Kommt häufig vor – wird sehr spät diagnostiziert
Diese Erkrankung schädigt Vulva und Vorhaut

Lichen Sclerosus ist eine schmerzhafte Hauterkrankung des äusseren Genitals. Obwohl die Krankheit häufig vorkommt, müssen Betroffene oftmals lange auf eine Diagnose warten. Das kann fatale Folgen haben.
Publiziert: 17.01.2024 um 11:44 Uhr
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Aktualisiert: 17.01.2024 um 15:51 Uhr
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Lichen Sclerosus ist eine Hauterkrankung des äusseren Genitals.

Sie ist kaum bekannt, tritt aber relativ häufig auf: Lichen Sclerosus. Dabei handelt es sich um eine schmerzhafte, schubhaft verlaufende Hauterkrankung des äusseren Genitals.

Eine Betroffene hat mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland über die Erkrankung gesprochen. Obwohl sie bereits als junge Frau immer wieder Beschwerden hatte, erhielt sie erst im Alter von 47 Jahren eine Diagnose. Um anderen Betroffenen zu helfen, setzt sie sich deshalb jetzt für mehr Aufklärung ein. 

«Jeder Toilettengang war mit grossen Schmerzen verbunden»

«Ich habe einfach alles ausprobiert und war langsam verzweifelt», berichtet die Frau. Ab Anfang 40 habe sie unter Juckreiz im Intimbereich, Trockenheit und Brennen sowie aufgerissenen wunden Stellen im äusseren Genitalbereich gelitten. Hinzu kam eine besonders schlimme Blasenentzündung. «Jeder Toilettengang war mit grossen Schmerzen verbunden», erinnert sie sich.

Schliesslich stellt sie Veränderungen an ihrer Vulva fest. Die kleinen Schamlippen hätten sich zurückgebildet oder seien gar fast ganz verschwunden. Nach weiteren Jahren der Ungewissheit erhält sie die Diagnose Lichen Sclerosus.

Während eine Erkrankung bei Frauen zur Rückbildung der Schamlippen und der Klitoris führen kann, entzündet oder verengt sich bei Männern die Vorhaut oder es kann zu einer Eichelentzündung oder schmerzhaften Vorhautrissen kommen.

Bleibt die Erkrankung unerkannt, kann sich Krebs entwickeln

Wie es im Bericht heisst, wird Lichen Sclerosus häufig erst sehr spät diagnostiziert. Nichtsdestotrotz kommt die Krankheit relativ häufig vor. Dem Verein Lichen Sclerosus mit Sitz in Rheinfelden zufolge erkrankt eine von 50 Frauen im Laufe ihres Lebens daran. Frauen leiden zudem viermal häufiger daran als Männer.

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Der Gynäkologin Ingeborg Voss-Heine zufolge sind die Ursachen für eine Erkrankung nicht bekannt, trotzdem gebe es einige Risikofaktoren. «Einige Betroffene haben auch andere Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ 1, zudem scheint es eine Häufung in bestimmten Familien, also genetische Einflüsse zu geben», sagte die Expertin zum Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Bleibt die Erkrankung unerkannt, kann dies fatale Folgen haben: Unbehandelt könnten sich schlimme Vernarbungen und Gewebeschwund entwickeln. Hinzu komme ein gewisses Risiko, dass sich Lichen Sclerosus zu Vulva-Krebs entwickelt. 

Da die Krankheit häufig das Sexleben und die Beziehung belasten könne, ist es der Betroffenen zufolge umso wichtiger, das Tabu zu brechen und die Gesellschaft für die Erkrankung zu sensibilisieren. Um den Schmerzen beim Geschlechtsverkehr entgegenzuwirken, könne beispielsweise Beckenbodenentspannung helfen.

Um die erkrankte Haut wiederaufzubauen, habe sie sich zudem einer mehrmaligen Laserbehandlung unterzogen. (dzc)

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