Real Madrid - Ajax Amsterdam 1:4 (Hinspiel 2:1)
Er führt den Ball an seinem Fuss, als wäre er angeklebt. Dann lässt Dusan Tadic einige Real-Spieler stehen, ehe er mit einer feinen Pirouette auch noch Casemiro ins Leere laufen lässt. Zum Schluss setzt er mit einem Weltklasse-Ball die ganze Abwehr der Madrilenen schachmatt, bedient David Neres, der zum 2:0 für Ajax einschiebt. Es ist Tadic’ zweiter Assist an diesem Abend. Schon das 1:0 hat der Serbe vorbereitet. Das 3:0 machte er später selbst. Mit einem sehenswerten Schlenzer – mitten ins Madrider Herz.
Real ist bedient, am Boden. Im heimischen Santiago Bernabeu vom Underdog aus Holland bis auf die Knochen blamiert, müssen die Königlichen nach dem Aus im Cup und dem 12-Punkte-Rückstand in der Liga auf Leader Barça nun also auch in der Champions League die Segel streichen. Und damit ist die Saison gelaufen.
Dabei hatten die Fans vor allem in diesem Wettbewerb so grosse Hoffnungen. Der vierte Champions-League-Titel in Folge, das war das Ziel. Seit 2016 waren die Königlichen aus Madrid auch die Könige Europas.
Und nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel in Amsterdam dachte niemand mehr daran, dass Real gegen Ajax noch irgendetwas anbrennen lassen würde. Doch der Worstcase ist eingetroffen. Real ist draussen. Bereits im Achtelfinal, so früh wie seit neun Jahren nicht mehr.
Und natürlich macht sich in der spanischen Hauptstadt wieder die Sehnsucht nach Cristiano Ronaldo bemerkbar. Nach dem Spieler, der letzte Saison noch 44 Tore für Real erzielte, mittlerweile aber bei Juventus spielt. «Einige hätten einen Schritt nach vorn tun müssen», übte Luka Modric noch vor der Partie leise Kritik. «Und der schiesst dann nicht 50, aber vielleicht 20 Tore. Wir haben diese Spieler nicht. Und das ist unser grösstes Problem. Man kann Ronaldo nicht ersetzen.»
Borussia Dortmund - Tottenham Hotspur 0:1 (Hinspiel 0:3)
Der BVB startet zu Hause mit einem Feuerwerk in die Partie. Alcacer (16.) und Reus (21.) verbuchen in der Startphase die grössten Chancen für Schwarz-Gelb. Erst nach einer guten halben Stunde kommt auch Tottenham erstmals mit Son (31.) zu einem Abschluss, doch die Spurs nehmen das Unentschieden vor allem dank einem überragenden Hugo Lloris mit in die Pause. Dieser zeigt sich in überragender Form und verhindert mit starken Paraden, unter anderem gegen Julian Weigl (31.), den Gegentreffer.
Nach dem Seitenwechsel fackeln die Engländer nicht lange und zerstören durch Tormaschine Kane (49.) alle Hoffnungen der Dortmunder. Der Stürmer profitiert von einem schweren Abwehrfehler, zieht unbedrängt los und jagt das Leder an Bürki vorbei in die Maschen. Der englische Nationalstürmer trifft damit in seinem 17. Spiel in der Königsklasse zum 14. Mal.
Das Spiel ist damit gelaufen. Dortmund sucht zwar noch den Ehrentreffer, die Luft ist allerdings längst draussen. Auch die Spurs gehen den Rest des Abends gemütlich an und konzentrieren sich vor allem auf eine kompakte Defensivleistung.
Die Borussia verabschiedet sich damit bereits im Achtelfinal aus dem europäischen Geschäft, Tottenham zieht in die nächste Runde ein. Die rund 80'000 Fans im Stadion lassen sich vom Aus ihres BVB nicht stören – sie singen auch nach dem Schlusspfiff noch weiter. (mam/zis)