Blick beantwortet eure Wein-Fragen
So entfernt man den kaputten Korken aus der Weinflasche

Blick Leserin Johanna G. möchte von Blick-Wein-Expertin Shirley Amberg wissen, was zu tun ist, wenn einem der Zapfen in der Weinflasche zerbricht. Das Wichtigste zuerst: In 90 Prozent der Fälle brechen die Korken aus Ungeduld und Unerfahrenheit. Also: Üben, üben, üben!
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Da ist die Weinwelt noch in Ordnung...
Foto: Shutterstock
Shirley Amberg

Es passiert scheinbar immer dann, wenn andere Leute einem dabei zuschauen: Der Korken bricht in der Flasche. Doch sollte man sich von einem bröckligen Korken den Abend nicht verderben lassen. Hier sind ein paar Tipps, wie sich in fast jeder Situation ein gebrochener Zapfen aus der Weinflasche entfernen lässt.

Nehmen wir an, der Zapfen zerbricht in zwei Hälften: Die eine Hälfte steckt im Flaschenhals, die andere klammert sich irgendwie am Zapfenzieher fest. Es gibt zwei Möglichkeiten, den Wein aus dieser prekären Situation zu retten.

Man kann versuchen, mit dem Korkenzieher den kaputten Zapfen in der Flasche zu erreichen, und ihn herausziehen. Der Zapfen kann aber auch sehr stur sein. In dem Fall stösst man den Korken in die Flasche hinein und dekantiert anschliessend den Wein.

Manchmal beschliesst der Zapfen, seinen Geist ganz aufzugeben, und zerbröckelt in der Flasche in eine Million Stücke. Es ist völlig angebracht, dann leise ein oder zwei Kraftausdrücke zu flüstern. Der allgemeine Trick besagt, den Wein dann durch einen Kaffeefilter zu sieben. Aber bitte: Wer besitzt denn heute noch Kaffeefilter? Eben: Kraftausdrücke.

Über Blick-Wein-Redaktorin Shirley Amberg

Shirley Amberg schreibt seit September 2021 für den Wein-Channel von Blick.ch. Ihre Karriere begann auf der Bank. Weil es ihr da zu eintönig wurde, machte sie ihre Leidenschaft für Wein zum Beruf und liess sich zur Sommelière ausbilden. Die Mutter von zwei Kindern ist nun seit rund 15 Jahren in der Welt der Weine zu Hause und beantwortet hier im Blick eure Fragen rund um das Thema Wein – von Assemblage bis Zapfen.

Shirley Amberg schreibt seit September 2021 für den Wein-Channel von Blick.ch. Ihre Karriere begann auf der Bank. Weil es ihr da zu eintönig wurde, machte sie ihre Leidenschaft für Wein zum Beruf und liess sich zur Sommelière ausbilden. Die Mutter von zwei Kindern ist nun seit rund 15 Jahren in der Welt der Weine zu Hause und beantwortet hier im Blick eure Fragen rund um das Thema Wein – von Assemblage bis Zapfen.

Korkprobleme proaktiv verhindern

Als Erstes sollte man die Art der Flasche, die man öffnen möchte, berücksichtigen. Wenn eine ältere Flasche aus dem Keller kredenzt werden sollte, würde ich wahrscheinlich einen Spangenkorkenzieher, auch «Hebamme» genannt, verwenden.

Dieser Zapfenzieher hat zwei Teile: Einen, der dem klassischen Kellner-Korkenzieher ähnelt, und einen anderen, der den Korken vom Glas trennt. Ich weiss nicht, warum der Zapfenzieher «Hebamme» heisst. Vielleicht, damit das Entkorken eines alten Weins nicht zur Zangengeburt wird?

Für jene, die ältere Flaschen sammeln, könnte so ein Werkzeug auf jeden Fall eine Überlegung wert sein.

Wenn Zapfenbrüche aber auch bei jüngeren Weinflaschen zum wiederkehrenden Muster werden, kann es sein, dass der Zapfenzieher schlecht, alt oder rostig ist (es liegt sicherlich nicht an uns!).

Die Scharniere des Korkenziehers sollten flexibel und die Schraube intakt ist. Ansonsten ist es an der Zeit für einen Neukauf.

Richtige Korken sind ein Naturprodukt und verfallen mit der Zeit – es ist darum wichtig zu wissen, wie man den kostbaren Inhalt schützt. Wer beabsichtigt, den Wein innerhalb einer Woche zu öffnen, kann den Wein eigentlich aufbewahren, wie er möchte, dem Korken ist das egal.

Wenn die Flaschen aber länger als einen Monat gelagert werden, sollte an die richtige Lagerung gedacht werden, denn Faktoren wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit haben einen grossen Einfluss auf den Zapfen; und damit auch auf den Wein.

Übung macht den Meister

Wie gesagt: Wichtig ist, sich nicht zu ärgern. Der Zapfen bricht fast immer nur deswegen, weil wir zu ungeduldig, zu nervös oder zu durstig sind. Oder der Kork schon alt ist. Es braucht also nur etwas Geduld, den richtigen Öffner und Übung!

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