Pächterfirma ist pleite
Jetzt ist der kultige Mini-Freizeitpark in Herisau AR definitiv am Ende

Der Freizeitpark Sedel fand nicht aus der Krise, Pächter und Vermieterin konnten sich nicht einigen. Jetzt ist die Mini-Anlage bereits Geschichte. Die Betreiberfirma ist konkurs, die Bahnen stehen für immer still.
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Vom Sedel ob Herisau AR hat man einen herrlichen Blick auf die umliegende Landschaft.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der Mini-Freizeitpark Sedel in Herisau AR ist geschlossen
  • Die Pächterfirma Sedel Gastronomie AG befindet sich in Liquidation
  • Zwischen Pächter Bischof und Vermieterin Heidi Näf läuft zudem ein Rechtsstreit
Nathalie Benn, RIngier
Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Im kleinen Freizeitpark Sedel ob Herisau AR ist definitiv Schluss. Im Juli suchte Pächter Elvis Bischof noch nach einem Nachfolger, der das beliebte Ausflugsziel samt Restaurant übernimmt. Er selbst will nicht mehr – wegen eines wüsten Streits mit der Vermieterin. Schon damals reduzierte Bischof den Betrieb: Die Bahnen standen still, die Beiz mit herrlichem Blick auf den Bodensee war nur noch an den Wochenenden geöffnet. Trotzdem hoffte der Pächter noch, einen Nachfolger zu finden.

Jetzt zeigt sich: Die Suche blieb erfolglos. Die Anlage ist dauerhaft geschlossen, wie der Ostschweizer Sender TVO berichtet. Die Pächterfirma Sedel Gastronomie AG befindet sich in Liquidation, gegen den Betrieb läuft ein Konkursverfahren. Auf der Website des Parks prangt der Hinweis: «Dauerhaft geschlossen wegen Unstimmigkeiten mit der Vermieterin.»

Blick erreicht Bischof am Telefon. Über das definitive Aus seines Freizeitparks will er allerdings nicht mehr sprechen. Gestern sei sein Abschluss gewesen, sagt er. Jetzt müsse er einen Schlussstrich ziehen.

Vermieterin und Pächter wurden sich nicht einig

Damit endet der Versuch, dem traditionsreichen Ausflugsziel neues Leben einzuhauchen. Vor drei Jahren haben Bischof und zwei weitere Geschäftspartner den Betrieb übernommen – mit ehrgeizigen Plänen. Geplant waren neue Attraktionen, ein Biergarten und Veranstaltungen wie Silent Partys, Clownshows oder ein Winterzauber. Auch die Gastronomie sollte neu aufgestellt werden. Doch die anfängliche Euphorie verflog. Die beiden Geschäftspartner seien abgesprungen, sagt Bischof gegenüber TVO. Danach habe er die Last alleine tragen müssen.

Gleichzeitig verschärfte sich der Konflikt mit Vermieterin Heidi Näf. Schon im Sommer erhoben beide Seiten gegenseitig Vorwürfe. Bischof beklagte, Näf mische sich zu stark in den Betrieb ein. Die Vermieterin wiederum verwies auf Sicherheitsbedenken bei den Bahnen und fehlende Wartungs- und Serviceprotokolle. Nun hätten auch mehrere Gespräche mit Näf keine Lösung gebracht, so Bischof. «Irgendwann ist es ausgeartet.» Neben dem Konkursverfahren ist inzwischen auch ein Rechtsstreit zwischen Bischof und Näf entbrannt. Gegenüber TVO wollte sich die Vermieterin nicht dazu äussern.

Ob der Park je wieder öffnet, steht in den Sternen. Solange Konkurs und Gerichtsverfahren laufen, gehen die Türen jedenfalls nicht wieder auf.

Kleine Freizeitparks unter Druck

Mit seinen Problemen ist der Sedel nicht allein. Gerade kleinere Schweizer Freizeit- und Erlebnisparks kämpfen mit hohen Kosten und teuren Investitionen. In diesem Jahr sind gleich mehrere bekannte Destinationen von der Bildfläche verschwunden.

Ende April machte etwa das Ticiland in Stein am Rhein SH nach nicht einmal sechs Jahren endgültig dicht. Als Gründe für das Aus nannte Betreiber und Schausteller Peter Hablützel (72) die hohen Betriebskosten und fehlende Investoren. Insbesondere die Stromkosten belasteten den einzigen Indoor-Freizeitpark des Landes. Am Ende verlor Hablützel nach eigenen Angaben einen Grossteil des investierten Kapitals.

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Und auch das Erlebnisland Grizzlybär in Forst-Längenbühl BE wird Ende Jahr geschlossen. Der Betrieb mit Restaurant, Hotel, Spielplatz und Tiergehegen schrieb schon seit Jahren rote Zahlen. 27 Mitarbeitende sind von der Schliessung betroffen, 17 Vollzeitstellen fallen weg. Der Gastrobetrieb soll verkauft werden.

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