Darum gehts
- 13 Fragen für Headhunter zeigen Qualität und Professionalität des Angebots
- Exklusive Suchaufträge und Remote-Führungskompetenzen entscheidend für moderne Arbeitswelt
- In der Schweiz arbeiten zahlreiche Headhunter, viele ohne konkrete Stellenangebote
Viele freuen sich, wenn sie den Anruf eines Headhunters erhalten. Immerhin könnte das ein Zeichen dafür sein, dass man in der Branche anerkannt und für andere Arbeitgeber interessant ist. Bei der Vielzahl von Headhuntern in der Schweiz muss man aber stets zwischen seriösen und weniger seriösen Angeboten unterscheiden. Mit folgenden Rückfragen erkennst du, wie professionell ein Headhunter arbeitet.
13 wichtige Fragen an Headhunter:
Sammeln Sie Informationen für Ihre Datenbank?
Immer wieder rufen Headhunter Spezialistinnen und Spezialisten an, ohne eine konkrete Position anzubieten. Hingegen sammeln sie dabei Informationen für die eigene Datenbank, um für zukünftige Suchaufträge besser gerüstet zu sein. Überlege dir gut, ob du so freundlich bist, dem Headhunter bei seiner Arbeit zu helfen, oder ob die Datenabfrage für dich nutzlos ist. Frage zudem, was er mit den erhobenen Daten genau anstellt und in welchen Datenbanken diese abrufbar sind. Du kannst auch festhalten, dass du informiert werden willst, bevor die Daten genutzt werden.
Wie sind Sie ausgerechnet auf mich gekommen?
Massenanrufe von Headhuntern lassen sich als solche leicht durch diese Frage entblössen. Wenn der Headhunter dir nur dein Linkedin-Profil herunterbetet und keine Informationen über dich hat, die darüber hinausgehen, solltest du skeptisch werden. Je personalisierter die Anfrage, desto vielversprechender ist auch eine erfolgreiche Vermittlung. Massenabfragen kosten dich in den meisten Fällen nur wertvolle Zeit. Im Idealfall kann der Headhunter dir erklären, warum du dich an der neuen Stelle weiterentwickeln könntest.
Welche Details kennen Sie, die über die Stellenanzeige hinausgehen?
Nach einem ersten Anruf kann dir der Headhunter eine Stellenanzeige zustellen, sofern die Stelle öffentlich ausgeschrieben ist. Frage nach, was der Headhunter über die Anzeige hinaus weiss. Je genauer er die Firmenkultur oder spezielle Anforderungen kennt, desto besser stehen die Erfolgschancen.
Haben Sie schon mal eine Stelle auf diesem Level vermittelt?
Je nachdem, wie weit oben du auf der Karriereleiter bist, spielt es eine Rolle, ob der Headhunter Erfahrungen mit deinem Level hat. Das erspart dir viel Mühe im Vermittlungsprozess, wenn du dich wirklich für die Stelle interessierst.
Besteht ein exklusiver Suchauftrag?
Die erfolgreichsten Headhunter erhalten von Firmen exklusive Suchaufträge für eine Position. Viele sind spezialisiert auf eine gewisse Branche oder ein Managementlevel. Es spricht auch nicht unbedingt für die Firma, wenn mehrere verschiedene Headhunter beauftragt wurden, Kandidatinnen und Kandidaten für eine Position anzusprechen. Im schlimmsten Fall bekommst du nach dem Headhunter-Anruf gleich noch einen Call und musst erklären, dass du schon mal angefragt wurdest. Je exklusiver der Suchauftrag, desto ernster meint es das Unternehmen mit der Besetzung – und desto wichtiger ist die betreffende Stelle in der Unternehmenspolitik.
Wie sieht die Homeoffice-Politik der Firma aus?
Fast jedes Unternehmen hat sich inzwischen für längerfristige Regeln bezüglich Homeoffice und Remote Work entschieden. Der Headhunter muss dir die Details aus diesen Regeln genauso nennen können wie Details zum Compensation-Paket. Headhunter, die die Aspekte Homeoffice in Bezug auch auf Managerpositionen nicht berücksichtigen, sind in der Vergangenheit stecken geblieben.
Wie viele Kandidaten und Kandidatinnen haben Sie schon an die Firma vermittelt?
Du musst herausfinden, ob der Headhunter eine wirkliche Beziehung zu einer Firma hat oder nur Lebensläufe sammelt und diese an die Firma schickt. Im letzteren Fall ist der Headhunter nämlich erst beim Versuch, ein Mandat zu bekommen, und benutzt deine Angaben für dieses Ziel. Das kann sich für dich sogar imageschädigend auswirken, weil dein Lebenslauf in Firmen herumliegt, für die du dich gar nicht interessierst, oder weil du mit Jobs in Verbindung gebracht wirst, die eventuell sogar unter deinem Level liegen. Je enger die Verbindung des Headhunters mit der Firma ist, umso besser. Vielleicht kennst du ja eine Person, die der Headhunter bereits vermittelt hat, und kannst daraus Schlüsse ziehen.
Sind Remote-Führungskompetenzen erforderlich?
Moderne Headhunter haben oftmals das Ziel, nicht nur einen Job zu vermitteln, sondern eine Führungskraft auch nach der Anstellung zu begleiten und sie zum Thema Führung zu schulen. Mit dieser Frage findest du heraus, ob sich der Headhunter mit dem Thema Remote Leadership beschäftigt hat und dieses Thema mit seinem Auftraggeber bespricht. Tut er das nicht, steckt er noch in der alten Leadership-Welt fest und erhält wahrscheinlich auch keine Mandate von Firmen, die bei diesem Thema innovativ sind.
Wie lange suchen Sie schon nach einem Kandidaten, einer Kandidatin?
Je nach Offenheit des Headhunters kannst du aus seiner Antwort einiges über die Firma und den Prozess, der dort auf dich zukäme, herauslesen. Wenn du der erste Kandidat oder die erste Kandidatin bist, der oder die angesprochen wird, dauert der Vermittlungsprozess länger, weil die Firma noch weitere Vergleichskandidaten haben will oder muss. Sucht der Headhunter schon lange nach einer Kandidatin, frag nach, woran es liegt. Finde heraus, was die spezifischen Kriterien sind, an denen die bisherigen Kandidatinnen und Kandidaten scheiterten oder bei denen sie sich nicht mit der Firma einigen konnten. Wenn du früh merkst, dass du diese Kriterien ebenfalls nicht erfüllst, nimm dich aus dem Rennen, um nicht ein weiterer Mismatch zu sein.
Was sind die Eckpunkte des Compensation-Pakets?
Ein professioneller Headhunter wird dir diese Eckpunkte nennen können. Wenn er sich weigert, über Zahlen zu reden, kennt er sie entweder selbst nicht – und ist dementsprechend weit weg von der Firma, die ihm den Auftrag gibt –, oder die Zahlen sind so niedrig, dass er sie nicht nennen will. Gibt es keine Infos zur Kompensation, kannst du den Headhunter vergessen.
Wie ist das Unternehmen in der Branche positioniert?
Die Seriosität des Headhunters kannst du ebenfalls schnell beurteilen, indem du nach einer Einschätzung zur Branche, in der gesucht wird, fragst. Wenn du das Gefühl hast, dass der Headhunter Kenntnisse über den Markt hat, ist er eher vertrauenswürdig. Wichtig zu verstehen: Der Headhunteranruf sollte nie nur als einseitige «Ehre» empfunden werden. Wenn du von einem Headhunter kontaktiert wirst, musst und darfst du ihn als Gegenüber auf Augenhöhe und Sparringpartner behandeln. Gibt dir ein Headhunter das Gefühl, dass du dankbar für seinen Anruf sein solltest, geh auf Abstand.
Nach welchem Vergütungsmodell arbeiten Sie in diesem Mandat?
Der Headhunter muss dir natürlich nicht seinen Gehaltszettel vorlegen. Aber es kann aufschlussreich sein, zu erfahren, ob er nach dem Contingency- oder dem Retain-Modell bezahlt wird. Beim Contingency-Mandat erhält der Headhunter ein Honorar bei Vertragsunterzeichnung einer Kandidatin oder eines Kandidaten, beim Retained-Mandat wird das Honorar in drei Stufen ausgezahlt: bei Auftragsvergabe, bei Vorstellung eines Kandidaten oder einer Kandidatin und bei der Vertragsunterzeichnung. Headhunter, die nach dem Retain-Modell, also mehrstufig, bezahlt werden, sind meistens etablierter – und die Firmen sind bereit, bereits für den Suchprozess und die Präsentation der Kandidatinnen und Kandidaten Geld zu bezahlen. Das gibt zudem einen Hinweis auf das Commitment der Firma, die Stelle auch wirklich zu besetzen.
Wo befindet sich Ihr Büro?
Der Markt der Headhunter reicht von noblen Vermittlungsagenturen bis zu agilen Einzelkämpferinnen. Wenn jemand von zu Hause aus arbeitet, muss das nicht zwangsläufig gegen seine Qualität sprechen. Aber grössere Firmen vergeben Aufträge eher nicht an freiberufliche Kandidatenfinder. Je nachdem, wie dein professionelles Profil aussieht, kannst du entscheiden, ob du dich von einem Freiberufler vermitteln lassen willst.