Das wars!
Knapp zwei Stunden hat die I/O gedauert. Fun Fact: Die längste gab es 2013. Da dauerte der Event mehr als drei Stunden. In diesem Sinne: Danke fürs Mitlesen. In Kürze gibt es auf blick.ch eine Zusammenfassung zu den Highlights.
Uhren-Check
Demis Hassabis von Google Deepmind ist zurück auf der Bühne. Die I/O dauert nun schon knapp zwei Stunden. Nun gibt es noch News im Schnelldurdhlauf: Gemini for Science, ein Modell, das Wetter besser vorhersagen kann, etwa Hurrikane.
Android XR
Nun kommen doch noch Brillen, schlaue Brillen. Letztes Jahr hat Google eine erste Smartbrille mit Display vorgestellt. Dieses Jahr lanciert Google «Audio Glasses». Diese flüstern der Trägerin oder dem Träger direkt Antworten ins Ohr. Andere Personen in der Umgebung sollen die Antworten nicht mitbekommen. Die Audiobrillen sind laut Google mit Android und iOS-Geräten kompatibel. Hardware-Partner ist Samsung, sowie die Brillenfirmen Warby Parker und Gentle Monster. Mutig: Google macht gerade eine Live-Demo auf der Bühne. Vergangenes Jahr ging diese in die Hose. Dieses Mal nicht. Man kann mit der Brille auch Fotos machen – und mit Nano Banana aufmotzen. Dann wird zum Beispiel aus einem langweiligen Sitzungszimmer eine mittelalterliche Festhalle.
Google Pics
Mit Google Pics kann man neu Bilder noch genauer bearbeiten. Es basiert auf Nano Banana. Man kann zum Beispiel Leute vergrössern oder verkleinern, oder die Schuhe einer Person ändern, einfach indem man auf das entsprechende Objekt klickt und per Prompt ändert. Pics kommt im Sommer.
Gemini
Auch die Gemini App wurde überarbeitet. Es gibt neue Schriften, mehr Farbe und neue Animationen und auch die Sprachfunktion wurde überabeitet.
Verfügbarkeit
Gemini Omni ist vorerst nur für bezahlende Kunden verfügbar. Kein Wunder, der Betrieb dürfte den Anbieter eine Stange Geld kosten. Denn das Generieren von Videos ist teuer, das hat auch Konkurrent OpenAI feststellen müssen.
Daily Brief
Gemini spielt nun auch Sekretär: Mit dem Daily Brief liefert Google neu eine Übersicht über den Tag und die eigene Agenda.
Shopping
Vorerst nix mit Hardware. Es geht weiter mit Software – genauer mit Shopping. Über den sogenannten Shopping Graph sind 60 Milliarden Produkte erfasst, die man kaufen kann. Google lanciert zudem einen universellen Warnkorb, der über verschiedene Anbieter funktionieren soll. Dieser soll einem benachrichtigen, wenn Produkte im Warenkorb günstiger werden, aber auch dann, wenn Produkte nicht kompatibel sind. Zum Beispiel wenn man einen Prozessor im Warenkorb hat, der nicht auf das gewählte Motherboard passt. Die Funktion ist vorerst nur in den USA verfügbar.
Zwischenstand
Eine Stunde ist rum. Normalerweise dauern die I/O-Events von Google rund 1,5 Stunden. Ob noch was kommt? Vielleicht sogar eine neue Cyberbrille. Dazu gab es im Vorfeld des Events zahlreiche Gerüchte.
Suche
Weiter geht es mit der Suche. Suchchefin Liz Reid betritt die Bühne. Google krempelt sein wichtigstes Produkt weiter um. «Die KI-Suche ist die Google-Suche», sagt Reid auf der Bühne. Dafür baut der Hersteller das Suchfeld um, also das Feld auf google.com, das seit fast 25 Jahren praktisch unverändert ist. KI liefert hier Vorschläge sobald man tippt und das Suchfeld kann man neu auch mit Videos, Fotos und sogar mit Chrome-Tabs füttern. Zudem werden AI Mode und AI Overview weiter verzahnt. Reid sagt: «Es ist die grösste Änderung für die Google-Suche in 25 Jahren.» Die Änderungen werden sofort und weltweit lanciert.
Ausserdem halten KI-Agenten auch Einzug in die Google Suche. Das sind quasi Google Alerts auf Steroiden. Man sagt, wonach man sucht und der Agent läuft dann jeweils im Hintergrund. Man definiert also zum Beispiel die Eckdaten seiner Traumwohnung und Google informiert dich dann, wenn ein entsprechendes Inserat online ist. Wie gut auch das funktioniert, wird sich zeigen.
Auch die Antworten werden umgestaltet. Google nennt es Custom UI. Sucht man zum Beispiel nach der Funktionsweise eines Schwarzen Lochs, erhalten User direkt eine interaktive Grafik. Diese Funktion wird im Sommer verfügbar sein.
User können zudem neu direkt in der Suche Tools, Dashboards, Tracker und Widgets bauen – ohne Coding-Erfahrung. Zum Beispiel für die Planung einer Hochzeit oder der eigenen Fitnessroutine.
Kurz: Die Google-Suche wird damit praktisch zum vollumfänglichen KI-Tool und nach wie vor für viele – vor allem weniger Tech-interessierte User – zum ersten effektiven Berührungspunkt mit KI.