Finden Sie es im Vergleichs-Rechner heraus
Zu welcher Einkommensschicht würden Sie im Ausland gehören?

Die Schweiz ist reich, das ist bekannt. Doch wie würden Sie im Ausland mit Ihrem Lebensstandard dastehen? Eine neue Studie gibt Antworten. Finden Sie es im Vergleichs-Rechner selbst heraus.
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Foto: RMS
Simon Huwiler

Schokolade, Käse – und viel Geld, so stellt sich das Ausland oft die Schweiz vor. Auf unseren Wohlstand sind wir stolz. Doch Wohlstand ist relativ. In armen Länder zählt jener schon als wohlhabend, der ein eigenes Auto hat – in der Schweiz ist das schon lange kein Zeichen von Wohlstand mehr. In welcher Einkommensschicht wäre man mit dem gleichen Lebensstandard also in einem anderen Land? Dieser Frage ist Judith Niehues vom «Institut der Deutschen Wirtschaft» in ihrer Studie nachgegangen. Für BLICK hat sie die Zahlen auch für die Schweiz berechnet und interaktiv für jedermann aufbereitet.

In der Schweiz arm, in Griechenland reich

Das Spezielle daran: Die Forscherin rechnet das Einkommen in eine theoretische Währung, in sogenannte «Kaufkraftstandards», um. Denn einfach so lässt sich Einkommen unter verschiedenen Ländern nicht vergleichen. Schliesslich kostet ein Pfund Brot in Ungarn deutlich weniger als in der Schweiz. Mit dieser theoretischen Währung kann in jedem Land gleich viel Ware gekauft werden. Die Resultate ihrer Studie «Arm und reich ist auch eine Frage des Massstabs» sind spannend:

In Griechenland ist das Einkommen bedeutend ungleicher verteilt als in der Schweiz. Mit einem Haushalts-Nettoeinkommen von 3000 Franken (Nettolohn abzüglich Steuern und Krankenkasse) gehört man in der Schweiz zur einkommensschwachen Schicht. In Griechenland wäre das finanzielle Ansehen bei gleicher Kaufkraft hingegen bedeutend besser: Man zählte zur einkommensstarken Mitte. Wohlgemerkt, obwohl man sich gleich viel leisten könnte!

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Wäre die EU ein grosses Land, wäre das kaufkraftbereinigte Einkommen deutlich tiefer als in der Schweiz.
Foto: Screenshot

Weniger krass sind die Unterschiede bei unserem Nachbarn Deutschland. Trotzdem rutscht auch da die Schweizer Mittelschicht in die einkommensstarke Mitte hoch. Fast alle europäischen Länder weisen ein tieferes Meridianeinkommen als die Schweiz auf. Einzig in Luxemburg ist der Wohlstand noch höher als in der Schweiz.

Armut ist relativ

Auch über Armut lassen sich Aussagen treffen. Die grösste Armutsschicht findet sich in Rumänien (25 Prozent), die Schweiz liegt mit 15,5 Prozent im Mittelmass, Island hat die kleinste Armutsschicht (10 Prozent). Armut sei aber relativ, schreiben die Forscher. In Ihrem Modell orientierten sie sich am Lebensstandard des jeweiligen Landes. Das heisst: Als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des Meridianeinkommens verdient.

Das Bundesamt für Statistik orientiert sich hingegen an den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS). Geht es danach, gilt als arm, wer weniger als 2239 Franken verdient (3984 Franken für zwei Erwachsene mit zwei Kindern). Mit dieser Methode sind sieben Prozent der Schweizer arm.

Zu welcher Schicht würden Sie im Ausland gehören?

Schauen Sie selbst, zu welcher Einkommensschicht Sie im Ausland gehören würden. Geben Sie dazu oben in der Grafik Ihr monatliches Haushalts-Nettoeinkommen (Nettolohn abzüglich Krankenkasse und Steuern) ein. Wählen Sie ein Vergleichsland. Wenn Sie mit der Maus auf den markierten Balken in der Spalte «Schweiz» fahren, sehen Sie, zu welcher Einkommensschicht Sie hier gehören. Fahren Sie mit der Maus auf den markierten Balken im gewählten Land, sehen Sie, zu welcher Schicht Sie in diesem Land mit dem gleichen Lebensstandard gehören würden.

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