Jetzt sind sie sogar hochzeitstauglich
Die Birkenstocks sind im Mode-Olymp angekommen

Seit ihrem grandiosen Comeback in den frühen 2010er-Jahren wurden die Birkenstocks jedes Jahr totgesagt. Doch sie sind immer noch da. Jetzt blitzen sie sogar unterm Hochzeitskleid hervor. Was dieser Trend über unseren Umgang mit Stil verrät.
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Vom Reformhaus in die Innenstadt: Birkenstock ist längst im Alltag angekommen – bleibt trotzdem sich selbst treu.
Foto: imago/Joko

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Birkenstock hat den Wandel vom belächelten Gesundheitsschuh zum modischen Statement geschafft und steht heute für entspannten, selbstbewussten Stil
  • Der Trend spiegelt eine Mode wider, die Wahlfreiheit betont und Bequemlichkeit nicht mehr als Gegensatz zu Chic versteht
  • Dass sogar Bräute Birkenstock tragen, zeigt den Wunsch nach Authentizität und einem leisen Luxus, der sich gut anfühlt statt Regeln zu folgen
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Lea MartiRedaktorin

Sie galten als Schuhe der Vernunft. Praktisch. Gesund. Und ein wenig bieder. Wer früher Birkenstock trug, wollte vor allem eines: schmerzfreie Füsse. Mehr nicht. Ein modisches Statement war das sicher keines. Im Gegenteil: Oft wurde man belächelt, schnell als Öko oder Eso abgestempelt. 

Dann, 2013, brachte die High-Fashion-Marke Céline einen birkenstockähnlichen Treter mit Fell namens «Furkenstock» heraus. Die Marke Birkenstock hatte nichts damit zu tun, sprang aber geistesgegenwärtig auf den Trend auf. Zum einen mit Neuauflagen von Kollektionen, zum anderen mit Kollaborationen mit Mode-Giganten wie Valentino, Dior oder Manolo Blahnik. 

Seither schreiben Modeblätter die Latschen regelmässig tot. Aber Totgesagte leben bekanntlich länger. Birkenstocks laufen nach wie vor durch Szenequartiere, tauchen auf Instagram auf, flanieren auf Laufstegen. Und 2026 blitzen sie sogar unter Brautkleidern hervor. Wenn Stars wie Katy Perry, Jennifer Aniston oder Julianne Moore ganz selbstverständlich damit über die Strasse gehen, ist klar: Die frühere Öko-Latsche ist nach wie vor super trendy. Und sie wirkt erstaunlich souverän.

Vom Gesundheitsimage zur Stilfrage

Lange stand Birkenstock für den Verzicht auf Chic. Komfort statt Catwalk. Reformhaus statt Laufsteg. Doch genau dieses Unaufgeregte passt erstaunlich gut in die Gegenwart.

Stylingexpertin Tatjana Kotoric beschreibt ihren Zugang ohne grosses Tamtam: «Im Hochsommer trage ich auch welche: die Plastikvariante in Pink. Sogar wenn ich damit ins Wasser gehe, passt das. Und Pink ist eine tolle Farbe im Sommer.»

In einer Welt voller Filter, Perfektion und Dauerinszenierung wirkt diese Haltung fast befreiend.

Bequemlichkeit heisst nicht Beliebigkeit

Die Mode hat sich sichtbar entspannt. Schnitte sind lässiger, Stoffe weicher, Schuhe flacher. Trotzdem verschwinden hohe Absätze nicht einfach. 

Kotoric ordnet ein: «Die Mode ist lässiger und lockerer geworden. Aber diesen Sommer sieht man auf den Laufstegen auch viele Schuhe mit Absatz.» Es geht also nicht um ein Entweder-oder, sondern um Wahlfreiheit.

Auch Birkenstock greift das auf. «Man muss sich nicht zwischen Bequemlichkeit und Stil entscheiden», meint Kotoric. «Es gibt Modelle für den Abend, mit Deko oder Strass. Wir wollen beides.»

Wenn selbst Bräute flach bleiben

Der deutlichste Beleg für den Wandel zeigt sich dort, wo Stilfragen früher kaum verhandelbar waren: bei Hochzeiten. Immer öfter tragen Bräute Birkenstock. Nicht als Notlösung, sondern als bewusste Entscheidung.

Für Stylingexpertin Kotoric steckt dahinter ein Wunsch nach Echtheit: «Generell beobachte ich, dass der Wunsch nach Authentizität wichtiger wird. Nur aus Prinzip ein Abendkleid zu tragen, muss nicht mehr sein. Immer mehr Menschen wollen das Outfit fühlen, das sie tragen. Und manchmal bedeutet das eben flache Schuhe statt Pumps.»

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Der leise Luxus

Luxus zeigt sich heute anders. Weniger laut. Weniger geschniegelt. Statt Logos zählen Material, Tragegefühl und Alltagstauglichkeit.

Bequemlichkeit wird dabei nicht zum Stilbruch, sondern zum Teil des Stils. Sich etwas Gutes tun, ohne sich zu verkleiden. Für viele ist das der neue Luxus.

Generationenfrage? Eher nicht

Oft heisst es, vor allem Junge würden alte Stilregeln über Bord werfen. Doch Birkenstock ist längst generationenübergreifend angekommen. Kotoric beobachtet: «Man sieht Birkenstock bei allen Generationen.»

Dass auch Stilikonen wie Heidi Klum seit Jahren die Sandalen zelebrieren, passt ins Bild. Die Massstäbe haben sich verschoben. 

Was dieser Trend wirklich sagt

Gerade bei emotionalen Momenten wie einer Hochzeit wird Mode zur Botschaft. Es geht weniger um Erwartungen, mehr um das eigene Gefühl.

Tatjana Kotoric bringt es auf den Punkt: «Suche deinen eigenen Stil – das gibt Power. Und wenn das für dich bedeutet, flache Schuhe zu tragen, dann trage sie.»

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