«Einer der letzten prominenten Gäste war Orlando Bloom»
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Hohe Prominenz in Klosters:«Einer der letzten prominenten Gäste war Orlando Bloom»

Der Glamour von Klosters
Wo sich Adel und Hollywood im Coop trifft

Vergangenes Wochenende feierte Klosters «Hollywood on the Rocks». Der Event wollte den Glamour alter Tage aufleben lassen. Doch die gut betuchten Gäste schätzen den einstigen Lieblingsort von King Charles gerade wegen seiner Diskretion.
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Der royale Glamour der 1980er-Jahre: Diana, Princess of Wales und der damalige Prinz Charles III in den Skiferien in Klosters.
Foto: Tim Graham Photo Library via Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In Klosters fand der erste «Hollywood on the Rocks» Charity Gala Event statt
  • Das Bergdorf war einst ein Treffpunkt für Hollywood-Stars wie Gene Kelly
  • Klosters zieht heute ruhigen Glamour vor, ohne Luxusmarken oder Aufsehen
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Katja RichardRedaktorin Gesellschaft

Hoch über Klosters stapfen Damen in Abendkleidern und Herren im Smoking durchs Schneegestöber. Ihr Ziel: der Madrisa-Hof auf 1900 m ü. M. Wo man tagsüber in Skischuhen unterwegs ist, schlüpft man für eine Nacht in High Heels. Am letzten Samstag fand hier die erste «Hollywood on the Rocks» Charity Gala statt - die 100 Gäste feierten bis in die Morgenstunden.

Es ist eine Hommage an die legendäre Ära, als Klosters in der Nachkriegszeit zum Treffpunkt von Filmstars und Kulturprominenz wurde. Klangvolle Namen wie Greta Garbo, Gene Kelly oder Orson Welles verhalfen dem Bergdorf zum Spitznamen «Hollywood on the Rocks». Die Gastgeber, Monika Mark und Daniel Mahler, die Gründer der Klosters Future Foundation, wollen damit den Glamour und die Eleganz von einst neu aufleben lassen. 

Die Gästeliste vermochte allerdings nicht an die Prominenz der vergangenen Zeiten anzuknüpfen. Und viele der alteingesessenen Gäste blieben dem Event fern. Im Vergleich zu anderen Skiorten mit viel Prominenz wie St. Moritz oder Gstaad ist Klosters ruhiger geworden, man schätzt hier den stillen Glamour. «Vieles spielt sich hinter den Chalet-Mauern ab», sagt Astrid von Stockar, Besitzerin der legendären Chesa Grischuna. Im Bergdorf verkehre nach wie vor der deutsche und englische Hochadel, ebenso Schweden und Holländer. «Es ist viel altes Geld, ein diskretes Publikum», fügt die Swissdent-Unternehmerin hinzu. Sie übernahm das Hotel vor drei Jahren; 1938 erbaut, ist es ein Stück lebendige Zeitgeschichte – das Gästebuch mit den berühmten Namen wird in einem Tresor aufbewahrt.

Die Bar im Chesa Grischuna mit dem Wandgemälde des Künstlers Hans Schoellhorn – gefeiert wird hier noch immer.
Foto: Raphaël Dupain

Berühmter Treffpunkt: Die Chesa-Bar

Auf der kleinen Chesa-Bar hat in den 1950er-Jahren Hollywood-Star Gene Kelly gesteppt, am runden Tisch mit der Blümchentapete hat Film-Ikone Audrey Hepburn auf ihrer Hochzeitsreise gefeiert. Drehbuchautor Peter Viertel war ebenfalls über Jahrzehnte Stammgast in Klosters und heiratete hier 1960 die Schauspielerin Deborah Kerr. Noch immer erhalten ist das Wandgemälde des Künstlers Hans Schoellhorn, das eine unbeschwerte Gesellschaft beim Flirten im Schnee zeigt. «Heute ist es hochversichert und versiegelt», so von Stockar. «Trotzdem werde ich manchmal nervös, wenn die Gäste mit ihren Drinks dort anlehnen.» Dazu kommen Wandmalereien von «Schälle-Ursli»-Illustrator Alois Carigiet. Als die Gründerfamilie Guler das Hotel zum Verkauf ausschrieb, zögerte Astrid von Stockar nicht lange: «Mir war klar, es muss so erhalten bleiben.» Denn leider sei es das einzige Hotel in Klosters, das aus dieser Zeit noch im Originalzustand existiert. Seither pflegt sie das Haus im Sinne seiner Geschichte weiter – fast wie ein Museum, in dem man aber weiterhin wohnen, essen und feiern darf.

Orlando Bloom war im Januar in Klosters auf den Ski – zusammen mit Zürcher Model Luisa Laemmel.
Foto: WWD via Getty Images

Und auch das junge Hollywood ist noch präsent: Schauspieler Orlando Bloom zum Beispiel. Im Januar verbrachte er ein paar Tage in Klosters mit seiner angeblich neuen Flamme, dem Zürcher Model Luisa Laemmel. Das Paar tauchte auch im Restaurant des Chesa Grischuna auf, liess sich dort eine Crêpe Suzette am Tisch zubereiten und postete das Ganze auf seinem Instagram als «Swiss Sweets Hit». Das Restaurant sei die Kronenhalle von Klosters, erklärt von Stockar, und zeigt uns den Lieblingstisch von King Charles: «Er sitzt immer mit dem Rücken zu den anderen Gästen, damit er möglichst unbeobachtet bleibt.»

Ob King Charles kommt, ist unsicher

Allerdings war er schon länger nicht mehr in seinem Lieblings-Skiort. Im Krönungsjahr durfte er keinen Unfall riskieren, danach kam die Krebserkrankung - jetzt der Skandal um seinen Bruder Andrew. Ob der 77-Jährige nochmals auf die Ski steht, darüber kann auch Clair Southwell nur spekulieren. Sie war in den 1990er-Jahren seine Assistentin vor Ort: «Er liebt Klosters und fährt gerne Ski, er ist ein sehr guter Fahrer. Aber womöglich kann er das Risiko in seiner Position nicht mehr eingehen.» Seit über 40 Jahren kommt der britische Monarch nach Klosters. Die Zeiten, als die Weltpresse mit Dutzenden von Journalisten in Klosters einfiel, sind vorbei. Damals organisierte Clair Southwell die Fototermine mit Charles, mit seinen Söhnen oder beim Aquarell-Malen vor einem Chalet: «Damit hat er sich entspannt. Er fühlt sich hier sehr zu Hause.»

Hoflieferanten aus Klosters: Die Inhaber von Gotscnha Sport Urs Schlunegger und Christoph Boner.
Foto: Raphaël Dupain

Dank dem royalen Stammgast gibt es in Klosters auch die einzigen Geschäfte der Schweiz, die einen «Royal Warrant» haben, also Hoflieferanten des britischen Königshauses sind. Im Juweliergeschäft Maissen liess King Charles seine Uhren reparieren, vom Gotschna Sport stammte seine Skiausrüstung. Berühmt war sein ewig gleicher Skianzug: «Er fühlt sich darin am Wohlsten, er interessierte sich nicht für einen Neuen», sagt Southwell. So halten es auch viele Gäste im Ort: Man pflegt den sogenannten Old-Money-Style – allerdings echt. Der wertige Kaschmirpulli darf mal ein Loch haben, der schmale Hermès-Gürtel wird diskret zu Jeans getragen. «Es ist kein Laufsteg hier, wie etwa vor dem Badrutt's in St. Moritz», sagt Southwell. «Natürlich sieht man hier auch Hochmodisches, aber viele sind sportlich und entspannt unterwegs.»

Coop statt Chanel

Fürs Luxus-Shopping ist man am falschen Ort: Es gibt weder Moncler noch Chanel oder Louis Vuitton. Genau das schätzen die Gäste, so auch Prinz Wolfram von der Leyen. Der 34-Jährige lebt mit seiner Familie in Monaco, wo er mit Wolf & Raven ein Immobilienunternehmen betreibt. Vor zwei Jahren hat er sich in Klosters eine Ferienwohnung als zweiten Wohnsitz gekauft - eine Investion und Heimat: «Monaco ist hektisch und voller Bling. Klosters hat noch immer einen Dorf-Charakter, alles ist zu Fuss erreichbar – das ist mir wichtig für unsere beiden kleinen Kinder.» Er bringt es auf den Punkt: «In St. Moritz gibt es den Corviglia Club, in Klosters trifft man sich im Coop.»

Schon sein Vater und Grossvater lernten in Klosters Skifahren, und auch Prinz von der Leyen war hier als Jugendlicher auf der Piste. Damit führt er eine Familientradition fort. «Das Schöne ist, dass sich Klosters seither kaum verändert hat. Es fühlt sich an wie Heimkommen, denn ich treffe hier auf Freunde von früher – eine coole Clique.»

Seit kurzem ist er auch im Marden's Club, der Skiclub ist fast 100 Jahre alt und auch King Charles ist hier Mitglied. Dabei geht es ums Sportliche, etwa bei Skirennen oder organisierten Skitouren: «Das Gebiet hier ist toll, ich war gerade auf einer zweitägigen Tour.» Natürlich gibts in Klosters noch immer Partys, auch wenn sie eher selten hollywoodlike daherkommen: Den Geburtstag seiner Frau feierte der Prinz in der Kegelbahn der Chesa Grischuna - für das Ambiente sorgen dort die Wandgemäle von Carigiet. Ob dabei auch auf der Bar getanzt wurde? Das bleibt hinter den altehrwürdigen Mauern des Dorfes verborgen.

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