Luna Schaller steht vor ihrem Tageswerk: Eine Trockenbauwand, bereit für die Verspachtelung. Konzentriert und speditiv hat sie gearbeitet, jedes Detail sitzt. Doch dann kommt der Bauleiter mit neuen Vorgaben: geänderte Schallschutzanforderungen. Ein Teil der Arbeit muss angepasst werden. Dies bedeutet ein Schritt zurück, um am Ende die geforderte Qualität sicherzustellen.
Eine Szene, wie sie auf Baustellen heutzutage nicht selten vorkommt, wie Leo Stillhard sagt. «Es läuft selten alles nach Plan. Zeitdruck, kurzfristige Änderungen oder Koordinationsprobleme gehören zum Alltag», sagt der Geschäftsführer der Groupe Egli in Biel BE. Das traditionsreiche Unternehmen gehört zu den führenden Spezialisten im Innenausbau und deckt mit Gipser-, Trockenbau-, Maler- und Fassadenarbeiten sowie innovativen Bodensystemen das gesamte Tätigkeitsfeld ab – und ist zugleich Arbeitgeber von Luna Schaller. Kurzfristige Planänderungen während der Ausführung seien typisch. «Da muss schnell reagiert werden, ohne Qualität oder Termine zu gefährden.» Und wenn mehrere Betriebe gleichzeitig arbeiten würden, könne es zu Konflikten kommen.
Reines Handwerk alleine reicht nicht mehr aus
Die Baubranche sei aufgrund der technischen Entwicklung insgesamt schneller und komplexer geworden und stärker vernetzt, gibt der Experte zu bedenken. Termine werden dadurch enger angesetzt, Projekte grösser und die Schnittstellen zwischen den involvierten Parteien anspruchsvoller. «Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Bauherrschaft an Qualität, Nachhaltigkeit und Effizienz», sagt Stillhard. Kurz: Wer heute erfolgreich sein will, muss flexibel sein und vorausschauend planen.
Das gilt auch für den Beruf von Stillhards Auszubildender Luna Schaller. Die SwissSkills-Siegerin von 2025 absolviert die dreijährige Lehre als Gipserin-Trockenbauerin. Früher stand beim Gipser vor allem die reine Handarbeit im Fokus, heute kommen vermehrt Themen wie Systemaufbauten, Akustik, Brandschutz, Nachhaltigkeit und digitale Planung dazu, erklärt der Ausbildner. Das heisst: Die Anforderungen an Präzision und Qualität sind gestiegen – junge Berufsleute müssen heute nicht nur handwerklich begabt sein, sondern auch Pläne lesen, Prozesse verstehen und Verantwortung auf der Baustelle übernehmen.
42 junge Berufstalente repräsentieren die Schweiz und unser Berufsbildungssystem an den WorldSkills 2026 in Shanghai. UBS engagiert sich umfassend im Rahmen aller SwissSkills-Plattformen, die das Ziel haben, die Exzellenz der Berufsausübung in der Schweiz langfristig zu stärken.
Hierzu gehört auch die Förderung der SwissSkills Berufsnationalmannschaft. Die Mitglieder erhalten in der Vorbereitung auf internationale Meisterschaften Unterstützung, damit sie die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Ausbildungssystems im internationalen Umfeld unter Beweis stellen können.
Ringier Medien Schweiz ist offizieller Medienpartner von SwissSkills.
42 junge Berufstalente repräsentieren die Schweiz und unser Berufsbildungssystem an den WorldSkills 2026 in Shanghai. UBS engagiert sich umfassend im Rahmen aller SwissSkills-Plattformen, die das Ziel haben, die Exzellenz der Berufsausübung in der Schweiz langfristig zu stärken.
Hierzu gehört auch die Förderung der SwissSkills Berufsnationalmannschaft. Die Mitglieder erhalten in der Vorbereitung auf internationale Meisterschaften Unterstützung, damit sie die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Ausbildungssystems im internationalen Umfeld unter Beweis stellen können.
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Deshalb werden Softskills immer wichtiger. Faktoren, die heute oft genauso über den Erfolg entscheiden wie das fachliche Können, wie Experte Stillhard sagt. «Wer ruhig bleibt, lösungsorientiert denkt und an sich glaubt, hat einen klaren Vorteil.» Skills, die zum grössten Teil trainierbar seien. «Ein gewisses Grundtalent hilft natürlich, aber durch Erfahrung, gezielte Übungen und die richtige Begleitung kann man Resilienz, Selbstvertrauen und mentale Stärke deutlich entwickeln.» Entscheidend ist hier die Einstellung: Wer bereit ist, an sich zu arbeiten, kann sein volles Potenzial entfalten.
Ideales Zusammenspiel von Lehren und Lernen
So wie Luna Schaller, die ihren Beruf gewählt hat, weil ihr die Abwechslung und die Diversität gefallen, und weil sie Stärken wie Kreativität und Spontaneität ausleben kann. Dass der Job zunehmend weitere Ansprüche erfordert, spürt die Bernerin in herausfordernden oder aber auch in stressigen Situationen. Sie weiss, wie darauf zu reagieren ist. «Wenn Druck da ist, kann ich mich oft beruhigen und kann meine Nervenstärke einsetzen», sagt sie. Eine Szene, wie eingangs beschrieben, meistert Schaller problemlos. «Ich habe viel dazugelernt in der Lehre.»
Zu einem grossen Teil habe sie diesen Lerneffekt ihrem Ausbildner Stillhard zu verdanken. Er habe ihr nicht nur Berufliches oder verschiedene Sichten aufs Leben vermittelt, die ihr im Alltag helfen. Sie habe auch wachsen können, weil er Fehler stets zugelassen habe. «Für ihn ist es nicht schlimm, wenn ein Fehler passiert. Er sagt: ‹Dann machen wir es halt wieder neu. Seine Gelassenheit selbst in den stressigsten Situationen ist für mich vorbildlich.»
Stillhard selbst sagt, er habe bei der Ausbildung stets darauf geachtet, Luna Erfahrung und gezieltes Know-how mitzugeben. «Durch meine eigene Laufbahn als Teilnehmer bei den Worldskills 2009, Experte bei den EuroSkills und WorldSkills sowie Chief Expert und Skill Competition Manager für die WorldSkills international sowie als unabhängiger Testprojekt-Entwickler weiss ich genau, worauf es ankommt und wo die entscheidenden Punkte liegen.» Auf diese Weise könne er den Lernenden gezielt vermitteln, was wirklich wichtig sei. «Gleichzeitig schaffen wir realistische Drucksituationen, klare Abläufe und eine regelmässige Feedbackkultur. Ziel ist, dass die Lernenden Tools an die Hand bekommen, um unter Stress strukturiert zu bleiben und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Denn genau das macht am Ende den Unterschied aus.»
Die Groupe Egli legt grossen Wert auf Qualität, Eigenverantwortung und ein ganzheitliches Verständnis des Berufs und investiert viel in die Entwicklung der Nachwuchskräfte. Das Credo: Die Lernenden sollen nicht nur ausführen, sondern verstehen, was sie tun, technisch wie auch organisatorisch. Dazu gehören sorgfältiges Arbeiten, Termintreue, Teamfähigkeit und der professionelle Umgang mit Drucksituationen. Zudem sollen die Lernenden dazu entwickelt werden, Verantwortung zu übernehmen und die Branche mitzuprägen.
SwissSkills als perfektes Softskills-Übungsfeld
Die Strategie ist bei Luna Schaller aufgegangen. Sie habe jeweils die richtigen Schlüsse aus dem Vermittelten gezogen, lobt Stillhard. «Luna bringt eine sehr gute Kombination aus Fachkompetenz und mentaler Stärke mit, bleibt auch in stressigen Situationen ruhig und hat ein gesundes Selbstvertrauen.» Besonders hervorzuheben seien ihre Lernbereitschaft und ihr Wille, sich ständig zu verbessern. «Das ist entscheidend auf diesem Niveau.»
Das zeige sich auch bei Wettbewerben wie etwa den SwissSkills, bei denen genau diese Stärken zum Tragen kommen. Denn: «Unter Druck performen nur jene, die mental stark sind», so Stillhard. Luna meisterte die Aufgaben im letzten September in Bern mit Bravour: Sie holte Gold und ist damit Schweizer Berufsmeisterin. Dennoch bleibt sie bescheiden. «Mir war nicht wichtig, zu gewinnen, sondern eine gute Zeit mit den Teilnehmenden zu haben. Ich denke, genau diese Einstellung macht es aus. Wir Menschen sollten nicht zu verbissen gewinnen wollen, sondern die Zeit geniessen, unser Bestes geben und hoffen, dass alles passt.»
Mit der gleichen Einstellung reist die Bernerin im kommenden Herbst an die WorldSkills nach Schanghai, auf die sie sich derzeit zusammen mit Leo Stillhard vorbereitet. Sie möchte für den Wettkampf in China noch Techniken mit neuem Material erlernen und vor allem in gewissen Tätigkeiten schneller und genauer arbeiten können, so der Plan. Sie fügt an: «Es wäre schön, wieder mit einer Goldmedaille nach Hause zu reisen. Aber wir werden sehen, wie es kommt.»
Dieser Beitrag wurde vom Ringier Brand Studio im Auftrag eines Kunden erstellt. Die Inhalte sind redaktionell aufbereitet und entsprechen den Qualitätsanforderungen von Ringier.
Kontakt: E-Mail an Brand Studio
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