Das Wort «artificial» ist dem US-Präsidenten zu schwach. Vor der UNO-Generalversammlung verkündete er einen neuen Namen für die Technologie.
«Super Intelligence» soll sie heissen. In allen offiziellen US-Dokumenten werde «AI» jetzt durch «SI» ersetzt.
Die Begründung? Das Wort «artificial» lasse Intelligenz unecht klingen. Trump sagte: «It is not fake. It's actually amazing.» Auf Deutsch: «Es ist keine Fälschung. Es ist tatsächlich erstaunlich.»
Trump hofft, dass der Rest der Welt den neuen Begriff übernimmt.
Das Volk durfte mitreden. Trump und das Weisse Haus hatten auf X und Truth Social nach alternativen Namen gefragt. Zur Auswahl standen erst die Begriffe: «Superior Intelligence», «Extreme Intelligence» und «Supreme Intelligence». Schliesslich wurde «Super Intelligence» draus.
Das Problem: Der Begriff existiert längst. Superintelligenz bezeichnet eine KI, die die menschliche Intelligenz übertrifft. Sie ist Ziel vieler KI-Firmen und zugleich die grösste Sorge der Warner. Ob Trump dieses Konzept meinte, ist unklar.
Den AI-Chefs zuvorgekommen
Warnungen von KI-Sicherheitsforschern verglich Trump mit jenen zum Klimawandel, den er ebenfalls als Schwindel bezeichnet. Ein internationales Kontrollgremium nach dem Vorbild der Atomenergiebehörde IAEA lehnt er ab.
Es ist seine typische Methode. Aus dem Golf von Mexiko machte Trump den «Golf von Amerika», aus dem Lake Ontario den «Lake America» – und den höchsten Berg Nordamerikas, den 6190 Meter hohen Mount Denali in Alaska, nannte er (wieder) in Mount McKinley um.
Der Zeitpunkt ist heikel. Am Mittwoch sollen OpenAI-Chef Sam Altman und Anthropic-Chef Dario Amodei vor dem UNO-Sicherheitsrat sprechen. Am Donnerstag folgt der Staatsbesuch von Xi Jinping. KI gehört zu den wichtigsten Gesprächsthemen der beiden Supermächte.
Die ganze Aktion ist bisher aber vor allem eine politische Umbenennung. Ein formelles Dekret oder eine verbindliche Umsetzung in allen Behörden ist noch nicht klar dokumentiert. Technisch bleibt «artificial intelligence» der etablierte Begriff.