Erkältung im Sommer
Macht die Klimaanlage krank?

Auch diese Woche kletterten die Temperaturen wieder regelmässig über 30 Grad. Für viele ein Grund, die Klimaanlage anzumachen. Kann man sich dadurch erkälten?
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Eine Erkältung kann einen auch im Sommer heimsuchen.
Foto: Getty Images
Moritz Lüchinger

Der Terminus Erkältung lässt ja eigentlich darauf schliessen, dass man sich eine solche eher in den kalten Jahreszeiten einfängt. Falsch gedacht. Eine Erkältung ist nicht primär von der Jahreszeit abhängig. Denn eigentlich ist sie eine ganz normale Viruserkrankung, die weniger mit der Temperatur zu tun hat. Vielmehr ist sie eine gewöhnliche Infektion.

Trotzdem treten rund 80 Prozent der Erkältungen im Winter auf. Das hat vor allem damit zu tun, dass sich die Viren im Winter schneller verbreiten können. Man hält sich bei Kälte automatisch öfter in geschlossenen Räumen auf – wo sich aber auch die Keime wohlfühlen. Diese Räume werden im Winter zudem aufgeheizt. Das Problem: Die trockene, warme Luft lässt die Schleimhäute austrocknen. Dieser Umstand macht es den Viren leichter, in den Körper zu gelangen. Die niedrigen Aussentemperaturen tun das Ihre, sie führen dazu, dass unser Immunsystem etwas schlechter arbeitet. So haben die Keime insgesamt leichteres Spiel als im Sommer.

Schleimhäute – die erste Barriere

Auch wenn ein Grossteil der Erkrankungen im Winter vorkommen, findet etwa jede fünfte Infektion im Sommer statt. Und daran ist die Klimaanlage nicht unwesentlich beteiligt. Die Ansteckung erfolgt dabei genau gleich wie im Winter – durch eine Übertragung von Keimen.

Die Luft wird mit der Klimaanlage nicht nur heruntergekühlt, es entsteht auch trockene Zugluft. Die kühleren Temperaturen sowie ebendieser Luftzug können dazu beitragen, dass die Temperatur der Schleimhäute gesenkt wird. Das hat zur Folge, dass sie schlechter durchblutet werden – genau gleich wie Nässe oder kalte Getränke. Für Mikroben bedeutet das, dass sie leichter eindringen können.

Keimschleuder Klimaanlage

Klimaanlagen haben noch einen weiteren Effekt. Über den entstehenden Luftstrom können sie Bakterien, Viren oder Pilze im Raum verteilen. Im Auto beispielsweise macht es daher Sinn, den Luftstrom nicht direkt auf den Körper zu richten.

Besonders gefährdet, eine Erkältung im Sommer zu erleiden, sind übrigens Menschen, die oft von warmen Räumen zu kalten wechseln. Weil wir in der Hitze mehr schwitzen, kühlt der Körper nach dem schlagartigen Wechsel von kalt nach warm schneller aus.

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