Neue Beauty-Wunderwaffe
So macht man Kohle mit Kohle

Die Beauty-Wunderwaffe Aktivkohle soll Gifte aus dem Organismus verbannen und makellose Haut und weisse Zähne zaubern - mit schwarzer Magie hat das aber rein gar nichts zu tun.
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Von Linda Leitner
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Foto: Getty Images

Yoga-Göttin und Gesundheitsfreak Gwyneth Paltrow (42) lobpreist Limonade mit Aktivkohle auf ihrem Lifestyle-Blog «Goop» als Detox-Granate. Auch Selma Hayek (48) hat das dunkle Gebräu im Sortiment ihrer New Yorker Smoothie-Firma «Juice Generation». Da braut sich was zusammen: Das geschmacksneutrale, schwarze Pulver, das in Promikreisen zusammen mit kaltgepresstem Obst und Gemüse als entgiftender Saft geschluckt wird, ist in Asien bereits seit Jahrhunderten dafür bekannt, den Energiefluss, die Durchblutung und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. In Tablettenform kennt man es bei uns schon lange als Mittel gegen Magen-Darm-Probleme – und Kater.

Jetzt hat die schwarze Welle die Kosmetikindustrie erfasst. Das aus Holz, Torf oder Steinkohle gewonnene Pulver besteht hauptsächlich aus feinkörnigem Kohlenstoff, dessen Poren lose, wie bei einem Schwamm, miteinander verbunden sind. Die innere Oberfläche von nur vier Gramm Aktivkohle entspricht in etwa der Fläche eines Fussballfeldes, dies macht sie extrem absorbierend. In Form von Peelings und Masken auf die Haut aufgetragen, sollen Substanzen wie von einem Magnet angezogen und entfernt werden: So saugt Aktivkohle angeblich Bakterien, Giftstoffe und Talgablagerungen aus der Haut und macht sie rein und strahlend.

Als Deo vollbringt Kohle gar wahre Duftwunder: Unliebsame Gerüche bleiben an der porösen Struktur hängen und werden auf diese Weise höchst effizient abtransportiert.

Auch wenn die Farbe gewöhnungsbedürftig und unappetitlich wirken mag - keine Angst vorm schwarzen Wahn: Kohle-Zahnpasta soll die Beisserchen auf unschädliche Weise heller machen: Die Mikropartikel der Kohle rubbeln nämlich Verfärbungen sanft ab.

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