Thema Künstliche Intelligenz. Zur Zeit seiner Lehre, die ja erst ein paar Jahre zurückliegt, sei KI noch kaum ein Thema gewesen, erzählt Nussbaumer. Im jetzigen Alltag halte sie aber mehr und mehr Einzug – etwa bei der Programmierung von Maschinen, bei Berechnungen, bei Schnittdaten von Werkzeugen oder auch in der Erstellung von Offerten und insgesamt beim Automatisieren der Prozesse.
Nebst den Chancen sieht Manuel Nussbaumer bei der KI auch Risiken. «Wenn man alles nur noch in die KI einspeist, überlegt man selbst nichts mehr, und das wichtige Grundverständnis der Mechanik geht verloren.» Für ihn und Silvio Tönz ist klar, dass in Sachen des lebenslangen Lernens bei aller Offenheit auch das kritische Denken künftig noch wichtiger wird.
Dass KI den Menschen komplett in ihrem Berufszweig ersetzen kann, glauben die beiden nicht. «Den Menschen braucht es in Sachen Kreativität, beim Handwerk oder beim feinen Gespür für das Material – und immer dann, wenn Unvorhersehbares passiert oder etwas ausserhalb von trainierten Mustern aufkommt», so Silvio Tönz.
Was schafft Stabilität im konstanten Wandel?
Das sich trotz viel Wandel im beruflichen Umfeld nicht verändernde Grundprinzip des Jobs «Werkzeug auswählen, Schnittdaten definieren und Teil einfräsen», sei eine der wichtigsten Konstanten des Berufs eines Polymechanikers, so Tönz. Die Stabilität der Firma aufgrund beständiger Ziele und einer klaren Strategie eine andere. Schliesslich muss jede und jeder Arbeitnehmende auch selbst für Kontinuität sorgen: indem er seinen Rucksack an Skills konsequent füllt. «Das ist überhaupt das Beste, um für jegliche beruflichen Herausforderungen und Veränderungen gerüstet zu sein.»
Seine eigene SwissSkills-Teilnahme taxiert Tönz in diesem Zusammenhang als besonders grossen Schritt für seine fachliche und menschliche Entwicklung. «Man lernt, mit enormem Druck umzugehen und grosse Ziele zu erreichen – und das in einer Umgebung mit Lärm und Zuschauern, was man sich nicht gewohnt ist. Diese Erfahrungen bereichern meinen Arbeitsalltag bei Hamilton Bonaduz AG auch heute noch.»
Die intensive und professionelle Vorbereitung auf die WorldSkills wird von manchen gar mit dem Effekt von zehn Jahren Berufserfahrung in kürzester Zeit verglichen. «Man erreicht eine fachliche Tiefe, die sonst kaum möglich wäre», so Tönz. «Auch das Netzwerk ist einmalig: Man lernt Profis aus verschiedensten Branchen kennen. Wir arbeiten heute sogar mit Mentaltrainern zusammen, um Methoden gegen das Gedankenkarussell zu lernen. Diese Professionalität aus dem Spitzensport auf den Beruf zu übertragen, ist eine grosse Stärke dieses Weges.»
Die Teilnahme an den Berufsmeisterschaften hätten ihn nicht zuletzt dazu motiviert, im Anschluss an die Berufsausbildung die Berufsmaturitätsschule zu absolvieren und danach noch Maschinentechnik sowie das Master-Studium in Medical Engineering in Angriff zu nehmen. Kumuliertes Wissen im Rahmen seines lebenslangen Lernens, das er nun jungen Berufsleuten wie Manuel Nussbaumer mitgeben kann. Dessen Rucksack hat sich seit dem letzten Herbst dank der wertvollen SwissSkills-Erfahrung ebenfalls weiter gefüllt. Sein wichtigstes Learning? «Dass man nie aufgeben darf und dranbleiben muss», bilanziert er. «Wenn man zur Spitze gehören will, muss man auch so trainieren.»
Manuel Nussbaumer kniet sich deshalb weiter in die Vorbereitungstrainings rein, um im Herbst beim grossen Jahresziel in China zu glänzen. Das tue er aber nicht nur für sich allein, betont der Zuger. «Ich entwickle mich auch für meinen Arbeitgeber weiter. Damit das, was ich lerne und trainiere, danach im Betrieb Früchte tragen kann.»
Dieser Beitrag wurde vom Ringier Brand Studio im Auftrag eines Kunden erstellt. Die Inhalte sind redaktionell aufbereitet und entsprechen den Qualitätsanforderungen von Ringier.
Kontakt: E-Mail an Brand Studio
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