Ganz ohne Gift! So wirst du Blattläuse los(01:25)

Marienkäfer, Tigerschnecke und Igel
Diese Viecher schützen deine Pflanzen im Garten!

Nicht nur Marienkäfer sind fleissige Helfer im Garten: Auch Tigerschnecken, Igel und sogar Spitzmäuse machen sogenannten Schädlingen den Garaus.
Publiziert: 13.06.2024 um 15:05 Uhr
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Aktualisiert: 13.06.2024 um 15:58 Uhr
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Sie zeigt wie man Schädlinge auf natürliche Weise bekämpfen kann: Scarlet Allenspach von Urbanroots.
Katja Richard

Nicht nur Marienkäfer sind fleissige Helfer gegen Schädlinge wie Blattläuse. Laut Garten-Expertin Scarlet Allenspach gibt es auch viele andere Nützlinge, die Blumen, Pflanzen und Gemüse auf ökologische Weise schützen. «Das geht von ganz kleinen Viechli wie den Nematoden bis zu Tigerschnecken und Spitzmäusen», weiss die Gründerin von Urbanroots.

Mikro-Nützlinge gegen Wurzelknabberer

Wenn die Pflanzen plötzlich schlapp werden und gar absterben, dann lebt tief im Topf mit grosser Wahrscheinlichkeit eine weisse, fleischige, beinlose Dickmaulrüssler-Larve, die an den Wurzeln knabbert. Das ist ein Fall für die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer, die Nematoden. Denn ihr einziges Lieblingsfutter sind genau diese Larven. Die Nematoden kann man im Fachgeschäft kaufen oder online bestellen und direkt ins Giesswasser geben.

Der Rosenkäfer ist vom Aussterben bedroht.

Vorsicht, wenn man in einem Topf mal auf weiss-gräuliche Larven stösst: Das sind vermutlich Rosenkäfer, die vom Aussterben bedroht sind. Diese sehen den Larven des Dickmaulrüsslers zum Verwechseln ähnlich, fressen jedoch die Wurzeln der Pflanzen nicht an. Darum die Larve gleich wieder eingraben und nicht an die Sonne legen. 

Schnecke ist nicht gleich Schnecke

Nicht alle Schnecken fressen den Salat weg. Etwa die Häuschenschnecken, die ihr Heim mit sich herumtragen. Sie ernähren sich vorwiegend von abgestorbenen Pflanzen und lassen Gemüse und Kräuter meist in Ruhe. Weinbergschnecken stehen gar unter Artenschutz, also bitte keine Schneckenkörner streuen, sollten sie auftauchen. 

Mögen unseren Salat auch gerne: Nacktschnecken können zur Plage werden.

Lästiger sind die Nacktschnecken, sie vermehren sich rasant: Ein Exemplar legt etwa 400 Eier pro Jahr. Weil es immer weniger natürliche Fressfeinde für sie gibt, nimmt die Spezies rasch überhand. Nicht zu verwechseln sind die lästigen Gartenbewohner mit der Tigerschnecke, sie ist gemustert wie ein Leopard. Allenspach: «Mit etwas Glück entdeckt man sie bei sich im Garten, ansonsten kann man sie mit entsprechenden Futter anlocken. Rüebli, Haferflocken oder klein geschnittene Champignons fressen sie für ihr Leben gern. Genauso wie Nacktschnecken und deren Eier!» Sie sind also als der beste natürliche Schneckenvertilger. Zudem mögen die Tigerschnecken schattige und feuchte Verstecke und morsches Holz. 

Macht den Nacktschnecken den Garaus: Die Tigerschnecke ist ein Nützling im Garten.

Igel sind Schneckenfresser

«Igeli sind nicht nur süss anzuschauen, sondern im Garten durchaus nützlich», sagt Allenspach. Denn Schnecken gehören ebenfalls auf ihren Speiseplan. Unterwegs sind die Stacheltiere meist in der Dämmerung oder nachts, tagsüber schlafen sie in geschützten Bereichen, unter Hecken und Gebüschen.

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Igel sind nicht nur herzig, sondern auch Schneckenfresser.

Wer Igel in seinen Garten einladen möchte, kann ihnen zusätzlich Verstecke aus altem Holz schaffen, wo sie auch überwintern können. Dafür eignen sich auch Laubhaufen oder spezielle Igelhäufchen. Für Wasser in flachen Schalen sind die Stacheltiere und auch andere tierische Gartenbesucher besonders an heissen Sommertagen dankbar. Chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel sind für Igel oft tödlich, genauso wie Roboter-Rasenmäher. Auch wegen des Igels sollte auf Schneckenkörner verzichtet werden. Denn diese vergiften nicht nur Schnecken, sondern auch alle Tiere, die Schnecken fressen. Und das wollen wir auf keinen Fall. 

Fleissige Spitzmäuse

Spitzmäuse sind als Insektenfresser ebenfalls nützliche Gartenmitbewohner.

«Was viele nicht wissen: Spitzmäuse sind keine Nagetiere, sondern Insektenfresser», erklärt die Gartenexpertin. Sie halten sich gerne in Stein-, Laub- oder Komposthaufen auf. Wer die fleissigen Mäuse im Garten haben will, schafft entsprechende Behausungen. «Sie suchen dort nach Nahrung, wo es viele Insekten und Würmer gibt. Dabei vertilgen sie auch jede Menge Schädlinge und sind damit als Nützlinge willkommen.» Anders als Wühlmäuse fressen sie weder Wurzeln noch Blumenzwiebeln, dafür knacken sie mit ihren spitzen Zähnen mühelos Insektenpanzer. 

So einfach kann Gärtnern sein

Wie kann man auch als Gartenneuling ein kleines Stück Erde nutzvoll begrünen? Gartenexpertin Scarlet Allenspach gibt Tipps und Tricks rund ums Thema Garten.

Mehr findest du in unserem Dossier «Im Beet mit Blick»

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