Von Furzliebe bis Unfallgeilheit
Diese acht Fetische gibt es wirklich

Einer Schätzung zufolge hat etwa jeder sechste Mensch eine Form von Fetisch. Die Bandbreite dessen, was Leute erregt, ist riesig. Und reicht von harmlos über seltsam bis hin zu gefährlich.
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Materialfetische wie Lack, Latex oder Leder gehören zu den am weitesten verbreiteten sexuellen Vorlieben.
Foto: imago/Jan Huebner

Darum gehts

  • WHO klassifiziert Fetischismus als paraphile Störung, die zu einer psychischen Krankheit werden kann
  • Die häufigsten Fetische sind Voyerismus, Fuss-, Material- und Geruchsfetische
  • Es gibt eine grosse Bandbreite von Objektfetischen
  • Wir stellen acht besondere Fetische vor – wovon einer richtig gefährlich ist
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Sandra CasaliniRedaktorin Gesellschaft

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert Fetischismus als paraphile Störung, die sich zu einer psychischen Krankheit entwickeln kann. Ob ein Fetisch ungesund oder abnormal ist, hängt von seiner Ausprägung ab. Fetische, die als Abwechslung im Sexleben dienen und bei denen alle Beteiligten einverstanden sind, erweitern die sexuellen Praktiken. Ein Fetisch wird als krankhaft betrachtet, wenn er den Alltag beeinträchtigt und sexuelle Erregung nur durch diesen speziellen Reiz möglich ist.

Objektbegierde reicht von Stofftieren bis zum Eiffelturm  

Die häufigsten Fetische sind Voyeurismus, Materialfetische (Lack, Leder, Nylon, Seide), Fussfetisch, Crossdressing und Geruchsfetische (bestimmte Materialien wie Latex, aber auch Schweiss oder Körperflüssigkeiten). Ebenfalls weit verbreitet ist Objektsexualität, bei der Menschen von Objekten angezogen werden. Manche sind sehr spezifisch – Die US-Amerikanerin Erika LaBrie heiratete 2007 in einer symbolischen Zeremonie den Eiffelturm – andere so häufig, dass es eigene Bezeichnungen für sie gibt: Plushophilie ist die sexuelle Vorliebe für Stofftiere, Dendrophile begehren Bäume, Agalmatopholie bezeichnet die Präferenz für Statuen, Gemälde oder Schaufensterpuppen und Mechanophile werden von Dingen wie Computern, Autos, Waschmaschinen oder Rasenmähern erregt.

Und dann gibt es noch diese acht schrägen Fetische: 

1

Eproctophilie

Auch bekannt als Furzfetisch. Manche Eproctophile lieben es, während des Geschlechtsverkehrs «aufgeblasen» zu werden, beispielsweise beim Facesitting. Andere geniessen das Einatmen der Fürze einer anderen Person. Furzliebe ist nicht so selten, wie man annehmen könnte. Entsprechende Clips gibts auf jedem Porno-Portal.

2

Akrotomophilie

Akrotomophilie ist einer der sogenannten Verformungsfetische, was Zuneigung zu physischen Verstümmelungen oder Missbildungen bedeutet. Eine besondere Unterkategorie von Akrotomophilie ist Abasiophilie, in der sexuelle Partner mit einer Gehbehinderung bevorzugt werden.

3

Dacryphilie

Bei diesem Fetisch haben Menschen Freude am Anblick einer weinenden Person. Tränen wirken für sie als Aphrodisiakum. Dacryphile erregt es, wenn jemandem aus Trauer, Wut oder Überforderung die Tränen kommen. 

4

Salirophilie

Die Bezeichnung kommt aus dem Französischen, «salir» bedeutet so viel wie beschmutzen. Bei diesem Fetisch, auch Saliromanie genannt, wird die Liebe zum Beschmutzen von Personen oder Objekten mit sexueller Erregung verbunden. Salirophilisten empfinden Lust, in dem sie sich selbst und/oder andere beschmieren oder bespritzen – mit Lebensmitteln, Farbe, Dreck, aber auch mit Körperflüssigkeiten. 

5

Symphorophilie

Symporophilisten empfinden Erregung durch das Betrachten von Unfällen oder Katastrophen, bei denen Personen zu Schaden gekommen sein können. Auch wenn natürlich nicht jede Gafferin und jeder Gaffer einen entsprechenden Fetisch hat. Eine Unterart der Symphorophilie ist die Genitosymphorophilie, bei der sexuelle Erregung dadurch entsteht, dass Personen an ihren Geschlechtsorganen verletzt worden sein könnten.

6

Autonepiophilie

Dieser Fetisch wird auch als adultes Babysyndrom bezeichnet. Dabei nimmt eine Person die Rolle eines Säuglings oder Kleinkindes ein, indem sie zum Beispiel Windeln trägt. Die entsprechende Sexualpraktik bezeichnet man auch als Babyplay. 

7

Formicophilie

Diese Form der Zoophilie bezeichnet eine Vorliebe für alles, was krabbelt. Formicophile empfinden Lust, wenn Tierchen wie Käfer oder Ameisen über ihren Körper kreuchen und fleuchen. 

8

Achtung, gefährlich!: Pozzen

Diese sexuelle Praktik gibt es vor allem unter homosexuellen Männern. Beim Pozzen oder Pozzing gehen sogenannte Bug Chaser absichtlich das Risiko ein, sich beim Geschlechtsverkehr mit sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV anzustecken – dabei tun sie das vor allem wegen des Nervenkitzels und nicht, weil sie sich tatsächlich etwas einfangen wollen. Auf der anderen Seite erregt es die sogenannten Gift Giver, möglicherweise ein Virus weiterzugeben.

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