Darum gehts
- Gartenarbeit im Januar erleichtert den Frühling und schützt Pflanzen vor Schäden
- Oleander bevorzugt kühle, helle Orte zwischen 2 und 10 Grad Celsius
- Schneeglöckchen blühen bereits im Februar
Der Garten liegt unter Schnee, die Pflanzen wirken wie eingefroren – und trotzdem gibt es auch im Januar einiges zu tun. Wer jetzt hinschaut und richtig handelt, erspart sich im Frühling Ärger und startet entspannter ins neue Gartenjahr.
Oleander richtig überwintern
Viele Oleander leiden im Winter nicht unter Kälte, sondern unter zu viel Wärme. Stehen sie in Wohnräumen mit über 15 Grad, fühlen sich Schädlinge wie Schildläuse und Spinnmilben besonders wohl, vor allem, wenn das Giessen vergessen geht. Ideal ist ein heller Standort mit Temperaturen zwischen zwei und zehn Grad. Kurzzeitiger Frost schadet kaum, längere Frostperioden allerdings schon. Garagen oder Gartenhäuschen eignen sich oft besser als das Wohnzimmer.
Finger weg vom Streusalz
So praktisch Streusalz auf vereisten Wegen ist, für den Garten ist es pures Gift. Salz verbrennt Blätter und Triebe und schädigt Pflanzen oft nachhaltig. Das Tückische: Die Folgen zeigen sich meist erst Monate später, wenn Hecken und Sträucher trotz genügend Regen vertrocknen. Wer Salzschäden befürchtet, sollte den Boden im Frühjahr gründlich wässern. Besser noch: Im Winter gleich auf umweltfreundliche Alternativen wie Splitt, Sand, Sägemehl oder Häcksel setzen.
Pflanzen vermehren – mitten im Winter
Ja, das geht tatsächlich. Mehrjährige Pflanzen mit dicken, fleischigen Wurzeln wie Herbst-Anemonen, Phlox oder Türkischer Mohn lassen sich im Winter über Wurzelschnittlinge vermehren. Dafür die Pflanze vorsichtig ausgraben, einige bleistiftdicke Wurzeln abschneiden und in fünf bis zehn Zentimeter lange Stücke teilen. Wichtig: Die Wuchsrichtung muss stimmen, sonst treibt nichts aus. Die Stecklinge kommen in Töpfe mit Anzuchterde, werden angegossen und hell gestellt, etwa ins Frühbeet oder auf die Fensterbank.
Profi-Tipp: Weniger schneiden ist mehr
Im Winter juckt es viele Hobbygärtner in den Fingern, doch Vorsicht bei Schere und Säge. Mit Ausnahme von Obstbäumen ist ein Rückschnitt oft gar nicht nötig. Wer laubabwerfende Gehölze im Januar oder Februar stark ausdünnt, riskiert einen gegenteiligen Effekt: Der Baum treibt im Frühling umso stärker aus, um verlorene Blattmasse zu kompensieren. Besser ist es, nur einzelne zu lange Triebe gezielt zu entfernen.
Kleiner Ausblick: Schneeglöckchen im Startblock
Noch ist Januar, doch der Frühling schickt bereits erste Vorboten. Schneeglöckchen gehören zu den frühesten Blühern und können schon im Februar durch Schnee und Eis brechen. Möglich macht das ein cleverer Trick der Natur: Die Zwiebel erzeugt durch eine erhöhte Atmung Wärme und schmilzt sich so den Weg nach oben frei.
Erfahrene Gärtnerinnen und Gärtner wissen: Auch wenn die Natur nun ruht, ganz still ist sie nie. Wer im Januar aufmerksam bleibt, legt jetzt schon den Grundstein für eine gesunde und blühende Gartensaison. Und auf die freuen wir uns bei den jetzigen Temperaturen wohl ganz besonders!
Wie kann man auch als Gartenneuling ein kleines Stück Erde nutzvoll begrünen? Gartenexpertin Scarlet Allenspach gibt Tipps und Tricks rund ums Thema Garten.
Mehr findest du in unserem Dossier «Im Beet mit Blick»
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