Hunderte Studenten stehen Schlange für Medikamente
0:30
Meningitis-Ausbruch in England:Hunderte Studenten stehen Schlange für Medikamente

Tote und Hunderte Betroffene
Nachtclubbesuch führt zu Todesfällen

Ein Ausbruch von Hirnhautentzündung – medizinisch Meningitis – schreckt England auf. Betroffen sind vor allem junge Erwachsene, einige schweben in Lebensgefahr. Nun wird ermittelt, ob die Fälle mit Nachtclub und einer Schulparty zusammenhängen.
Kommentieren
1/7
Juliette K. überlebte den Meningitis-Ausbruch nicht.
Foto: Facebook

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Meningitis-Ausbruch in Kent: Zwei Tote, 13 Erkrankte, Verdacht auch in London
  • Nachtclub-Besucher und Schüler von Partys betroffen, 2000 Personen potenziell gefährdet
  • 30'000 Menschen informiert, Antibiotika und Masken verteilt, Prüfungen abgesagt
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
gina-grace-zurbrügg-ringier.jpg
Gina Grace ZurbrüggRedaktorin News

In der englischen Grafschaft Kent sorgt ein Meningitis-Ausbruch für Angst. Bisher sind 15 Menschen erkrankt, zwei junge Frauen, Juliette K.* (†18) und Keeleigh G.* (†21), starben. Die meisten Erkrankten sind so alt, wie die Toten, zwischen 18 und 21 Jahre alt. Mehrere befinden sich in kritischem Zustand, mindestens eine Person soll im Koma liegen. Auch in London gibt Berichten zufolge einen Verdachtsfall.

Die Infektionen stehen mit dem Nachtclub Chemistry in Canterbury in Verbindung. «Untersuchungen haben bestätigt, dass einige der Betroffenen den Club Chemistry in Canterbury zwischen dem 5. und 7. März besucht hatten, bevor sie erkrankten», erklärte die britische Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA).

Laut Betreiber waren in diesem Zeitraum rund 2000 Menschen vor Ort. Zudem könnte eine Party in Whitstable, an der Schülerinnen und Schüler der Langton Boys School und der Langton Girls School teilnahmen, mitursächlich sein. Auch dort wurden Fälle verzeichnet.

Die UKHSA empfiehlt allen Clubbesuchern sowie deren Kontaktpersonen, vorsorglich Antibiotika einzunehmen. Vor der University of Kent bildeten sich lange Schlangen. Insgesamt wurden 30'000 Menschen informiert. Auf dem Campus wurden zusätzlich Masken verteilt.

Übertragung, Schutzmassnahmen und Reaktionen

Meningokokken sind Bakterien, die Meningitis, eine schwere Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, auslösen können. Sie werden über Tröpfcheninfektion übertragen, etwa durch Husten, Niesen oder Küssen. Antibiotika bieten sofortigen Schutz, Impfungen sichern langfristig ab.

Infektionsexperte Andrew Preston von der University of Bath nannte den aktuellen Ausbruch «ungewöhnlich» und «besorgniserregend». Er und ein Kollege könnten an keinen Ausbruch «von dieser Grösse und Geschwindigkeit» in den vergangenen Jahren erinnern.

Eine mögliche Erklärung für das häufigere Auftreten sei die Kombination aus den seit der Covid-19-Pandemie niedrigeren Impfraten und einem neuen Meningokokken-B-Stamm mit verändertem Verhalten, berichtet die «Daily Mail». Geteilte E-Zigaretten könnten zudem Infektionen begünstigt haben.

Mehrere Schulen und die University of Kent haben Präsenzprüfungen abgesagt und auf Fernunterricht umgestellt. Die UKHSA steht in der Kritik, da die Öffentlichkeit erst rund 48 Stunden nach Bekanntwerden informiert wurde.

Die Krankheit beginnt plötzlich mit Fieber, Kopf- und Nackenschmerzen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit und starker Unruhe. Wer Symptome bemerkt, sollte sofort medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

* Namen bekannt

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen