1. Der Marabu
Der 1,5 Meter grosse Aasfresser sieht aus wie aus verrückten Einzelteilen falsch zusammengesetzt. Oder um es mit den Worten von Grunbaum zu sagen: «Ihr kennt doch dieses Spiel, bei dem einer den ersten Teil von etwas zeichnet, das Papier faltet und es dann an jemand anders weiterreicht, der den nächsten Teil zeichnen muss, ohne zu sehen, was der Erste getan hat? Nach diesem Prinzip hat die Evolution den Marabu gemacht.»
2. Die Cantors Riesen-Weichschildkröte
Weich, flach und mit Rüssel – was um Himmels willen war an der herkömmlichen Schildkröten-Version falsch?
3. Der Nasenfrosch
Was lange währt, muss nicht zwingend gut werden. Für den Nasenfrosch hatte die Evolution immerhin stolze 130 Millionen Jahre Zeit.
4. Der Irawadidelfin
Der hintere Teil ist der Evolution gut gelungen. Aber was ist mit der Schnauze passiert?
5. Die Vierhorn-Krötenechse
Die Krötenechse wehrt Kojoten ab, indem sie einen meterlangen Strahl ihres eigenen Blutes aus ihrem Auge schiesst. Raffiniert – aber auch ein bisschen psycho.
6. Der Gallertkalamar
Bei diesem Tier hat die Evolution ihre kindliche Seite ausgelebt. Ernst nehmen wird die Spass-Kugel keiner
7. Der rote Uakari
Auch ein zu kleiner, hochroter Kopf ist zu klugen Gedanken fähig. Blöd sieht es trotzdem aus.
8. Der Uraba lugens
Sich häuten zu können, ist toll. Man bricht sein Exoskelett auf, und heraus kommt ein neues Tier, wunderbar befreit von allen Zwängen seines vorherigen, kleineren Lebens. Es sei denn, man hat Pech und ist eine Raupe der Motte Uraba lugens. In dem Fall lässt einen die Evolution die alten Köpfe auf die neuen stapeln, und man muss sie mit sich herumtragen wie einen makabren Zylinder.
9. Der Nasenaffe
Wer wünscht sich ein Leben mit einem schlaffen Penis im Gesicht? Kein Wunder, ist die Existenz des Primaten gefährdet
10. Der Flying Buttocks
Im Gegensatz zu Pferden und Hühnern scheint die Kreation eines Wurms nicht gerade anspruchsvoll. Tatsächlich hat die Evolution eine ganze Reihe beachtlicher Würmer hervorgebracht. Warum der Tiefseewurm aussehen muss wie ein schwebendes Füdli, weiss keiner.
11. Die gestreifte Blattnasenfledermaus
Trotz Echo-Ortung in die Wand geknallt?
12. Die Blattnasennatter
Welche Funktion der spitze Nasenaufsatz hat, ist der Wissenschaft nicht bekannt. Grunbaum: «Evolution, hast du etwas gebraucht, womit du den Dreck aus deinen Badezimmerfugen kratzen kannst?»
«Liebe Evolution, ist das dein Ernst?!» von Mara Grunbaum, Verlag Knaur.